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  Das Bildungsglaubensbekenntnis
Geschrieben von: Schulpfleger - Gestern, 07:24 AM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Aus: "Bildung als Provokation", von Konrad Paul Liessmann

Das Bildungsglaubensbekenntnis der LP21-Befürworter:

"Ich glaube daran, dass jedes Kind gleich, aber einzigartig ist, voll von Begabungen und Talenten, die entdeckt und gefördert werden können; ich glaube daran, dass jedes Kind kreativ und innovativ ist und nur durch ein schlechtes Schulsystem daran gehindert wird, selbst alles zu entdecken, was es zu entdecken gibt; ich glaube, dass jedes Kind am besten selbst weiss, was und wie es lernen will; ich glaube an die Segnungen der Digitalisierung, die es jedem erlaubt, jederzeit alles zu lernen und alles zu wissen; ich glaube deshalb, dass die Belastung des jugendlichen Gedächtnisses mit Wissen unnötig, ästhetische Kanons ein Übel, Inhalte verwerflich und Frontalunterricht des Teufels ist; ich glaube an den Lehrer als Coach, als Begleiter, als Berater, der sozial kompetent im Hintergrund autonomer Lernprozesse lauert und dem nur eines verboten ist: zu lehren. Ich glaube an Teams, an Projekte, an Kommunikation. Ich glaube an die Heilige Dreifaltigkeit von Kompetenzorientierung, Individualisierung und Standardisierung. Ich glaube an die inklusive Schule und an die inklusive Gesellschaft; ich glaube an die Matura, das Abitur für alle".

Die "alleinige Wahrheit":

Wer glaubt, die "einzig richtige Wahrheit"/Methode usw. zu besitzen, fühlt  sich oft von abweichenden Meinungen (Fakten, wissenschaftliche Studien, praktische Erfahrungen, Kritik, Minderheitsmeinungen usw.) bedroht und meint, die Vertreter dieser Meinungen persönlich bekämpfen zu müssen. Die "einzig richtige Wahrheit" kann nur von oben nach unten als Doktrin/Dogma doktrinär durchgesetzt werden. Damit werden  Meinungsvielfalt und Meinungsfreiheit erdrückt.


Zitate von Heinrich Pestalozzi, Schweizer Pädagoge (1746 - 1827):

"Je höher die Rechthaberei in einem Menschen steigt, desto seltener hat er recht, das heißt desto seltener stimmen seine Aussagen und Behauptungen mit der Wahrheit überein".

"Es ist das Los des Menschen, daß die Wahrheit keiner hat. Sie haben sie alle, aber verteilt, und wer nur bei einem lernt, der vernimmt nie, was die andern wissen".

"Es kann nicht zwei gute Unterrichtsmethoden geben. Es ist nur eine gut, und das ist diejenige, die vollkommen auf den ewigen Gesetzen der Natur beruht".

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  D-EDK stiehlt sich aus der Verantwortung
Geschrieben von: Schulpfleger - 11-12-2018, 04:02 PM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

NZZ 12.11.2018, Zuschriften

In der NZZ vom 30. 10. 18 wird in einer kurzen Notiz die Auflösung der D-EDK (Deutschschweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren) angekündigt: Der Lehrplan 21 (LP21) sei nach den Volksabstimmungen jetzt in 21 Kantonen in der Umsetzung und die Aufgabe der EDK damit erfüllt. Schwerwiegende Folgen dürfen aber nicht übersehen werden: Die Umsetzung des LP21 erfolgt unter viel Druck und Kontrolle. Wer nicht spurt, wird gemobbt, vor die Erziehungsdirektion zitiert oder auf Teilpensum gesetzt (entsprechende Fälle sind mir persönlich bekannt). Das führt u. a. dazu, dass inskünftig immer öfter die falschen Leute den Lehrberuf ergreifen: Anpasser, «Jobber», die gerne ausführen, was andere für sie vorbereitet haben oder was ihnen die Computerprogramme an Denkarbeit abnehmen. Hochqualifizierte und originelle Bewerber wird man vergeblich suchen. So werden den Lernenden kompetente Bezugspersonen fehlen.

Das alternative, vielgelobte selbstorganisierte Lernen (SOL) ist ein Flop: ineffizient bezüglich Korrektheit und Vollständigkeit der Lernresultate und eine unglaubliche Verschwendung der kostbaren Lernzeit. Im Weiteren wird durch den LP21 indirekt die «digitale Transformation» des Bildungswesens gerechtfertigt, obwohl bekannt ist, dass sie für den Lernerfolg wenig bis nichts, für die Budgetbelastung der Gemeinden aber in schöner Regelmässigkeit erschreckend viel bringt. Schliesslich schafft der LP21 eine pädagogische Monokultur, die jegliche pädagogische Vielfalt bei den Unterrichtenden zum Aussterben bringt.

