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  Frankreich zerstört die Volksschule – wir sind auf dem gleichen Weg
Geschrieben von: Schulpfleger - 06-20-2019, 09:01 AM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

In Frankreich wurde 1999 die «Charta zum Aufbau der Schule des 21. Jahrhunderts» veröffentlicht, die das Schulsystem in einen „Ort des Lebens für unsere Kinder“ verwandeln will. Bildungsminister Jack Lang (2000–2002) gab die Losung aus: «Die Schule muss ein Lebensraum sein!» Diese Bildungsrevolution ersetzt das durch Unterricht vermittelte Wissen durch Aktivitäten, bei denen die Schüler sich ihr Wissen selber erarbeiten sollen: Die Schule darf keine Schule mehr sein.

Für die Umwandlung der Unterrichts-Schule in eine Lebensraum-Schule, müssen die Institutionen, die Organisationsform und die Personalrekrutierung «methodisch, progressiv und konfliktfrei» angepasst werden. Da diese Schulrevolution dem Willen der Eltern und dem Interesse der französischen Nation widerspricht, muss sie mit einem unverständlichen Jargon als "Qualitätsverbesserung" getarnt werden, obschon in Wirklichkeit alles getan wird, um die Volksschule zu zerstören.

Die Lehrerausbildung erhält ständig andere Namen, unter dem die universitäre Lehrerausbildung verschwindet und durch eine Kurzausbildung für alle Lehrer von der Kindergartenstufe bis zur Universität ersetzt wird. Die Lehrer werden zu «pädagogischen Assistenten» degradiert. Für eine Lebensraum-Schule braucht es kein qualifiziertes, diplomiertes Personal mehr. Unqualifiziertes, schlecht bezahltes Personal wird eingestellt, ohne Berücksichtigung der Nationalität oder irgendwelcher sozialen Kriterien.

Wenn es in der Schule keinen Unterricht mehr gibt, weder Wissen noch intellektuelle Bildung vermittelt werden, keine Lehrziele zu erreichen sind, sondern es nur noch Aktivitäten durchzuführen gilt, braucht auch es keine Unterscheidung mehr zwischen Primar- und Oberstufe. Die verschiedenen Schulstufen samt Gymnasium können nun in «Gesamtschulen» («Ecoles inclusives») zusammengelegt werden.

20 Prozent der Lehrer haben in den letzten Jahren gekündigt. Ihre Unzufriedenheit war noch nie so hoch. Die Lehrer sind in Aufruhr, weil sie durch die Staatsmacht missbraucht werden. Während sie vorgibt, an der Wiederherstellung des Bildungssystems zu arbeiten, findet das Gegenteil statt. Die Situation der Lehrer und der ihnen anvertrauten Kinder wird sich weiter verschlechtern. Die von den Gewerkschaften organisierten Streiks kommen zu spät und dienen nur dazu, die Unzufriedenheit einzudämmen. Alles ist genau geplant und vorbereitet, damit die Bildungsminister ihre zerstörerische Politik weiterführen können.

Quelle: http://www.libertepolitique.com/Actualite/Decryptage/Pourquoi-les-professeurs-sont-ils-en-colere, vom 7. Juni 2019

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  Massenkündigungen - der Widerstand wächst
Geschrieben von: Schulpfleger - 06-15-2019, 06:32 PM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Schon wieder gibt es eine Reihe von Massenkündigungen von Lehrern in der Deutschschweiz. Trotz heimlichen Stillschweigeabkommen (Drohungen mit der Treu- und Schweigepflicht, Datenschutz usw.), Verwedelungstaktik (verschleierte Kündigungsgründe) und völlig fehlender Transparenz dringen immer wieder Details über die Hintergründe von Massenkündigungen durch Lehrer an die Öffentlichkeit, die sich wie ein roter Faden durch alle bisher veröffentlichten Fälle ziehen.

