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  Weichenstellung für die Zukunft unserer Volksschule im 2018
Geschrieben von: Schulpfleger - 12-08-2017, 05:34 PM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

2018 ist wieder Wahljahr. Ein wichtiges Thema, dass den Bürgern und KMU’s auf den Nägeln brennt, ist das kränkelnde Bildungswesen mit den 20% funktionalen Analphabeten bei den Schulabgängern (Pisa 2015). Bereits am 4. März 2018 können wir im Kanton Zürich über mehr Mitbestimmung in der Volksschule abstimmen, um zu verhindern, dass unsere bewährte Volksschule mit den unsinnigen Reformen an die Wand gefahren wird. Seit der Einführung des Lehrplans 21 häufen sich Reklamationen über die negativen Seiten der heute viel verbreiteten «modernen Unterrichtsformen».

Lehrer bemängeln die vom Lehrplan 21 favorisierten Lernlandschaften mit dem „selbstgesteuerten Lernen“ bei denen die heutigen „Lernbegleiter“ ihren Schülern bloss noch Blätter und Dossiers zu Selbststudium aushändigen, weil damit die wichtige Lernbeziehung zu den Kindern verunmöglicht wird. Ein Nachhilfeschüler aus Buchs ZH, erlebte den Unterricht an der «Vorzeigeschule » Petermoos als derart chaotisch und unorganisiert, das die Lehrer oft schreien müssten. Eine «Laisser-faire-Haltung» sei normal; oft würden bei ungenügenden Arbeiten beide Augen zugedrückt. Dieselben Probleme gibt es in Niederhasli-Niederglatt, wo sich die Elternorganisation IG Schule NiNiHo seit längerer Zeit für einen Stopp der umstrittenen Reformen an der SOL-Schule stark macht und versucht Politiker und Bevölkerung wachzurütteln.

Massive Stoffrückstände, eklatante Wissenslücken und dergleichen sind an den „selbstgesteuerten“ SOL-Schulen an der Tagesordnung. Lehrmeister und Berufsschullehrer können diesen besorgniserregenden Trend bestätigen. Aus vielen Zürcher Gemeinden tönt es nicht anders. Ist das bewährte Bildungs-Porzellan einmal zerschlagen, sinkt die Bildungsqualität allerdings unwiderruflich auf billiges Plastik-Niveau! Pisa 2018 lässt grüssen!

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  Fremdgesteuerter Lehrplan 21
Geschrieben von: Schulpfleger - 12-03-2017, 08:52 AM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Nicht dem Beispiel Finnlands folgen!

Es ist erfreulich, dass die NZZ („Die Macht des Mittelmasses“, NZZ vom 30.11.2017) klar darauf hinweist (Zitat NZZ: „Den OECD - Experten verdanken wir zum Beispiel das Konzept der Kompetenzorientierung in der Volksschule im Rahmen des Lehrplans 21“), dass der Lehrplan 21 von der OECD fremdgesteuert ist, was die D-EDK bisher immer vehement abgestritten hat: So der ehemalige Präsident der D-EDK Christian Amsler auf Schloss
Marbach noch im Jahr 2017: „So legte man von Beginn weg Wert auf die Möglichkeit zur finalen Umsetzung in jedem einzelnen Kanton. Just zum selben Zeitpunkt, als die Kritik zum Lehrplan 21 und das Gespenst der Gleichmacherei und gar der OECD Steuerung über die Kantone herein-
brach“.

Warum hat man den Lehrplan 21 auf dem Konzept der Kompetenzorientierung mit dem "selbstgesteuerten Lernen" aufgebaut, die von Experten der OECD entwickelt wurde, die weder die Schweizer Berufslehre noch unser Schulsystem verstanden haben? Finnlands Absturz bei Pisa
seit 2009 ist auf die Einführung eines neuen Lehrplans mit der OECD-Kompetenzorientierung zurückzuführen. Wir haben nur noch wenig Zeit, um auf unser bewährtes Volksschul-System zurück zu kehren, damit wir nicht das Schicksal Finnlands mit über 20% Jugendarbeitslosigkeit erleiden müssen!

An der St. Galler Veranstaltung mit Matthias Burchardt Neue Schule: Paradigmawechsel oder Verschwörungstheorie? sprach der Chef des kantonalen Amts für Volksschulen abschätzig von "Verschwörungstheorien", als Burchardt auf das Diktat der OECD hinwies.