Mit ihrer Auflösung stiehlt sich die D-EDK aus der Verantwortung für diese und weitere Folgen, wohl in der Annahme, dass die in den Kantonen aufgegleisten Kontrollmechanismen schon dazu beitragen werden, die Lehrerinnen und Lehrer in den festen Würgegriff des LP21 zu nehmen. Après nous le déluge! Vielleicht stehen gelegentlich engagierte Eltern auf, wenn die Lehrer schon nicht dürfen!

Gerhard Steiner, Basel em. Prof. für Psychologie (Entwicklung und Lernen)

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  Lehrplan 21 – erste Kantone buchstabieren zurück
Geschrieben von: Schulpfleger - 10-31-2018, 08:58 PM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Mit der Ein­führung des Lehr­plans 21 wurde eben erst be­gon­nen und schon zeigt sich, dass ge­wisse Re­for­m­ele­mente wegen ihrer ideo­lo­gi­schen Fun­die­rung den Praxis­test nicht be­ste­hen wer­den. Die ers­ten Kan­tone haben be­reits be­gon­nen, Kor­rek­tu­ren vor­zu­neh­men:

Der Kan­ton Nid­wal­den ver­zich­tet auf das „Schrei­ben nach Gehör“ und kehrt zur Rechtschrei­bung zurück.

Der Kan­ton Ba­sel-­Land­schaft führt die Lehr­mit­tel­frei­heit wie­der ein, nach dem die pra­xis­un­taug­li­chen LP21-­kom­pa­ti­blen Lehr­mit­tel zu einem teu­ren
Eklat ge­führt ha­ben.

Die „bestechende Idee“ des Zürcher Lehrerverbandsspitze mit den "Schulinseln" für Verhaltensauffällige dürfte die Rückkehr zur bewährten Kleinklasse einläuten, auch wenn das erst unter vorgehaltener Hand gesagt werden darf.

Es kann ja nicht sein, dass kein Geld für Schul­rei­sen mehr da sein soll, weil man ü­ber­all "Lern­land­schaf­ten" und "Schulinseln" für den Lehr­plan 21 er­rich­ten muss.

Die nicht demokratische legitimierte D-EDK, die nur gegründet wurde, um den Lehrplan 21 mittels einer juristisch fragwürdigen "Verwaltungsvereinbarung" an Parlamenten und Volk vorbei einführen zu können, wird aufgelöst und verlässt nun das sinkende LP21-Schiff und lässt die Schulbürokraten weiter wursteln!

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  Recht auf Methodenfreiheit kann nicht mehr wahrgenommen werden
Geschrieben von: Schulpfleger - 10-29-2018, 05:36 PM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Erziehungsdirektoren und kürzlich auch die Leiterin des Volksschulamtes behaupten in den Medien, „dass die Methodenfreiheit für die Lehrerinnen und Lehrer gewahrt bleibe“. So auch Christian Amsler, der damalige Präsident der Deutschschweizer-Erziehungsdirektoren-Konferenz (D-EDK): „Die Unterrichts- und Methodenfreiheit ist in der Schweiz absolut gewährleistet. Die Lehrpersonen werden weder drangsaliert noch in ein Korsett gezwängt".

Ein Blick zum Beispiel in das Zürcher Volkschulgesetz zeigt jedoch, dass das nicht einmal die halbe Wahrheit ist.
In Artikel 23 heisst es: „Die Lehrperson hat das Recht, im Rahmen des Lehrplans, der obligatorischen Lehrmittel, des Schulprogramms und der Beschlüsse der Schulkonferenz den Unterricht frei zu gestalten“. Mit anderen Worten: die Methodenfreiheit ist heute durch den Lehrplan 21, die vorgeschriebenen Lehrmittel, das Schulprogramm und die Beschlüsse der Schulkonferenz massiv eingeschränkt bzw. de facto abgeschafft.

