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Normale Version: LP21 will Klassenunterricht und Homogenität abschaffen
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Die flächendeckende Einführung der sogenannten Integration und die Aufhebung von spezialisierten Klein-, Sonder-, Einführungsklassen usw. dienen dazu, zusätzliche Heterogenität zu schaffen, in der Meinung, damit „die bestehenden Ungleichheiten in der Beteiligung an schulischen Bildungsgängen zwischen sozialen Gruppen überwinden zu können“.

Mit dem „altersdurchmischten Lernen“ (AdL) werden die Jahrgangsklassen abgeschafft, in denen Kinder gleichen Alters eine soziale und ziemlich homogene Klassengemeinschaft bilden. Damit wird die Heterogenität zusätzlich auf bis zu fünf Jahrgänge (!) ausgeweitet.

Mit zunehmender Heterogenität wird der Klassenunterricht immer mehr behindert und schlussendlich verunmöglicht. Dann wird von den Lehrern der „Umgang mit Heterogenität“ gefordert: Damit ist vor allem das „selbstorganisierte,  individualisierende Lernen“ - wie in den Grundlagen zum Lehrplan 21 - gemeint. Mit dem "selbstorganisierten Lernen" (SoL = "Schule ohne Lehrer", "Unterricht ohne zu unterrichten") wird der Klassenunterricht abgeschafft und aus dem Lehrer wird der Lernbegleiter. 

Die sogenannte Harmonisierung oder Gleichschaltung mit dem Lehrplan 21 dient dazu, das Niveau in allen 21 Deutschschweizer Kantonen zu senken, damit zwischen den Kantonen keine Qualitätsunterschiede auftreten, an denen man die durch den Paradigmawechsel mit dem Lehrplan 21 zu erwartende Niveausenkung feststellen könnte.

Siehe dazu auch:
NZZ: Altersdurchmischtes Lernen - Schule ohne Grenzen http://www.nzz.ch/wissenschaft/bildung/schule-ohne-grenzen-1.16085443
Der LP 21 will noch viel mehr!

Der LP 21 ist eine Mogelpackung wo man sie berührt. Ich bin immer noch entsetzt, wie ein solches Elaborat in einer Demokratie überhaupt entstehen konnte. Dass röhrenförmig denkende Erziehungswissenschafter und Pädagogische Hochschuler mitmachen, muss man mit mehr Krach denn Ach und viel Überwindung akzeptieren (aber nicht verstehen). Dass aber Volksvertreter/innen (EDK, Politiker/innen) hier grünes Licht gaben ist unverzeihlich. Es zeigt aber auch, wie wir uns in Wohlstandszeiten gewohnt sind mit Ressourcen umzugehen.

Der Wind hat aber definitiv gedreht.

Der LP 21 ist ein diffuses Konstrukt, das in der Schweiz nie erprobt wurde. Langsam spürt auch die Lehrerschaft, dass man sich um die Schulentwicklung im Voraus kümmern müsste. Wurde verpasst. Die Lehrpersonen haben sich über den Tisch ziehen lassen. Und langsam, langsam merken sie, dass sie ganz warme Badehosen anziehen müssen, um die Sache auszubaden. Aber so warme Badehosen gibt es nicht, denn der LP 21 ist nicht das, was man allgemein erwartet hat. Wenn jemand eine Reise macht, will er wissen, wohin sie geht. Und das wissen die Ausführungsgehilfen (Lehrpersonen) nicht. Der LP 21 geht für sie nach Irgendwo.

Die Verantwortlichen des LP 21, die wissenschaftlichen und die politischen, haben uns zu erklären, wohin die Reise führt. Und wir alle, Lehrpersonen, Eltern, Stimmbürger wollen uns anschliessend dazu äussern. Es ist eine öffentliche Diskussion zu führen. Wenn wir überzeugt werden, wird die Reise gemacht. Sonst nicht. 
Vimentis erklärt politische Themen einfach, schnell und neutral. Hier erhalten Sie alle Informationen zu Abstimmungen, politischen Themen etc.

Hier ist die Information zur Harmos-Abstimmung:

Harmonisierung der Volksschule

In der Volksabstimmung vom 21. Mai 2006 nahmen 85.6% der Stimmbürger die Verfassungsänderung zur Vereinheitlichung der Schweizer Grundausbildung an. Diese wird von der EDK derzeit umgesetzt. Die wichtigsten Eckpunkte sind die Vereinheitlichung der Unterrichtsziele und der Schulstrukturen sowie eine Verbesserung der Qualität des Schulsystems. Zudem wird die Erhöhung der Durchlässigkeit angestrebt, d.h. es wird möglich, mit einem Schulabschluss noch mehr verschiedene weiterführende Schulen besuchen zu können. Den Umzug von Familien mit Kindern in einen anderen Kanton wird durch einheitliche kantonale Schulsysteme stark vereinfacht.


Was die 85,6% der Stimmbürger beschlossen haben, ist alles andere als einen Lehrplan 21 mit seinen unkalkulierbaren Folgen. Und vor allem eines wird sicher nicht eintreffen: Der vereinfachte Umzug von Familien in einen andern Kanton. Den Kindern wird schon mit den unkoordinierten Fremdsprachen ein Umzugsei gelegt.