Nun kommt die NZZ und stellt fest, dass die Kompetenzorientierung des LP21 tatsächlich auf die OECD und deren politischer Agenda zurückzuführen ist. Diese kann sich auf ihre Helfershelfer in der Schweizer Bildungshierarchie verlassen, welche es darauf angelegt haben, den Bürgern Sand in die Augen zu streuen und die Volksschule ohne Beteiligung des Volkes gemäss den Vorgaben zu steuern und
zu verändern.

http://schuleschweiz.blogspot.ch/2017/12/fremdgesteuerter-lehrplan-21.html

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  Alternative "Fakten" statt Wissenschaft
Geschrieben von: Schulpfleger - 11-22-2017, 08:47 AM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Alternative "Fakten" bestimmen auch unser Schulumfeld. So gibt es keine wissenschaftlichen Daten, welche die folgenden herbei geredeten "Fortschritte" stützen würden:

1. Vorverlegung des Fremdsprachenunterrichts
2. Kompetenzorientierung
3. Inklusion / Total-Integration
4. Verwendung von digitalen Medien im Unterricht

Beispiel: Alternative Mathematik

Eine bitterböse Satire aus den USA zum Zustand der Schule. Wie weit sind wir in der Schweiz schon und wie schützen wird uns und unsere Kinder vor einer ähnlichen Entwicklung? Gibt es Parallelen?

Alternative Math, Kurzfilm, englisch. Dauer: 9.06 von Ideaman, 19.9.2017:

LINK: https://youtu.be/Zh3Yz3PiXZw

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  Lehrplan 21 Abstimmung Kanton Zürich 4. März 2018
Geschrieben von: Schulpfleger - 11-09-2017, 11:50 AM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Wie kommt es, dass sich bildungsferne Vertreter von Verbandsspitzen besser informiert fühlen, als die Fachleute vor Ort? Wie kann man behaupten, dass der beabsichtigte Paradigmawechsel im Bildungswesen mit dem Lehrplan 21 einen positiven Einfluss auf Gewerbe und Wirtschaft habe, wenn der Praxistest noch bevorsteht? Wieso beharrt man auf den Frühfremdsprachen, obschon wissenschaftlichen Studien und kürzlich veröffentlichte Kantonsvergleiche zeigen, dass die Frühfremdsprachen wenig effizient, sehr teuer und wegen der Verdrängung des Deutschunterrichts, eine der Hauptursachen für die 20% Schulabgänger mit mangelhaften Deutschkenntnisse sind (Pisa 2012 und 2015), die kaum in den Arbeitsprozess integriert werden können? Hat man vergessen, dass der wirtschaftliche Erfolg unseres Landes auf einer breiten Volksschulbildung beruht und dass wir uns keine Zweiklassengesellschaft leisten können?

Die Informationskultur in Wirtschaft, staatlicher Verwaltung und Medien wurde in den letzten zwei Jahrzehnten – von der Öffentlichkeit fast unbemerkt – völlig verändert und hat auch das Bildungswesen erfasst. Anstelle von neutralen Informationen gibt es immer mehr staatliche Propaganda: Negatives wird ausgeblendet und Positives überhöht oder herbeigeredet. Reformen und Neuerungen werden als absolut notwendig und nur positiv dargestellt. Damit die von oben gesteuerten Reformen und Projekte ohne Störungen durchgezogen werden können, werden kritische Stimmen (Vetoplayer) mit Methoden des „Change Managements“ ausgeschaltet und jahrzehntelanges Erfahrungswissen nicht berücksichtigt. Die Aufsichtsbehörden wurden an Schweigepflicht und Datenschutz gebunden und haben kein Sprachrohr zur Öffentlichkeit. Es gibt keine Schulversuche mehr, um die neuen Methoden in kleinem Rahmen in der Praxis zu erproben, um sie allenfalls ohne grosse Kosten und Verluste rückgängig machen zu können. Damit die Öffentlichkeit, die meist millionenschweren Projekte als erfolgreich wahrnimmt, werden sie mit Gefälligkeitsgutachten, präparierten Umfragen und PR-Methoden vermarktet. Die Tagesmedien übernehmen solche präparierten Erfolgsmeldungen aus zeitlichen Gründen meist unkritisch. Mit solchen gefilterten Informationen werden die Stimmbürger im Stich gelassen und sie können sich keine objektive Meinung bilden, wenn sie sich nicht zusätzliche Informationen bei Alternativmedien beschaffen.

