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Normale Version: LP21 Gesinnungssoldaten für Untertanenideologie?
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Es vergeht kaum eine Woche in der nicht ein "Hund" in Sachen Lehrplan 21 von den Medien ausgegraben wird und jedes Mal werden die Beteuerungen der Erziehungsdirektoren, „der Lehrplan 21 ändere nichts“, Lügen gestraft. Jede weitere Enthüllung zeigt, dass bei der Volksschule "kein Stein auf dem anderen" bleiben würde und dass unsere Kinder nach den neoliberalen Plänen der Wirtschaftsorganisation OECD (Pisa) zu angepassten Untertanen umerzogen werden sollen.

Genau in diese Richtung zielt auch die kürzlich von der Basler Zeitung aufgedeckte, willkürliche Beurteilung des Charakters im Schulzeugnis, mit dem Kinder lebenslänglich abgestempelt und bei der Lehrstellensuche ungerechterweise benachteiligt würden. Dabei geht es nicht nur darum, aus der Volksschule einen neuen globalen Markt zu machen, sondern das ganze Denken, Empfinden und Handeln der Kinder und Lehrer soll einer wirtschaftlichen Denk- und Handlungsweise und Marktlogik angepasst werden. Derart soll der Mensch als «Wirtschaftsmensch (homo oeconomicus)» auch in Liebe und Kindererziehung «rationalen Vorteilsentscheidungen» folgen, so dass sein Handeln vorhersagbar und damit steuerbar wird.

Schon 1961 stellte die OECD auf einer Konferenz mit Vertretern der neoliberalen Chicagoer School of Economics als bildungsökonomischen Ideengeber ihre Pläne im Klartext vor: «Heute versteht es sich von selbst, dass auch das Erziehungswesen in den Komplex der Wirtschaft gehört, dass es genauso notwendig ist, Menschen für die Wirtschaft vorzubereiten wie Sachgüter und Maschinen. Das Erziehungswesen steht nun gleichwertig neben Autobahnen, Stahlwerken und Kunstdüngerfabriken. (…) Das bedeutet nicht weniger, als dass Millionen Menschen von einer Lebensweise losgerissen werden sollen, die seit Jahrhunderten und Jahrtausenden das Lebensmilieu ausmachte. Alles, was bisher an Schule und in der Erziehung in diesen Ländern geleistet wurde, verfolgte soziale und religiöse Ziele, die vorwiegend (…) Resignation und spirituelle Tröstung gewährten; Dinge, die jedem wirtschaftlichen Fortschrittsdenken glatt zuwiderlaufen. Diese jahrhundertealten Einstellungen zu verändern, ist vielleicht die schwerste, aber auch die vordringlichste Aufgabe der Erziehung in den Entwicklungsländern.» (OECD 1961, S. 38, 40).

In Augen der OECD zählt diesbezüglich auch die Schweiz zu den Entwicklungsländern. Diese Pläne sollen nun mit dem Lehrplan 21 in unserer Volksschule umgesetzt werden, ohne dass die Bevölkerung aufgeklärt werden soll, welche heimtückischen Pläne hier zugrunde liegen und wohin die gefährliche "Reise" gehen soll.

Es erstaunt nicht, dass immer mehr Menschen sich gegen solche Machenschaften zu Recht empören, wie die Politologin Regula Stämpfli in der Basler Zeitung vom 23.2.: «Die Notenbanker des Hirns – unglaublicherweise auch unter sozialdemokratischer Führung – wollen künftig junge Menschenleben vermessen, wägen, aussortieren (!), als Waren so normieren,damit sie dem «Bildungswettbewerb» entsprechen. Allein den Lehrplan 21 lesen schreit nach Notfalldrogen. Die Lehrer sollen künftig beurteilen, wie «Gefühle situationsbedingt ausgedrückt und wahrgenommen werden» oder ob die Schüler den Richtlinien gemäss «Konflikte benennen» können. (…) Wörter richten Unheil an, das wissen wir spätestens seit den Nazis und den Sowjets. Der Lehrplan 21 ist das sinnentleerte Endprodukt börsenvergifteter Herrschaftsformen. Und wie bei jeder neuen Machtergreifung sollen einmal mehr Lehrer und Beamte die Speerspitze obrigkeitshöriger Kompatibilität vormachen. Glücklicherweise können wir nun – nicht zuletzt dank neuer Technologien – diese Gestalten des Unglücks noch bremsen. Ein erster Schritt besteht darin, diese bildungspolitische Aktienmentalität so zu dekonstruieren, dass sie im laufenden 21. Jahrhundert nur noch als hässliches Souvenir einer absterbenden Ideologie im Museum aufbewahrt wird. Ja klar: Die Vitrine wird ein Papierkorb sein. »