Tatsache ist, dass Lehrer normalerweise so sehr mit dem Schulhaus, dem Lehrerteam und den Schülern verbunden sind, dass sie oft jahrzehntelang oder lebenslänglich im gleichen Schulhaus oder Dorf Schule geben. Massenkündigungen erfolgen nur dann, wenn die Zustände unhaltbar geworden sind und die Lehrer keinen Ausweg mehr sehen. Dass sie dann zu ihrer Existenzsicherung einen anderen Kündigungsgrund vorgeben oder vorgeben müssen, ist nachvollziehbar.

Und immer wieder taucht das gleiche Muster auf:
Will der bisherige Schulleiter umstrittene Reformen auf Druck von oben nicht durchsetzen, weil er das seinen Lehrern und Schülern nicht antun will, wird ein neuer Schulleiter eingesetzt, der womöglich bekannt dafür ist, dass er umstrittene Reformen auch gegen den Widerstand der Betroffenen rigoros durchsetzen wird. Lehrern, die nicht mitmachen wollen, wird mit der Kündigung gedroht.

Der Fall „Wigoltingen“ ist ein Beispiel, wo die NZZ am Sonntag vom 9.6.2019 "Erbitterter Kampf um die Schule" etwas Licht in die beschönigten Verlautbarungen der Schulbehörden bringt und antönt, um was es tatsächlich geht:

Es geht um "grundsätzliche Auseinandersetzungen um pädagogische Konzepte" [mit anderen Worten: rigorose Durchsetzung der „Kompetenzorientierung“ und „Konstruktivismus“ des Lehrplan 21 nach OECD-Vorgaben], "Aufgaben von Lehrpersonen" [das heisst, Degradierung zum Lernbegleiter] sowie um die "Ausrichtung der Volksschule" [durch Einführung von „selbstgesteuertem Lernen“ SOL, altersdurchmischtem Lernen AdL, Abschaffung des Klassenunterrichts usw.]

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  Kommentare zu schulische Integration auf dem Rückzug
Geschrieben von: Schulpfleger - 06-14-2019, 05:15 PM - Forum: Integration - Keine Antworten

Peter Aebersold sagt:
14. Juni 2019 um 9:34 Uhr

Die Integration wurde bei uns von Anfang an falsch verstanden oder falsch umgesetzt. Gemäss UN Behindertenkonvention (Artikel 24 Bildung) dürfen Menschen mit Behinderungen nicht “vom allgemeinen Bildungssystem” ausgeschlossen werden. Die Behindertenkonvention zielte dabei mit ihrem Minimalstandard auf Länder, die Behinderte nicht obligatorisch beschulten oder noch keine spezialisierte, heilpädagogische Bildung anbieten konnten.

Es ist jedoch nicht im Sinne der Behindertenkonvention, wenn Länder heilpädagogisch spezialisierte Einrichtungen (Sonderschulen, Kleinklassen) abschaffen (um Geld zu sparen?), indem sie in die Regelschule “integriert” werden.

“Integration” bedeutet gemäss Behindertenkonvention innerhalb, “Separation” ausserhalb der unentgeltlichen und obligatorischen Volksschule. Sonderschulen und Kleinklassen sind demzufolge mit der UN Behindertenkonvention voll kompatibel, wenn sie unter dem “Dach der Volksschule” allgemein zugänglich sind.

Die “Totalintegration” in die Regelklasse, wie sie bei uns von Bildungsdirektoren und -politikern angestrebt wurde, ist keine Forderung der UN Behindertenkonvention.

Wenn heute die totale „Integration“ als das gute, neue System hochstilisiert wird und „Separation“ geradezu als Unwort verdammt wird, hat das rein politische Gründe und dient den behinderten Kindern in keiner Weise. Völlig verantwortungslos ist, dass diese grundlegende Systemänderung nicht zuerst in der Praxis bei einzelnen Versuchsschulen ausprobiert wurde und dass sie nicht wissenschaftlich überprüft wurde.