Die Volksinitiative «LEHRPLAN VORS VOLK – mehr Mitsprache», die am 4. März 2018 im Kanton Zürich zur Abstimmung kommt, will die mit dem Abbau der Lehrerwahlen, der Halbierung der Schulpflege, der Abschaffung der Bezirksschulpflege usw. gebeutelte Bildungshoheit aus den Händen der stetig wachsenden Bildungsbürokratie nehmen und wieder in die Hände des Volkes und der direkten Demokratie zurück bringen.
Deshalb dürfen die "Grundlagen für den Lehrplan 21" der D-EDK vor der Bevölkerung nicht länger verschwiegen werden: https://www.youtube.com/watch?v=UZI2OR7NtD4

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  Abstimmung Stadt Zürich vom 26. November
Geschrieben von: Schulpfleger - 11-04-2017, 07:15 PM - Forum: Integration - Keine Antworten

Am 26. November stimmen wir in der Stadt Zürich über die Abschaffung der gesamtstädtischen Schulkommission für Sonderschulen und Therapien ab.

Gleichzeitig soll der Kindergarten  aus  der Gemeindeordnung „gekippt“ werden. Damit wird der kantonale Volkswille von Stadt- und Gemeinderat mit Füssen getreten: Die Stimmbürger des Kantons Zürich haben im Jahr 2012 mit 71% Ja für die Beibehaltung des Kindergartens und gegen die Grundstufe gestimmt. Auch die Pädagogische Hochschule bildet gegen den Volkswillen weiterhin Grundstufenlehrer aus, was bereits zu einem Mangel an Kindergärtnerinnen geführt hat, weil diese bei gleicher Ausbildung weniger verdienen.

Mit der Abschaffung der Schulkommission würde ein vom Gemeinderat gewähltes, fachlich erfahrenes Gremium abgeschafft, dass die demokratische Aufsicht und Qualitätssicherung für die auf einzelne Kinder zugeschnittenen, individuellen Therapieformen wie Logopädie (bei über 70 Prozent der Schüler 100% Erfolgsquote, bei den übrigen Teilerfolge) und Psychomotorik gewährleistet und so ganz konkret zur Chancengleichheit und schulischen Integration beiträgt.

Dank dieser Therapieerfolge können die Kinder voll in der Regelschule integriert werden, mit den Gleichaltrigen mithalten und ihrer späteren Berufslaufbahn steht diesbezüglich nichts mehr im Wege. Diese präventive Vorsorge erspart dem Steuerzahler spätere teure berufliche Eingliederungsmassnahmen.

Mit dem Wegfall der Kommission könnte die bereits heute überproportionierte, teure Verwaltung ihren Machtbereich weiter ausdehnen, mit der möglichen Folge, dass sinnvolle Therapien aus Kostengründen «eingespart» würden.

Die Statistik der Stadt Zürich zeigt, dass die immer wieder von den Medien behauptete massive Zunahme von Therapien nicht stattgefunden hat. Die Anzahl Therapiekinder ist seit 2008, als die Schule die IV-Kinder übernehmen musste, mit 5% der Schüler immer gleich hoch geblieben ist.

Die Abschaffung von kostengünstigen Milizbehörden ist eine Pseudosparmassnahme. Eine echte Sparmassnahme, die an erster Stelle zum Wohl der Kinder dienen würde, wäre die Wiedereinrichtung von Kleinklassen, zum Beispiel für Migrantenkinder ohne Deutschkenntnisse, in denen jedes Kind durch seine Klassenlehrerin adäquat gefördert wird.

NEIN zum Demokratieabbau auf dem Buckel der schwächeren Schüler!