Der Lehrplan 21 fordert die „Kompetenzorientierung“ nach OECD-Vorgabe, was auf der Unterrichtsebene das „selbstgesteuerte Lernen“ bedeutet. Das „selbstgesteuerte Lernen“ drängt den zum Lernbegleiter degradierten Lehrer förmlich aus dem Lernprozess der Kinder hinaus: er kann weder Klassenunterricht machen, noch eine andere Methode wählen. Das monierte der Schweizerische Lehrerverband LCH in seiner Antwort zur Konsultation 21 der D-EDK bereits im Jahre 2013: „Die „Methodenfreiheit“ der Lehrpersonen wird stark relativiert. Denn die Kompetenz - und Handlungsorientierung sowie die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse (u.a. J. Hattie) erfordern bestimmte Anforderungen an die Unterrichtsgestaltung und eine anspruchsvollere Beurteilung (vgl. Kap. Unterricht).“

Bei den Lehrmitteln sind die Lehrer in der schulischen Realität mit rigiden Vorschriften betreffend der Wahl der Lehrmittel konfrontiert. Es gibt nämlich gar keine Wahl – die Lehrmittel sind in vielen Fächern vorgeschrieben. Anhand der Lehrmittel wird konkret fassbar, was der Lehrplan allgemein und verklausuliert vorgibt. Obligatorische Lehrmittel organisieren die Dosierung und die Abfolge des Stoffes und schränken damit die Methodenfreiheit massiv ein. Lehrmittel kontrollieren den Unterricht viel effizienter, als dies ein Lehrplan kann. Beim „selbstgesteuerten Lernen“ ist der Lehrer ausgeschaltet und das Lehrmittel kann unkontrolliert in autoritärer Weise diktieren, was der Schüler zu lernen hat.

Das Schulprogramm ist ein Steuerungsvehikel zur top down-Durchsetzung von Reformexperimenten (im Reformjargon: „Schulentwicklung“), das versucht, die Lehrer so in den Prozess einzulullen, dass sie glauben, sie würden ihn beeinflussen können, was allerdings nicht immer gelingt: „So sehr sich mit dem Schulprogramm Hoffnung auf eine Schulentwicklung von unten verbinden, zeigen sich jedoch noch erhebliche Widerstände bei der Einführung dieser neuen Praxis von Schulentwicklung“ (Holtappels, 2004, S. 28). Eine Suche im Internet zeigt, dass in den Schulprogrammen der Deutschschweizer Schulen – im Gegensatz zu Schulen in Deutschland – der klassische Unterricht (Klassenunterricht, direkter Unterricht, Frontalunterricht) nicht mehr vorkommt. Will ein Lehrer seine Methodenfreiheit wahrnehmen und Klassenunterricht machen, kommt er mit dem Schulprogramm in Konflikt, weil der dort nicht vorgesehen ist.

Die Beschlüsse der Schulkonferenz sind ein Zwangskorsett, nach denen sich der Lehrer zu richten hat und das ihm jegliche individuelle Methodenfreiheit nimmt.

Die Fachstelle für Schulbeurteilung ist ein weiterer Verhinderer der Methodenfreiheit. Dessen Leiter antwortete auf die untenstehende Frage, wie folgt:
Frage: Gewisse Lehrpersonen kritisieren, dass individualisierender Unterricht verlangt wird. Ist das kein Eingriff in die Methodenfreiheit der Lehrer?
Antwort: Nein. Es steht im Lehrplan, dass die Kinder individuell zu fördern sind. Es geht hier um einen ideologischen Grabenkampf. Wenn wir nur autoritäre Klassenführung und nur Frontalunterricht sehen, gibt das eine Rückmeldung.

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  Von Schweden lernen: Abbau der Bildung stoppen!
Geschrieben von: Schulpfleger - 10-28-2018, 04:52 PM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Die Professorin und Sprachwissenschafterin Inger Enkvist aus Schweden hielt kürzlich in der Schweiz eine Reihe von Vorträgen vor Lehrern, Eltern, Grosseltern und sonstigen Interessierten. Die spannenden Vorträge zeigten die Auswirkungen von 50 Jahren Bildungsreformen in Schweden auf Schule, Familie, Wirtschaft und Gesellschaft auf. Seit Jahren fordert sie in Schweden eine bessere Qualität des Schulunterrichts. In ihrem Buch über die schwedischen Schulreformen übt sie deutliche Kritik. Inger Enkvist geht der Frage nach, wie verschiedene Länder ihr Bildungssystem gestalten und was Schweden von ihnen lernen kann.

Die Politik in Schweden hatte Unsummen von Geld investiert, die aber nicht den gewünschten Effekt zur Folge hatten. Schwedens Schüler schnitten nämlich im internationalen Vergleich immer schlechter ab – und zwar auch in den eigentlichen Kernkompetenzen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften. Der Grund: Die Reformen beraubten Schulen und Lehrkräfte ihrer Freiheit und schnallten ihnen ein zu enges pädagogisches Korsett um. Stattdessen schaffte Schweden Schritt für Schritt Sonderklassen ab und integrierte Schüler mit allen möglichen Problemen in Regelklassen, ohne die Folgen zu bedenken. Diese traten schliesslich in den letzten Jahren zutage. Sowohl etablierte Industrie-, als auch Dienstleistungsunternehmen wanderten ins Ausland ab, weil sie keine geeigneten Arbeitnehmer mehr fanden.