Erst jetzt hat die Universität Tübingen in einer Studie festgestellt, dass das Konzept in der Praxis untauglich ist. Die Frankfurter Allgemeine sprach gar von einem “pädagogischen Himmelfahrtskommando”.

Es zeichnet sich nun offenbar ab, dass die in die Regelklassen integrierten Schüler bei Schulende im Erwerbsleben nicht bestehen können und eine neue bis zum 20. Altersjahr weiterführende Schule als “Separation” (!) aufgebaut werden muss. In diesem Sinne „produziert“ die total integrative Regelschule neue Separation.

Bonfranchi Riccardo sagt:
14. Juni 2019 um 9:44 Uhr

Ausführungen von P. Aebersold ist zuzustimmen. Es ist noch hinzuzufügen, dass, wie der emeritierte Professor für Heilpädagogik, Speck aus München, anmerkte, dass es sich bei Integration wohl auch um einen Übersetzungsfehler aus dem Englischen ins Deutsche handelt, weil eine Integration in ein ‘regular school system’ als Integration in die Regelschule verstanden wurde. Regular bedeutet aber letztendlich nur, dass alle Menschen mit einer Behinderung das Anrecht haben, in ein öffentliches, kostenloses Schulsystem aufgenommen zu werden. Von einer Vermischung in die soge. Regelschule, ist da nirgends die Rede. Zumal diese, wie hinlänglich ausgeführt, den besonderen Bedürfnissen (special needs) nie gerecht zu werden vermag.

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  Condorcet-Blog: Schulische Integration auf dem Rückzug
Geschrieben von: Schulpfleger - 06-09-2019, 09:50 AM - Forum: Integration - Keine Antworten

https://condorcet.ch/2019/06/schulische-integration-auf-dem-rueckzug/

Schulische Integration auf dem Rückzug

von Riccardo Bonfranchi

Schulische Integration von behinderten Schülern könne so nicht weitergeführt werden. Als Grund werden vor allem die verhaltensauffälligen Kinder und Jugendlichen genannt, die ihre Lehrkräfte an den Rand der Belastbarkeit führen. Condorcet-Autor Riccardo Bonfranchi hält dies für eine fatale Argumentation, weil der «Schwarze Peter» hier einer Gruppe von Kindern zugewiesen wird.

Vermehrt konnte man in den vergangenen Wochen lesen, dass die schulische Integration von behinderten Schülern so nicht weitergeführt werden könne. Als Grund werden vor allem die verhaltensauffälligen Kinder und Jugendlichen genannt, die ihre Lehrkräfte an den Rand der Belastbarkeit führen – oder gar darüber hinaus. Dies ist, aus meiner Sicht, eine fatale Argumentation, weil der «Schwarze Peter» hier einer Gruppe von Kindern zugewiesen wird, die gar nichts für das Scheitern des Ansatzes können. Ausgeblendet wird, dass die schulische Integration behinderter Kinder – dies betrifft sowohl lern- als auch geistig behinderte Kinder – in der praktizierten Form gar nicht durchführbar ist. Unabhängig von der Frage, ob die Regelschule der komplexen Aufgabe, behinderte Kinder adäquat zu fördern, überhaupt gerecht werden kann und ob dies ihre Aufgabe ist, darf nicht vergessen werden, dass insbesondere der oft ins Feld geführte soziale Aspekt gar nicht zum Tragen kommt.