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  Stadt Zürich - Ineffektive Sparmassnahme auf dem Buckel der schwächeren Schüler?
Geschrieben von: Schulpfleger - 06-25-2017, 08:19 AM - Forum: Integration - Keine Antworten

(„Lauber scheitert mit Schulreform“, NZZ vom 21. Juni 2017)

Die Einführung einer zentralistischen Schulpflege ist im Gemeinderat der Stadt Zürich gescheitert, als "schwarzer Peter" und "Reförmli" soll jedoch die "Schulkomission für Sonderschulen und Therapien" abgeschafft werden. Gleichzeitig wurde der Kindergarten  aus  der Gemeindeordnung gestrichen, obwohl die Stimmbürger des Kantons Zürich im Jahr 2012 mit 71% Ja für die Beibehaltung des Kindergartens und gegen die Grundstufe gestimmt haben. Offenbar soll hier ein Volksentscheid zugunsten des umstrittenen Lehrplan 21 mit seinen, eine Harmonisierung verhindernden, Mehrjahres-Zyklen (statt Jahresziele) umgestossen werden. Im November 2017 hat das Stimmvolk der Stadt Zürich das letzte Wort.

Der demokratischen Schulkommission für Sonderschulen und Therapien der Stadt Zürich wird u.a. der Vorwurf gemacht, sie würde den „Geist der Separation“ verkörpern. Tatsächlich weisen internationale Wirkungsstudien nach, dass die Therapien (Logopädie, Psychomotorik und Psychotherapie) u.a. über 70% der Sprachstörungen zu 100% beheben können* (die restlichen immerhin teilweise), womit die Kinder voll in der Regelschule integriert sind und mit den Gleichaltrigen mithalten können. Die Abschaffung der Schulkommission als Aufsichtsorgan des Gemeinderates, lässt befürchten, dass nach der Sonderschule auch die Therapien der Total-Integration zum Opfer fallen könnten. „Integrierte Therapien“ sind jedoch keine Therapien mehr und deshalb wenig erfolgswirksam. Der erwähnte Bericht der Wirtschaftsprüfer Ernst & Young lässt darauf schliessen, dass es einmal mehr um eine ineffektive Sparmassnahme auf dem Buckel der schwächeren Schüler geht. Dabei zeigt die Statistik, dass die Anzahl Therapiekinder seit 2008, als die Schule die IV-Kinder übernehmen musste, mit 5% der Schüler immer gleich hoch geblieben ist.

Peter Aebersold, Mitglied der Geschäftsleitung der Schulkommission für Sonderschulen und Therapien der Stadt Zürich

* Dr. Barbara Müller Gächter, langjährige Logopädin SAL: „Selbst bei einer so extrem schwierigen Störung wie bei einer verbalen Dyspraxie* ist der Erfolg gegeben, aber nur dann, wenn Einzelbehandlung gewährleistet ist.“ *https://de.wikipedia.org/wiki/Verbale_Entwicklungsdyspraxie

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  Inklusion, verdeckte Sparmassnahme auf dem Buckel der Behinderten?
Geschrieben von: Schulpfleger - 06-25-2017, 07:55 AM - Forum: Integration - Keine Antworten

("Stadt Bern fordert vom Kanton mehr Einsatz für inklusive Schule", Berner Zeitung vom 22. Juni 2017)

„Unter dem Dach der Volksschule“ haben auch Sonderschulen und Kleinklassen Platz, die behindertengerechter als eine Regelklasse geführt werden können. Die Vertreter der Total-Integration/Inklusion beziehen sich gerne auf die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen. Die UN-Konvention verlangt, dass die Staaten „Kinder mit Behinderungen nicht aufgrund von Behinderung vom unentgeltlichen und obligatorischen Grundschulunterricht oder vom Besuch weiterführender Schulen ausgeschlossen werden dürfen“. Das heisst, dass sie behinderte Kinder wie die übrigen Kinder (gratis) unter dem Dach der Volksschule beschulen, aber nicht, dass Länder - wie die Schweiz -, die bereits  spezielle Fachleute und Einrichtungen (Sonderschulen, Kleinklassen usw.) über die UN-Konvention hinaus haben, nun diese (aus Spar- oder ideologischen Gründen) abschaffen, auf das tiefe globale Niveau herunterfahren und unbesehen in Einheitsklassen (Regelklassen) integrieren.

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  Lehrplan 21 und Passepartout-Strategie
Geschrieben von: Schulpfleger - 05-09-2017, 11:58 AM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Die Passepartout-Strategie wurde mit einem Staatsvertrag der Kantone BE, BL, BS, SO, FR, VS im Jahr 2006 beschlossen.
Experten für "Kompetenzorientierung" begannen 2006 mit der Arbeit an den „Grundlagen für den Lehrplan 21“. Die theoretische Grundlage der "Kompetenzorientierung" nach Weinert ist der "Konstruktivismus".