Anhand eindrücklicher internationaler Studien wies sie auf die Bedeutung der Muttersprache als Grundlage allen Lernens und unserer kulturellen Entwicklung hin. Ebenso wichtig erwies sich die Persönlichkeit der Lehrer und wie sie mit ihren Schülern Beziehung aufnehmen. Studien zeigen auch, dass Kleinkinder, die von ihren Eltern und Beziehungspersonen sprachlich gefördert werden, in dem sie viel mit ihnen sprechen und ihnen Geschichten vorlesen, im Alter von drei Jahren drei Mal so viele Wörter kennen wie Kinder, mit denen man wenig spricht. Die Studie zeigte auch, dass dieser Rückstand bis zum Alter von 10 Jahren nicht mehr aufgeholt werden konnte und der Unterschied sogar noch grösser wurde. Um den Inhalt eines Textes richtig verstehen zu können, muss man über 90 Prozent der Wörter inklusive Schlüsselwörter dieses Textes und deren Bedeutung kennen. Leseverständnis gilt deshalb als ein Merkmal für Intelligenz.

Das gilt nach Ingers Aussage auch für die Frühfremdsprachen: Zuerst muss das Kind die Muttersprache gründlich lernen, erst nachher kann es mit den Fremdsprachen darauf aufbauen. Das ist besonders für die Integration von fremdsprachigen Kinder eine wichtige Voraussetzung.

Weil der Stand der Kinder aus verschiedenen Familienverhältnissen und erst recht von fremdsprachigen Kindern im Zeitpunkt des Schuleintritts sehr unterschiedlich ist, hat die Volksschule erst recht die Pflicht, einen intensiven und durch die Lehrerin geführten muttersprachlichen Unterricht für alle anzubieten, so dass der einzelne Schüler bis zum Ende der Schulzeit die Unterschiede kompensieren oder zumindest verringern kann. Dazu gehört das regelmässige Schreiben von Diktaten und Aufsätzen und der stetige Versuch, den Schülern das Lesen in der Freizeit näher zu bringen. Diese grundlegende Aufgabe der Volksschule wird heute grob vernachlässigt: Wer nicht zu Hause gefördert wird, lernt über die ganze Schulzeit hinweg Lesen und Schreiben der Muttersprache nur sehr mangelhaft.

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  Wer die Schule regiert
Geschrieben von: Schulpfleger - 09-06-2018, 06:17 PM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

von Barbara Müller Gächter, 4.9.2018
Im Wochenende der NZZ vom 31.8.2018 thematisiert Martin Beglinger „den bildungsindustriellen Komplex“.

Ab Spalte 4 Seite 52 schildert er die Rolle der Schweiz. Er hält fest, dass „vor allem die OECD seit rund 30 Jahren sehr wohl einen starken Einfluss auf die Schweizer Bildungspolitik“ hatte und erwähnt die Forschungsarbeit von Regula Bürgi.

Der Physiker und Statistiker Andreas Schleicher habe sich in den 1990er Jahren regelmässig in Bern persönlich beim Bundesamt für Statistik informiert, um genauere Zahlen, den Schweizer Bildungsbetrieb betreffend, zu erhalten. Jedoch fehlte ein Ansprechspartner auf Regierungsebene. „Dieses Vakuum füllte die  Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK), die sich fortan als Scharnier zur OECD etablierte und damit auch ihre Stellung im Inland gegenüber dem Bund massiv stärkte“.  Unabhängig von ihren Mitgliedstaaten erfanden die OECD-Verantwortlichen in Eigenregie in den 1990er Jahren die PISA-Tests und machten sich dadurch unentbehrlich.

Der Erziehungswissenschafter Jürgen Oelkers, emeritierter Professor in Zürich, gab den Anstoss zu einem zentralen Wechsel in der Schweizer Bildungspolitik, nämlich den Wechsel von den Lehrerseminaren zu den pädagogischen Hochschulen.
Vorangetrieben wurden die Reformen vom damaligen Zürcher Erziehungsrat Ernst Buschor, zu dieser Zeit Professor für Betrieswirtschaftslehre an der Hochschule St. Gallen „und glühender Verfechter des New Public Management (NPM). Buschor verlangte mehr Effizienz und pochte auf harte Zahlen“.

Wird nun Bildungsökonom Stefan Wolter, der den „Bildungsbericht Schweiz 2018“, „ein Wälzer mit vielen Grafiken und Statistiken“ gefragt, welche Reformen in der Volksschule in den letzten 20 Jahren funktioniert hätten, heisst es: „Wir wissen es nicht“.