Überforderung als Markenzeichen der Integration
Oft wird postuliert, wie «schön» es doch sei, wenn behinderte und nicht-behinderte Kinder und Jugendliche zusammenkämen. Und natürlich, dem ist zuzustimmen. Ob dies allerdings gerade in einem intellektuellen Raum des Lehrens und Lernens geschehen kann, erscheint mehr als fraglich. Wenn ein Schüler Tag für Tag miterlebt, dass er grosse Teile des im Unterricht behandelten Stoffes nicht versteht, wird ihn das wohl kaum glücklich machen. Die Zahlen von behinderten Schülern, die in der Mittel- bzw. Oberstufe an eine Heilpädagogische Sonderschule wechseln, legen hiervon beredtes Zeugnis ab. Insbesondere die soziale Austauschsituation überfordert häufig behinderte genauso wie nicht-behinderte Kinder. An einer Primarschule im Kanton Zürich habe ich beobachten können, wie der Lehrer mit den Regelschülern heimlich – also ohne Wissen des behinderten Kindes – einen Begleit-Ämtliplan aufgestellt hat, damit jeweils zwei Kinder sich eine Woche lang um den behinderten Mitschüler kümmern. Zuvor hatte dieser nämlich wochenlang ganz alleine seine Pausen verbracht.

Man wollte alles und hat nichts erreicht.
So eine Vorgehensweise ist gut gemeint, zeigt aber deutlich auf, dass eine solche (Schein-)Integration, die lediglich auf eine gemeinsam verbrachte Zeit hinausläuft, wohl kaum den hohen Zielen, die sich die Befürworter auf ihre Fahnen geschrieben haben, gerecht werden kann. Dass nun gerade die verhaltensauffälligen Schüler dafür herhalten müssen, dieses Experiment zu beerdigen, macht die Sache nicht besser. Alternative Modelle, wie beispielsweise eine Teil-Integration oder gemeinsam durchgeführte Projekte wie Lager, Zoo-Besuche oder vergleichbare Möglichkeiten, die Integration auf einem «sanfteren» Weg durchzuführen, haben nie Anklang bei der Bildungsdirektion gefunden. Man wollte alles und hat nichts erreicht.

Erhöhte Anzahl an Teilpensen als Reaktion der Lehrerschaft
Zu guter Letzt soll noch auf einen Widerspruch hingewiesen werden, der im Zusammenhang mit der Misere steht. Die Bildungsdirektion in Zürich strebt an, die Teilpensen an Schulen zu reduzieren, um dem zunehmenden Lehrermangel Herr zu werden. Wie das umgesetzt werden soll, ist nicht bekannt. Denn gerade die heutige Integrationspraxis ist massgeblich dafür verantwortlich, dass die Teilpensen üppig ins Kraut geschossen sind. Viele der Heilpädagoginnen, die in mehreren Klassen die stundenweise Begleitung behinderter Kinder sicherstellen und sich immer wieder auf neue Situationen und Kooperationen einstellen müssen, arbeiten nämlich Teilzeit. Diverse Gemeinden haben längst damit begonnen, kleine Klassen einzurichten, die den früheren Kleinklassen in auffallender Weise gleichen – nur dass diese nicht von Heilpädagogen geführt werden, sondern von nicht dazu ausgebildeten Oberstufenlehrkräften. Dass andererseits viele verhaltensauffällige Schüler umgeteilt werden auf Heilpädagogische Sonderschulen, die aber inzwischen auf Schüler mit einer geistigen Behinderung ausgerichtet sind, zeigt deutlich die Überforderung sämtlicher Stellen, die sich mit dieser sogenannten Integration, die eben keine ist, auseinandersetzen müssen. Die Frage ist nun: Wie kommen die verantwortlichen Stellen ohne Gesichtsverlust aus dieser Nummer wieder heraus? Es wäre ehrlich und notwendig zugleich, wenn man zugeben würde, dass man a) es versucht und b) sich geirrt habe.

Zum Autor:
Riccardo Bonfranchi ist promovierter Heilpädagoge, Ethiker, Supervisor in sozialpädagogischen Institutionen.

