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Normale Version: Fragwürdiger „individualisierter Unterricht“ beim Lehrplan 21
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Pro Schuljahr gibt es 10 Minuten "Ufzgi", Tages Anzeiger, 30.8. von Lorenzo Petro

«Im Zuge des heutigen individualisierten Unterrichts stimmen die Lehrpersonen den Unterricht ohnehin auf die Kinder ab», so Kesselring. Es liege in der Kompetenz der Lehrpersonen, die Hausaufgaben so zu gestalten, dass Kinder sie selbstständig bewältigen können. So könne ein Vortrag über das Lieblingstier für verschiedene Kinder mit unterschiedlichen Aufträgen verbunden sein.

KOMMENTAR: Was ist, wenn der Lehrer ein Kind falsch einschätzt und es unter- oder überfordert?


Es soll früher in der Dorfschule vorgekommen sein - als man noch an die Vererbung glaubte - dass ein Kind am ersten Schultag vom Lehrer zur Gruppe der „Mathematisch-nicht-begabten“ gesetzt wurde, weil er wusste, dass seine älteren Geschwister nicht rechnen konnten.

Ist die Chancengleichheit beim Lehrplan 21 mit der vorgeschriebenen Methode des „selbstgesteuerten, individualisierten Lernens“ nun automatisch gewährleistet? Was ist, wenn der Lerncoach einem Kind individuelle Arbeitsblätter austeilt, die es unterfordern, weil er glaubt, dass es nicht rechnen kann? Wie kann er beim „selbstgesteuerten Lernen“ herausfinden, ob das tatsächlich so ist, wenn er mit der dem  Schulteam vorgegebenen „offenen Lernmethode“ als „Lernbegleiter“ dem Schüler nichts beibringen (unterrichten), erklären, erziehen und motivieren darf (nach Schulreformer Peter Fratton)? Wie können die Eltern herausfinden, ob ihr Kind in der Schule mitkommt, wenn es zu Hause keine Hausaufgaben machen muss, weil es zum Beispiel in die Tagesschule geht?