Bemerkungen:
Was in all diesen schriftlichen Bemühungen auffällt, ist, dass ausschliesslich „Schule“ diskutiert wird. So verwendet hat dieses Wort keinen Inhalt und wird zum Phantom. Geht man historisch zurück in die Jahre 1799 und folgende, so war das Anliegen Philipp Stapfers , dass alle Kinder Lesen, Schreiben und Rechnen lernen sollten. Es geht also um Unterricht im Gegensatz zu Erziehung. Bei einigen Kindern geht dieses Lernen „wie von selbst“, wie man in den Lehrerkommentaren zu den Erstleselehrwerken des 20. Jhs nachlesen kann. Bei anderen Kindern braucht es das Wissen, wie Buchstaben als optische Zeichen sich zu den gesprochenen Lauten verhalten. Obendrein ist zusätzlich das Wissen und die Erfahrung, wie Kleinkinder sprechen lernen, unumgänglich. Dieses Wissen ist bis heute in der Pädagogik nur marginal zu finden und sämtliche Lehrmittel, inklusive die digitalen, weisen trotz aller Bemühungen diesbezüglich immer wieder mehr oder weniger gravierende Fehler auf.

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  Volksschuldampfer steuert auf einen Eisberg zu
Geschrieben von: Schulpfleger - 05-28-2018, 07:54 AM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

LESERBRIEF
(«Schüler sind nicht dumm», Tages-Anzeiger 26.5.2018 von Allan Guggenbühl)

Guggenbühl beschreibt, empirisch fundiert, die Spitze des Reformeisberges, auf den unser Volksschuldampfer unaufhaltsam und blindlings hinsteuert. Kapitäne und Steuerfrauen, die vor dem Unheil warnen, werden vorsorglich durch Leuchtturmwärter ersetzt. Der verhängnisvolle Kurs wurde von der D-EDK und ihren sechs Kompetenz-, Gender- und Reformexperten in den „Grundlagen für den Lehrplan 21“ von 2006 bis 2010 mit dem OECD-Kompetenzdiktat nach Weinert festgeschrieben. Wie Guggenbühl feststellt, schlafen die Passagiere im Vertrauen auf die Steuermannschaft immer noch. Es bleibt nicht mehr viel Zeit für die Betroffenen, um aufzuwachen und das Steuer wieder an sich zu reissen.

KOMMENTAR
Das ganzseitiges Interview mit dem bekannten Psychologen Allan Guggenbühl ist eine beeindruckende Abrechnung mit dem verfehlten LP 21 und dem durch diesen verursachten falschen Weg der heutigen, verbürokratisierten Schule!
Es muss nun niemand mehr behaupten, dass die meisten der vielen gescheiten Leute im Schulsektor landauf, landab nicht auch sehen, dass dieser Klamauk um die sogenannten Kompetenzen mit dem LP 21 die Schule überhaupt nicht weiter bringt, sondern ihr Niveau rasch und gründlich senkt und bei den Kindern einen Scherbenhaufen hinterlassen wird. Nur wagen es die wenigsten, sich öffentlich dagegenzuwenden. Sie haben schlicht Angst oder sehen eine Gefährdung ihrer Karriere, wenn sie ehrlich Stellung beziehen würden.
Allan Guggenbühl jedoch zeigt Rückgrat und hat Mut, gegen den Strom zu schwimmen und Klartext zu reden.
Diese Tagi-Seite sollte als Pflichtlektüre in allen Haushalten gelesen werden und in allen Lehrerzimmern an bester Stelle am Anschlagbrett aushangen.

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  Schulpfleger, Schulleiter und Lehrer aufgepasst!
Geschrieben von: Schulpfleger - 04-25-2018, 07:21 AM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

"Breites Methodenrepertoire, damit Schüler nicht chronisch um Lernchancen betrogen werden"

Schulpfleger, Schulleiter und Lehrer aufgepasst!

Der Klassenunterricht (abwertend als Frontalunterricht bezeichnet, um Reformen zum Durchbruch  zu verhelfen) kann mit dem „selbstgesteuerten Lernen“ des Lehrplans 21 nicht ersetzt werden. Er ist für die Einführung des Stoffs und zum Legen der Grundlagen unverzichtbar. Was jeder erfahrene Lehrer weiss, wird auch durch folgende Experten-Zitate abgestützt:

«Heute ist man kaum mehr der Ansicht, dass offener Unterricht und Wochenplanarbeit eine flächendeckend zu praktizierende Methode ist», sagt Anton Strittmatter, Leiter der Pädagogischen Arbeitsstelle des Dachverbands Schweizer Lehrer und Lehrerinnen (LCH), «es muss ein breites Methodenrepertoire gespielt werden, damit nicht chronisch eine Gruppe von Schülern um ihre Lernchancen betrogen wird.»