Die Passepartout-Lehrmittel heissen «Mille feuilles» (Primarstufe) sowie «Clin d’oeil» (Sek I) für das Französisch und «New World» (Primar und Sek I) für das Englisch. Die neuen Lehrmittel sind allesamt Einweglehrmittel. Das Französisch-Lehrmittel ist deshalb 11 mal teurer als das Vorgängerlehrmittel «envol» (bei einer angenommenen 6-jährigen Gebrauchsdauer von «envol»). Über alle sechs Kantone hinweg dürfte die 100-Millionen-Grenze aller Wahrscheinlichkeit nach weit überschritten werden, weil die umstrittenen Lehrmittel bzw. Lernmittel jetzt nachbearbeitet werden müssen.  

Mille feuilles ist von seiner konstruktivistischen Definition her ein "Selbstlernbuch". Im Didaktischen Handbuch von Mille feuilles steht folgendes (http://www.1000feuilles.ch/platform/con ... ndbuch.pdf):

"Die Begriffe Konstruktivismus und konstruktivistisches Lernen spielen in der fremdsprachendidaktischen Diskussion seit einem Jahrzehnt eine wichtige Rolle. Auch die Entwicklung von Mille Feuilles ist in hohem Masse dem konstruktivistischen Verständnis von Lernen verpflichtet. Der Konstruktivismus ist die eigentliche theoretische Grundlage dieses Unterrichtsmaterials; deshalb ist eine intensive Beschäftigung mit dem Gedankengut dieses philosophischen, psychologischen und lerntheoretischen Ansatzes wichtig". (Seite 16)

"Lernprozesse können nur gelingen, wenn der Lernende bereit ist, das eigene Lernen verantwortlich in die Hand zu nehmen. Mit der Eigenverantwortlichkeit verbindet sich die Selbstorganisation. Lernprozesse können nur dann erfolgreich sein, wenn sie vom Lernenden selbstständig organisiert werden. Die konstruktivistisch orientierte Pädagogik fordert, die Fähigkeit zur Selbstorganisation im Unterricht zu thematisieren und den Lernenden damit autonomer zu machen".
"Denn um eine reiche Lernumgebung im Klassenzimmer aufzubauen, sind unterschiedliche Lernangebote erforderlich, die neben Texten auch Bilder, Audio und Video anbieten und durch Internetzugänge das eigene Recherchieren ermöglichen". (Seite 18/19)

Welche Beziehung besteht zwischen der konstruktivistischen Lerntheorie und der Kompetenzorientierung?
Dr. Markus Steinert und Thomas Felsenstein Peutinger-Gymnasium Augsburg
 
„Kompetenzorientierung entstand aus der durch die PISA-Studien [der OECD] gewonnenen Erkenntnis, dass das an den Schulen vermittelte Wissen oft „träges Wissen“ war, da es ohne Anwendungsbezug blieb. Besonders die konstruktivistische Überzeugung, dass Wissen nicht vom Lehrer zum Schüler „übertragen“ werden kann, sondern von diesem möglichst selbsttätig angeeignet werden muss, veränderte zwangsläufig den Blick auf den Unterricht: Das Ziel konnte nun nicht mehr sein, vom Lehrer definierte und einfach abprüfbare „Lernziele“ zu vermitteln, es ging vor allem darum, die Schüler durch geeignete Methoden in die Lage zu versetzen, sich neues Wissen [selbst] aneignen“.
 
„In diesem Verständnis vom Ziel des Unterrichts treffen sich Konstruktivismus und Kompetenzorientierung. Wichtig ist dabei aber zu erkennen, dass zwar der Konstruktivismus notwendig zu einem kompetenzorientierten Unterricht führt, Kompetenzorientierung dagegen, trotz ihrer theoretischen Wurzeln im Konstruktivismus, in der Unterrichtspraxis die konstruktivistische Lerntheorie nicht unbedingt voraussetzt“.
 