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  Nationaler Bildungsvergleich und Lehrplan 21
Geschrieben von: Schulpfleger - 05-31-2019, 03:39 PM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Die Ergebnisse des ersten nationalen Bildungsvergleichs sind unbestritten miserabel ausgefallen. Von dem bei Pisa 2018 noch hochgejubelten „Europameister im Rechnen“ erreichen 40% der Schüler die minimalen Grundkompetenzen in Mathematik nicht. Die sprachlichen Kompetenzen wurden nur teilweise überprüft, für Sprechen und Schreiben liegen keine Testergebnisse vor. Kein Wunder hat sich die EDK erst nach zwei, respektive drei Jahren getraut, die Resultate zu veröffentlichen.

Über die Ursachen gibt es viele Spekulationen. Nur eines scheint gemäss den Bildungsverantwortlichen klar zu sein, mit den Reformpaket Lehrplan 21 habe es nichts zu tun, weil er zur Testzeit 2016/2017 noch gar nicht eingeführt worden sei. Auffallend ist, dass die Resultate bei den weniger reformfreudigen Kantonen meist besser ausgefallen sind.

Vor genau 30 Jahren, als noch niemand vom Lehrplan 21 sprach, wurde im Schuljahr 1989/90 bei der  Schule für Kunst und Sport in Zürich erstmals das „selbstgesteuerte Lernen“ unter der harmlosen Bezeichnung „Wochenplan“ eingeführt. Das Reformelement „selbstgesteuertes Lernen“ nimmt im Lehrplan 21 eine zentrale Rolle ein und führt beim Lehrerberuf und beim Unterricht zu einer dramatischen Veränderung: Der Lehrer wird zum Lernbegleiter/Coach degradiert und darf nicht mehr vor der ganzen Klasse unterrichten, sondern nur noch „individuell begleiten“, weil das Lernen der Kinder laut den Schulreformern nur „authentisch“ sei, wenn die Schüler „selbstgesteuert“ sozusagen das Rad neu erfinden können.  

Das "selbstgesteuerte Lernen" geht beim Grossteil  der Schüler viel langsamer und die Schüler können nur noch etwa 50% des  bisherigen Stoffes durcharbeiten. Deshalb wird von den Schulreformern behauptet, Wissen sei nicht mehr wichtig, man könne ja "googeln".  Dabei wird unterschlagen, dass nur derjenige vom Internet profitieren kann, der das nötige Grundlagenwissen hat, um die vielen Informationen verstehen und Richtiges von Falschem (Fake News usw.!) unterscheiden kann.

Seit 30 Jahren hat sich der "Wochenplan" nun wie ein progressiver Virus in der ganzen Schweiz verbreitet und kaum jemand will die Epidemie bemerkt haben.

Das angeblich „kostengünstige“ selbstgesteuerte Lernen ist dem traditionellen, erfolgreichen Ansatz des Klassenunterrichts komplett entgegengesetzt. Wenn die wahren Ursachen für den, von den kritischen Bildungsfachleuten vorausgesagten, Bildungsabbau weiterhin nicht zur Kenntnis genommen werden, wird sich die Bildungsqualität unweigerlich weiter verschlechtern.

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  Bald kommen die ersten LP21 Zeugnisse
Geschrieben von: Schulpfleger - 01-27-2019, 04:42 PM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Beurteilung von Kompetenzen. Wie geht das?

Die Noten orientieren sich in der Regel am Erreichen der Lernziele. Die zu erreichenden Ziele werden im Lehrplan 21 in Form von Kompetenzen definiert. Die geltenden Definitionen der Notenskala sind je nach Kanton unterschiedlich. Der Lehrplan 21 regelt die Form der Leistungsbeurteilung nicht, Noten sind bei ihm auch möglich.

Kompetenz ist nicht beobachtbar und kann nur aus der Art, wie die Aufgaben gelöst werden abgeleitet werden. Die Kompetenzbeschreibungen sollen die Beurteilung des Leistungsstands der Schüler erleichtern. Mit Hilfe von Beurteilungsblättern soll die Herleitung der Gesamtbeurteilung im Zeugnis für Schüler und Eltern nachvollziehbar gestaltet werden können. Die Ableitung der Zeugnisnoten aus den Prädikaten der Beurteilungsblätter bleibt ein Ermessensentscheid und kann nicht arithmetisch ermittelt werden.