Pädagogik-Experte Bütikofer ergänzt: «Um einen Stoff einzuführen und einen Boden zu legen, eignet sich Frontal-Unterricht oft sehr gut.» Vertiefen und üben wiederum können die Kinder jedoch mithilfe eines Wochenplans.

Quelle: Wir Eltern: Lehrplan 21-Tränen nach Plan https://www.wireltern.ch/artikel/traenen-nach-plan

Anton Strittmatter war Mitglied des sechsköpfigen Projektteams aus Gender-, Kompetenz- und Reformexperten, das von 2006 bis 2010 unter Geheimhaltung die „Grundlagen für den Lehrplan 21“ auf die OECD-Kompetenzorientierung mit dem „selbstgesteuerten Lernen“ auf der „Unterrichts“ebene ausgerichtet hat. Der sogenannte Wochenplan entspricht weitgehend dem „selbstgesteuerten Lernen“ im Lehrplan 21.


Gesundheit in Gefahr - Lehrer klagen über zu viel Lärm im Klassenzimmer
https://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/gesundheit-in-gefahr-lehrer-klagen-ueber-zu-viel-laerm-in-klassenzimmern-132461964

Bei einem gut geführten Klassenunterricht in einer möglichst homogenen Klasse gibt es keinen Lärm. Leider wurde mit den vielen Reformen inklusive Lehrerausbildung alles gemacht, um diese bewährte Klassenführung zu sabotieren: Diffamierung des Klassenunterrichts als Frontalunterricht, Totalintegration, altersgemischte Klassen, selbstgesteuertes Lernen, Lernlandschaften, künstliche Heterogenität, Abschaffung der Kleinklassen, Teamteaching, Reduzierung der Milizschulbehörde, Schulleiter, Mitarbeiterbeurteilung zur Methodensteuerung, Tagesschule usw. Deshalb darf es nicht verwundern, dass der Lärmpegel gestiegen ist und die Lernatmosphäre beeinträchtigt wird. Anstatt die Reformmängel zu beheben, behilft man sich mit Gehörschützen und Lehrerklagen über zu viel Lärm.

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  Lehrplan 21 und Schuldesaster in Amerika
Geschrieben von: Schulpfleger - 04-15-2018, 09:45 AM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Während uns Hiobsbotschaften vom US-Schuldesaster und landesweiten Lehrerstreiks erreichen (NZZ vom 15.4.2018 https://www.nzz.ch/international/rebellische-toene-aus-dem-kernland-ld.1377394), wird bei uns der Lehrplan 21 nach amerikanischem Vorbild bedenkenlos weiter eingeführt.

Seit Jahren löst im Bildungswesen eine Reform die andere ab. Während die Öffentlichkeit mit angeblichem „Reformbedarf“, mit dem man auf „gesellschaftliche Veränderungen“ reagieren will, beschwichtigt wird, finden im Hintergrund tiefgreifende Umwälzungen statt.

Alles begann im Jahr 1961: Damals fand in Washington eine Konferenz der neu gegründeten „Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“ (OECD) statt, bestehend aus zwanzig vorwiegend westeuropäischen Ländern. Die erste politische Konferenz der OECD galt dem Thema Bildung. Der Gründungspräsident war ein US-Ökonom und hoher Funktionär der US-Regierung. Das Haupttraktandum dieser Konferenz war ein Totalumbau der nationalen Bildungssysteme.

Die Mitgliedstaaten der OECD wurden aufgefordert, ihre Bildungssysteme nach amerikanischem Vorbild umzubauen. Die europäischen Bildungssysteme waren damals in einem ausgezeichneten Zustand, während das amerikanische Bildungswesen derart am Boden lag, dass die Hälfte der US-Bevölkerung kaum lesen und schreiben konnte. Erstaunlicher Weise gelang es dem Gründungspräsidenten trotz anfänglichem Widerstand der Europäer seine Forderung durchzusetzen.

Das war der Anfang der „Schulreformen“ in Europa. Sie begannen mit der Einführung der nicht mehr gegliederten „Gesamtschulen“ (Einheitsschule) nach amerikanischem Vorbild. Später wurde von der OECD das amerikanische „Kompetenz-Konzept“ übernommen, das 1999 im Auftrag der OECD vom deutschen Psychologen Franz E. Weinert für Europa angepasst wurde. In der EU und in Deutschland wurde die „OECD-Kompetenzorientierung“ ab 2005 („Gesamtschulen“ mit „individualisiertem, selbstgesteuertem Lernen“) eingeführt. In der Schweiz, wo in einzelnen Schulgemeinden seit 1990 mit umstrittenen amerikanischen Reformelementen experimentiert wird, sollen diese nun mit dem „Lehrplan 21“ und seiner „OECD-Kompetenzorientierung“ flächendeckend zementiert werden.