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  Lehrplan 21 – Kritik aus linker und linksliberaler Sicht
Geschrieben von: Schulpfleger - 05-06-2017, 11:38 AM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Der Lehrplan 21 sei keineswegs ein progressives Projekt, sondern trage eher reaktionäre und technokratische Züge, so die Broschüre „Einspruch“ (4. Auflage, 2016). Die Autoren, linke und linksliberale Professoren, Lehrer, Wissenschaftler, Kulturschaffende und Eltern, sind alarmiert über eine Entwicklung der Volksschule, von der sie überzeugt sind, dass sie falsch ist. Sie sehen die radikalen Reformen um Harmos, Lehrplan 21 und Frühsprachenkonzept, die in der Lehrplan 21-Reform kulminieren, als „Steuerungsversuch“ und Etablierung einer flächendeckenden „Testkultur“ (Outputorientierung, Normierung, Standardisierung) in unserer Volksschule.

Das zentrale Konzept der Grundlagen für  den Lehrplan 21 mit dem „selbstgesteuerten Lernen“ als „Kompetenzorientierung“ auf der Unterrichtsebene sehen sie als Widerspruch zu einer kindgerechten Schule: „Wer will, dass in unseren öffentlichen Schulen alle Kinder, auch diejenigen aus unterprivilegierten Schichten, faire Chancen erhalten, muss ihnen einen Unterricht bieten, in dem der Schüler nicht sich selbst überlassen wird, in dem Lehrer und Schüler Beziehungen aufbauen können.“

Für Pädagogikprofessor Reichenbach ist klar: „Es gibt keine guten Schulen ohne gute Lehrpersonen. Und diese Lehrpersonen müssen den Schülerinnen und Schülern klar machen: Erstens: Was du hier lernst, ist wirklich wichtig. Zweitens: Mir ist es ein Anliegen, dass du das lernst. Drittens: Ich glaube fest daran, dass du das schaffst. Und viertens: Ich werde dir dabei helfen und dich unterstützen“.
Das könnte der „Lernbegleiter“ auch, aber er darf nicht, weil es nicht zu seinen Aufgaben gehört. Das hängt mit den theoretischen Grundlagen der „Kompetenzorientierung“, dem sogenannten „Konstruktivismus“ zusammen. Lernen ist nach dieser Theorie nur dann „authentisch“ und "entdeckend", das heisst wirklich „selbstbestimmt“ oder „selbstgesteuert“, wenn der „Lernbegleiter“ nicht in den Lernprozess eingreift. Der Lernbegleiter darf begleiten, beobachten, beschreiben und bewerten. Aber er darf nicht unterrichten, erklären, motivieren und erziehen (Peter Fratton et al.), weil er dann in den Lernprozess eingreifen würde. Der Wissenstransfer erfolgt nicht über den Lernbegleiter, sondern direkt von den LP21-kompatiblen Selbstlern-Lernbüchern, Tablets, Computerprogrammen und Videofilmchen. „Lernbegleiter“ ist deshalb nicht bloss eine Namensänderung, sondern ein anderer Beruf. Gemäss John Hattie (Buch „Visible Learning“, Seite 32) ist der Konstruktivismus „aber fast genau das Gegenteil eines erfolgreichen Rezepts für Lehren und Lernen“.

Die Autoren monieren, dass die Schule kein Wirtschaftsbetrieb ist, sondern ein Service public und die Grundlage für Bestand und Entwicklung des gesellschaftlichen Lebens. Harmos und Lehrplan 21 würden dagegen zu einer reduktionistischen, utilitaristischen Realität von Schule, zu einem Paradigmawechsel im gesamten Unterricht, Fachlichkeit, Lehrerbildung und Schulaufsicht führen.

Für die Politologin Regula Stämpfli sollen „mit dem Lehrplan 21 Gesinnungssoldaten für kostensparende Untertanenideologie aufgezogen werden“. Der Kinderarzt Remo Largo meint: „Es ist höchste Zeit für das Eingeständnis, dass wir einen kostspieligen und nicht kindgerechten pädagogischen Irrweg eingeschlagen haben“. Der Lehrer und Künstler Ruedy Schwyn: „Entgegen den Erwartungen der Wirtschaft wird HarmoS nicht zu einer Effizienzsteigerung in den Schulen führen, sondern über die Standardisierung der Kompetenzen zu einer Monokultur des Denkens und damit zu einer Verarmung der Kreativität“.