Ob die Schüler die Grundansprüche oder weitere Kompetenzstufen des jeweiligen Zyklus erfüllen, kann erst am Ende eines Zyklus beurteilt werden, da der Lehrplan 21 die Grundansprüche nicht für jedes Schuljahr definiert.

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Lehrplan_21

https://www.d-edk.ch/sites/default/files/fachbericht_beurteilen_2015-11-03.pdf D-EDK: Beurteilen. Fachbericht der Arbeitsgruppe der Kommission Volksschule

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  «Das Bildungssystem bleibt ungerecht»
Geschrieben von: Schulpfleger - 01-12-2019, 11:15 AM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

NZZ 11.1.2019, Zuschriften

Erfreulich ist, dass der Schweizerische Wissenschaftsrat eine Tatsache wissenschaftlich bestätigt (NZZ 29. 12. 18), die für jede aufmerksame Mutter von Schulkindern offensichtlich ist: «die soziale Selektivität» des Schweizer Bildungssystems. Hinsichtlich der Ursachenanalyse wirkt es jedoch befremdend, dass wichtige Themen nicht angeschnitten werden: der sehr hohe Leistungsanspruch, gepaart mit einer regelrechten Bewertungsmanie, die daraus resultierende Defizitorientierung und die «Verweiblichung» des Schulwesens mit negativen Folgen für viele Knaben.

Der hohe Anspruch in allen Fächern der Primarschule erstaunt. Dieser zeigt sich nicht nur im Stoffumfang und in der bisweilen fragwürdigen Stufengerechtigkeit der vermittelten Lerninhalte, sondern auch in einem unfassbar granularen Bewertungssystem. Zur Beurteilung der Lernkontrollen in jedem Schulfach mit Zehntelsnoten kommt ein vierseitiger Beurteilungsbogen für die sogenannten «Kompetenzen». Jede Regung eines Kindes in der Schule – so entsteht der Eindruck – wird bewertet, beurteilt und manchmal gar verurteilt, wobei die Aufmerksamkeit unweigerlich auf den Defiziten liegt. Diese ausgeprägte Defizitorientierung scheint mir die Freude am Lernen zu hemmen und die Lust, Neues zu entdecken, im Keim zu ersticken; so dass die Motivation für das Lernen letztlich auf der Strecke bleibt.

Unabhängig von ihrer Herkunft leiden aber auch viele Knaben, weil das System als Idealtypus des Schülers eher eine Schülerin – also ein angepasstes, fleissiges, pflichtbewusstes und zuverlässiges Mädchen – im Fokus hat. Dieser wird durch den nahezu ausschliesslich weiblichen Lehrkörper auf der Primarstufe noch verstärkt. Die wilderen Jungen mit wenig Sitzleder und Flausen im Kopf tragen derweil zur Auslastung der mannigfaltigen spezialpädagogischen Einrichtungen bei.

Und was die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen dieses Schulsystems anbelangt, so ist neben dem erwähnten Mangel an akademischem Humankapital noch ein weiterer Aspekt zu erwähnen: die entgangene Lohnarbeit, meist bei den Müttern, weil diese ihre Sprösslinge in der Schule tatkräftig unterstützen (müssen?).