Mit dem neu im Eikos Verlag in Baden (Schweiz) http://www.eikos.ch/index.php/kinder-im-netz-globaler-konzerne.html erschienen Buch „Kinder im Netz globaler Konzerne. Der Lehrplan 21 als Manipulationsinstrument" von Judith Barben ist erstmals ein Aufklärungsbuch erschienen, das die Grundlage für eine verantwortungsvolle und ehrliche Diskussion über die Aufgabe unserer Volksschule bilden soll. Das Buch zeigt auch auf, warum alle Länder nach Umstellung auf die OECD-Kompetenzorientierung im Pisa-Ranking abstürzen. Das spannend zu lesende Buch ist nicht nur für Insider ein Leitfaden zum Verständnis der „reformierten“ Schule, sie bietet besonders auch interessierten Eltern, Grosseltern, Lehrern und Arbeitgebern eine Orientierung, wie diese Entwicklungen einzuordnen sind und wie ihnen begegnet werden kann.

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  "Lehrplan vors Volk" - Medien verbreiten Fake-News
Geschrieben von: Schulpfleger - 02-25-2018, 04:27 PM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Es sind immer die gleichen Behauptungen oder Falschmeldungen (Fake-News), die von den Medien kolportiert werden:

Fake-News:
„Ein Ja hätte jedoch zur Folge, dass künftig Politiker die Schulinhalte bestimmen und nicht die, die sich im Bildungswesen auskennen und tagtäglich im Klassenzimmer stehen“. „Das neunköpfige Gremium ist entgegen der Behauptung der Initianten nicht mit Theoretikern bestückt“. „Wenn nun künftig der Kantonsrat mitbestimmen würde, droht das ausgewogene Konstrukt Lehrplan von pädagogischen Laien in seine Einzelteile zerlegt zu werden.“

Zweifach falsch, richtig ist:
1. Das Parlament würde die vom Bildungsrat erarbeiteten Lehrpläne genehmigen oder zurück weisen. 2. Von 9 Mitgliedern des Zürcher Bildungsrates sind nur 2 Volksschullehrer. Diese Minderheit wird kaum die Schulinhalte bestimmen können. Schon gar nicht, wenn der Lehrplan von der OECD-Agenda bestimmt wird.

Fake-News: „Unbestritten ist, dass die aktuelle Version aus dem Jahr 1991 den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht wird.“ „Die Schule wird mit dem neuen Lehrplan nicht auf den Kopf gestellt. Vieles bleibt gleich.“

Richtig ist: Der Lehrplan 21 ist „ein Paradigmawechsel, Reformbaustein und Teil eines Programms zur grundlegenden Umgestaltung der Steuerung im Bildungswesen“. "Dieser Paradigmenwechsel wird die Schule, den Unterricht und den Lehrberuf massiv verändern."  (Konsultationsantwort Dachverband der Schweizer Lehrer LCH, 2013). Er wendet sich völlig vom bewährten Schweizer Bildungssystem ab und übernimmt die fremdgesteuerte „Kompetenzorientierung“ der OECD (Weinert OECD 1999). Diejenigen Staaten, die die OECD-Kompetenzorientierung bereits übernommen haben, stürzen seither im Pisa-Ranking ab.

Fake-News: „Darin wird der Mint-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) gestärkt und mit dem neuen Fach Medien und IT dem technologischen Wandel Rechnung getragen“.

Richtig ist: Die „Kompetenzorientierung" auf der „Unterrichts“ebene ist das „selbstgesteuerte Lernen“. Weil die Schüler damit das „Rad selber neu erfinden müssen“, findet ein dramatischer Wissens- und Bildungsabbau in allen Fächern statt. „Sammelfächer“, „Zyklen“ statt Jahrgangsziele und „selbstgesteuertes Lernen“ führen dazu, dass weder Lernbegleiter noch Eltern wissen, wo die Kinder gerade stehen und wie ihr Leistungsstand in den einzelnen Fächer ist. Mit dem wirkungsschwachen Frühsprachenunterricht verheizen wir potenzielle Mint-Leute schon in der Primarschule. All den Kindern, die in diesen Fächern begabt sind, wird mit der starken Gewichtung auf die sprachlichen Fächer der Karriereweg in die Mint-Berufe erschwert.