Der Vater des Bildungsartikels von 2006, alt NR Hans Zbinden SP, kritisierte den Lehrplan 21 in der Solothurner Zeitung vom 6.11.2015: Er stelle fest, dass der Lehrplan 21 die Grundidee der Bildungsverfassung nicht erfasst habe. Dieser müsste den Kantonen lediglich einen Rahmen liefern, das heisst zugeschnittene Lösungen ermöglichen. Und SP-Ständerätin Anita Fetz: „Lasst die Schule in Ruhe! Der Lehrplan 21 ist gescheitert“. (Die Welt, 27.10.2014)

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  Wer will „Kompetenzorientierung“ und „Transnationale Bildung“?
Geschrieben von: Schulpfleger - 04-30-2017, 08:46 AM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Die Pisa Resultate zeigen, dass westliche Industrienationen, die auf die „OECD-Kompetenzorientierung“ (siehe „Grundlagen für den Lehrplan 21“) umgestellt haben, seit Jahren abstürzen und trotzdem an der „Kompetenzorientierung“ festhalten. Warum fehlt der politische Wille, das abnehmende Bildungsniveau im Inland zu stoppen und die europäisch-humanistische Bildungstradition vor dem Niedergang zu bewahren? Eine Erklärung dafür bietet die Entwicklung der „Transnationalen Bildung“ TNB (Studentenaustausch, Hochschulgründungen im Ausland, Studienangebote an ausländischen Hochschulen oder Fernstudiengänge).

In den angelsächsischen Ländern (USA, GB, AUS) wurde TNB in den 1990er Jahren mit der neoliberalen Doktrin Milton Friedmans (Chicagoer Schule) als Vehikel eingeführt, um die Privatisierung des Bildungswesens über nationalstaatliche Grenzen hinweg durchsetzen und in neokolonialistischer Manier in wenig „erschlossene“ Märkte eindringen zu können. Das führte zum GATS-Abkommen über die Liberalisierung des Bildungswesens, das auch von der Schweiz unterzeichnet wurde.

Mit TNB ist man in der Bildungspolitik nicht länger an einer breiten «Volksbildung» interessiert, zu der alle Schichten der Bevölkerung Zugang haben. Damit man sich die «besten Köpfe» aus dem Ausland holen kann, müssen jedoch die Lehrpläne auf die transnationale «Kompetenzorientierung» der OECD (Bologna-Reform, Pisa, Lehrplan 21 usw.) ausgerichtet werden. Bildungsinhalte werden damit weitgehend aus den nationalstaatlichen (und regionalen) Kulturen, Werten und Normen herausgelöst und auf transnationale Benchmarks ausgerichtet.

TNB wird auch in der Schweiz vorangetrieben. Schon 2007 schrieb Hans Zbinden SP, als Direktionsmitglied der FHNW: „Für die schweizerische Entwicklung transnationaler Projekte im Bildungsbereich bietet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Schweiz die EU als Referenz – und Schrittmachinstitution an“. „So beginnt sich die bisher national ausgerichtete europäische Bevölkerung mentalitätsmässig über ihren Alltag und ihre Lebensumstände mit Europa zu identifizieren“. „Deshalb ist für unser politisch abseits stehendes und doch wirtschaftlich und kulturell weltoffenes Land die Entwicklung der Transnationalen Bildung in der EU ein wichtiger Referenzrahmen“. (Quelle: Konferenz der Fachhochschulen der Schweiz KFH, 16. März 2007. Internes Aussprachepapier Hans Zbinden, FHNW)

Mit TNB soll also die Bevölkerung auf die Abschaffung der Nationalstaaten psychisch vorbereitet werden, womit gleichzeitig die letzten nationalen gesetzlichen Schranken (Gesundheits- und Arbeitsschutzgesetze, Gentechnologie usw.) zugunsten der globalen Wirtschaft fallen würden. Profitieren würden die globalen Konzerne und die internationalistische Politik, Verlierer sind – wie in der EU bereits ersichtlich - die Demokratie und die breite Bevölkerung. Es wundert deshalb nicht mehr, dass die gleichen internationalistischen Kreise, die sich für einen EU-Beitritt stark machen, den Lehrplan 21 mit seiner „Kompetenzorientierung“ politisch unterstützen.

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