Sandra Hedinger, Baar

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NZZ 16.1.2019, Zuschriften


Ein Kommentar zum ausgezeichneten Leserbrief von Sandra Hedinger (NZZ 11. 1. 19) in Baar drängt sich geradezu auf. Sie verstand es meisterhaft, nach den da und dort erschienenen theoretischen Betrachtungen zu den Verlautbarungen des schweizerischen Wissenschaftsrats nun in die Praxis zu leuchten. Man erschrickt bei verschiedenen Punkten. Die Bewertungsmanie hat offenbar jegliche vernünftige Grenze überschritten und dürfte wohl oft nur noch mit dem Würfel machbar sein. Ferner ist es für viele «Bubeneltern» tröstlich, Unterstützung für die eigenen Beobachtungen zu erhalten. Es stimmt, dass in unserem Schulsystem die Knaben in einem ungünstigeren Umfeld zurechtkommen müssen, und wenn sie darin scheitern, freut sich eine umfangreiche Nachhilfeorganisation auf Kunden. Zentral ist aber meines Erachtens im Brief die klare Aussage, dass wohl manche Eltern gezwungen sind, den Kindern zu Hause zu helfen, soll sich der schulische Erfolg bei ihrem Nachwuchs gedeihlich entwickeln. Wenig Phantasie braucht es für die nächste Folgerung: Wohl den Kindern, deren Eltern diese Unterstützung zu geben vermögen; sind jedoch die Voraussetzungen dazu aus zeitlichen oder intellektuellen Gründen schlecht, dann hat man halt Pech, und auch allfällige schulische Zusatzangebote vermögen den Ausgleich schwerlich zu schaffen. Schliesslich sei auch noch einer der Übeltäter der Ursachen mit Namen genannt: Es ist der Lehrplan 21 mit seinen umstrittenen Methoden wie beispielsweise dem «selbstorganisierten Lernen», welches viele Kinder heillos überfordert. Die Eltern sollten sich öffentlich wehren und nicht nur im stillen Kämmerlein zähneknirschend ihre unentgeltliche Lehrtätigkeit ausüben.


Hans-Peter Köhli, Zürich

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  Einspruch! 2 ist da! – LP21-Betroffene packen aus
Geschrieben von: Schulpfleger - 01-08-2019, 09:14 AM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Einspruch!2 – Auswirkungen der Schulreformen – eine kritische Bestandsaufnahme aus Sicht der Betroffenen.

1. Auflage, Dezember 2018, Fr. 7.-- : Bestellungen bei Alain Pichard: arkadi@bluemail.ch

Der neue Einspruch befasst sich in fünf Kapiteln mit folgenden Themen:
1. Betroffene zwischen Ohnmacht und Widerstand, 2.Elemente der neuen „reformierten“ Schule, 3. Gesteuerte Schule, gegängelte Lehrer, 4. Der Drift des schweizerischen Bildungssystems – Lehren aus der angelsächsischen Welt, 5. Das Dilemma der Linken.

Eltern, die sich erfolgreich gegen eine fundamentalistische Auslegung des Lehrplans 21 gewehrt haben, weisen auf die wichtigsten Bedingungen eines erfolgreichen Widerstandes hin. Es benötigt Beharrlichkeit, Mut und viel Professionalität, um gegen die geballte Allianz von Schulleitung und Behörden zu bestehen:

1. Den Dialog unter den Eltern sicherstellen.
2. Genauigkeit in der Argumentation, präzise Dokumentation der kritisierten Punkte, Beizug von Fachpersonen
3. Wahrnehmen der politischen Rechte, konsequentes politisches Handeln,  auch bereit sein, politische Verantwortung zu übernehmen.
4. So schnell wie möglich, effiziente, schlanke organisatorische Strukturen schaffen, die ein politisches Handeln erlauben.
5. Solidarisches Auftreten und sich eine dicke Haut gegenüber Anfeindungen zulegen.
6. Gezielte Information der Öffentlichkeit, die Medien einbeziehen, Kontakte zu Journalisten pflegen.
7. Langen Atem haben, politische Veränderungen dauern oft länger.

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  Wacht auf, Schlafmützen!
Geschrieben von: Schulpfleger - 12-04-2018, 09:40 AM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

LESERBRIEF
Aargauer Zeitung vom 4. Dezember 2018

Wacht auf, Schlafmützen!