Fake-News: „Der Lehrplan entstand im Auftrag des Volkes mit dem Bildungsartikel von 2006 zur Harmonisierung in der Bundesverfassung“. BD Steiner: „Die Volksschule ist schon demokratisiert. Der Lehrplan wird nach demokratischen Grundsätzen erarbeitet“.

Richtig ist: Der Bildungsartikel legt nur die Harmonisierung der Ziele und nicht der Inhalte und Lehrpläne fest, weil letztere zur Kantonalen Bildungshoheit gehören. Der Lehrplan 21 entstand nicht durch Harmonisierung mit Anpassung der kantonalen Lehrpläne, sondern es wurde das völlig fremdartige Konzept der „Kompetenzorientierung“ von der OECD übernommen. Die D-EDK hat mit einer „Verwaltungsvereinbarung“ als gesetzliche Grundlage für den Lehrplan 21, verhindert dass die kantonalen Parlamente und das Volk direkt über den Lehrplan 21 abstimmen können. Das demokratisch nicht legitimierte Laiengremium der Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz D-EDK wurde gemäss ihrem Präsidenten Schleiss dazu geschaffen, um den Lehrplan 21 top-down, an Volk und Kantonsparlamenten vorbei, einführen zu können.

Hans Zbinden SP, Vater des Bildungsartikels: „Er stelle fest, dass der Lehrplan 21 die Grundidee der Bildungsverfassung nicht erfasst habe. Dieser müsste den Kantonen lediglich einen Rahmen liefern, das heisst zugeschnittene Lösungen ermöglichen. Die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) habe aber leider den Top-Down-Ansatz gewählt. (Solothurner Zeitung 6.11.2015)

Fake-News:
„Über zehn Jahre haben Bildungsexperten am neuen Lehrplan gefeilt“. „Bei der Erarbeitung des Lehrplans haben sie Lehrpersonen einbezogen und eine breite Vernehmlassung durchgeführt“.

Richtig ist: Ab 2006 hat ein 6köpfiges Projektteam mit Gender-, Kompetenz- und Schulreformexperten die „Grundlagen für den Lehrplan 21“ hinter verschlossenen Türen erstellt. Die erst 2010 zur Ausarbeitung des Lehrplans hinzugezogenen 45 Lehrer und 45 PH-Dozenten mussten aufgrund dieser Grundlagen den Lehrplan unter Geheimhaltung in anfänglich über 4000 Kompetenzschritte aufbauen. Es fand keine breite Vernehmlassung bei Lehrer und Bevölkerung statt, sondern nur eine Konsultation bei ausgewählten Wirtschafts-, Lehrer- und sonstigen Verbandsspitzen (die Kinderärzte waren zum Beispiel nicht dabei).

Fake-News: „Die Folge [einer Annahme der Volksinitiative] wären nicht nur hohe Kosten“. „Es entstünde auch eine grosse Verunsicherung in den Schulen und unter den Lehrpersonen“.

Richtig ist: Die hohen Kosten entstehen einerseits dadurch, dass Reformelemente des Lehrplan 21 schon seit Jahren heimlich in der Volksschule eingeführt wurden (Salamitaktik) sowie mit der durch die „Kompetenzorientierung“ notwendigen grösseren Schulräume („Lernlandschaften“, „altersgemischtes Lernen“ bei „Zyklen“ mit 4 Jahrgängen usw.) und durch das „selbstgesteuerte, individualisierte Lernen“ erforderliche Digitalisierung (Computer, Tablets) ab Kindergarten sowie die Herstellung Lehrplan 21-kompatibler Lehrmittel für das „selbstgesteuerte Lernen“.
Unruhe und Verunsicherung ist in den Schulen durch die seit Jahrzehnten andauernde Reformitis entstanden (gescheiterte Frühfremdsprachen, selbstgesteuerter „Wochenplan“, umstrittenes altersgemisches Lernen usw.)

Fake-News: Amsler, Präsident D-EDK: „Die Methodenfreiheit ist gewährleistet“.

Richtig ist: Mit dem „selbstgesteuerten Lernen“ und den LP21-kompatiblen Lehrmitteln wird der Lehrer aus dem Lernprozess gedrängt und zum „Lernbegleiter“ degradiert. Ausserdem verbietet die mit der Kompetenzorientierung verbundene Theorie des Konstruktivismus dem Lehrer zu unterrichten, zu motivieren, zu erziehen und zu erklären, weil dadurch die das Erlernte sonst nicht mehr „authentisch“ sei. De facto haben wir bereits heute schon keine Methodenfreiheit mehr. Immer wenn ein Schulhaus auf "altersgemischtes oder selbstgesteuertes Lernen" umgestellt hat, mussten Lehrer, die das nicht wollten, eine andere Stelle suchen, selbst wenn sie kurz vor der Pensionierung standen.

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