(Zur möglichen Abschaffung der Schulpflegen im Aargau)
Erneut nimmt der Regierungsrat Anlauf, die Schulpflegen im Kanton abzuschaffen. Die Vernehmlassung geht bald zu Ende, und alles deutet darauf hin, dass die Schulpflegen abgeschafft werden. Ich frage mich ernsthaft, weshalb die noch im Amt stehenden Behörden sich nicht gegen die Auflösung dieser wichtigen und wertvollen Institution wehren. Aus meiner langjährigen Erfahrung als Schulpfleger und Gemeinderat bin ich der Überzeugung, die Schulpflegen dürfen nicht abgeschafft werden. Vielmehr gilt es, die Aufgaben der Schulleitungen zu überprüfen, welche nicht aufgewertet werden dürfen.

Das Bindeglied Schulpflege zwischen Lehrer und Eltern muss unter allen Umständen erhalten bleiben, wenn nötig mit andern und ergänzenden Aufgaben. Mitglieder der Schulpflegen, zieht eure Schlafmützen ab und kämpft für die Erhaltung der notwendigen Schulpflegen.

Ruedi Gautschi-Zeier, Gränichen

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  Das Bildungsglaubensbekenntnis
Geschrieben von: Schulpfleger - 11-15-2018, 07:24 AM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Aus: "Bildung als Provokation", von Konrad Paul Liessmann

Das Bildungsglaubensbekenntnis der LP21-Befürworter:

"Ich glaube daran, dass jedes Kind gleich, aber einzigartig ist, voll von Begabungen und Talenten, die entdeckt und gefördert werden können; ich glaube daran, dass jedes Kind kreativ und innovativ ist und nur durch ein schlechtes Schulsystem daran gehindert wird, selbst alles zu entdecken, was es zu entdecken gibt; ich glaube, dass jedes Kind am besten selbst weiss, was und wie es lernen will; ich glaube an die Segnungen der Digitalisierung, die es jedem erlaubt, jederzeit alles zu lernen und alles zu wissen; ich glaube deshalb, dass die Belastung des jugendlichen Gedächtnisses mit Wissen unnötig, ästhetische Kanons ein Übel, Inhalte verwerflich und Frontalunterricht des Teufels ist; ich glaube an den Lehrer als Coach, als Begleiter, als Berater, der sozial kompetent im Hintergrund autonomer Lernprozesse lauert und dem nur eines verboten ist: zu lehren. Ich glaube an Teams, an Projekte, an Kommunikation. Ich glaube an die Heilige Dreifaltigkeit von Kompetenzorientierung, Individualisierung und Standardisierung. Ich glaube an die inklusive Schule und an die inklusive Gesellschaft; ich glaube an die Matura, das Abitur für alle".

Die "alleinige Wahrheit":

Wer glaubt, die "einzig richtige Wahrheit"/Methode usw. zu besitzen, fühlt  sich oft von abweichenden Meinungen (Fakten, wissenschaftliche Studien, praktische Erfahrungen, Kritik, Minderheitsmeinungen usw.) bedroht und meint, die Vertreter dieser Meinungen persönlich bekämpfen zu müssen. Die "einzig richtige Wahrheit" kann nur von oben nach unten als Doktrin/Dogma doktrinär durchgesetzt werden. Damit werden  Meinungsvielfalt und Meinungsfreiheit erdrückt.


Zitate von Heinrich Pestalozzi, Schweizer Pädagoge (1746 - 1827):

"Je höher die Rechthaberei in einem Menschen steigt, desto seltener hat er recht, das heißt desto seltener stimmen seine Aussagen und Behauptungen mit der Wahrheit überein".

"Es ist das Los des Menschen, daß die Wahrheit keiner hat. Sie haben sie alle, aber verteilt, und wer nur bei einem lernt, der vernimmt nie, was die andern wissen".

"Es kann nicht zwei gute Unterrichtsmethoden geben. Es ist nur eine gut, und das ist diejenige, die vollkommen auf den ewigen Gesetzen der Natur beruht".

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