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  Bald kommen die ersten LP21 Zeugnisse
Geschrieben von: Schulpfleger - 01-27-2019, 04:42 PM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Beurteilung von Kompetenzen. Wie geht das?

Die Noten orientieren sich in der Regel am Erreichen der Lernziele. Die zu erreichenden Ziele werden im Lehrplan 21 in Form von Kompetenzen definiert. Die geltenden Definitionen der Notenskala sind je nach Kanton unterschiedlich. Der Lehrplan 21 regelt die Form der Leistungsbeurteilung nicht, Noten sind bei ihm auch möglich.

Kompetenz ist nicht beobachtbar und kann nur aus der Art, wie die Aufgaben gelöst werden abgeleitet werden. Die Kompetenzbeschreibungen sollen die Beurteilung des Leistungsstands der Schüler erleichtern. Mit Hilfe von Beurteilungsblättern soll die Herleitung der Gesamtbeurteilung im Zeugnis für Schüler und Eltern nachvollziehbar gestaltet werden können. Die Ableitung der Zeugnisnoten aus den Prädikaten der Beurteilungsblätter bleibt ein Ermessensentscheid und kann nicht arithmetisch ermittelt werden.

Ob die Schüler die Grundansprüche oder weitere Kompetenzstufen des jeweiligen Zyklus erfüllen, kann erst am Ende eines Zyklus beurteilt werden, da der Lehrplan 21 die Grundansprüche nicht für jedes Schuljahr definiert.

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Lehrplan_21

https://www.d-edk.ch/sites/default/files/fachbericht_beurteilen_2015-11-03.pdf D-EDK: Beurteilen. Fachbericht der Arbeitsgruppe der Kommission Volksschule

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  «Das Bildungssystem bleibt ungerecht»
Geschrieben von: Schulpfleger - 01-12-2019, 11:15 AM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

NZZ 11.1.2019, Zuschriften

Erfreulich ist, dass der Schweizerische Wissenschaftsrat eine Tatsache wissenschaftlich bestätigt (NZZ 29. 12. 18), die für jede aufmerksame Mutter von Schulkindern offensichtlich ist: «die soziale Selektivität» des Schweizer Bildungssystems. Hinsichtlich der Ursachenanalyse wirkt es jedoch befremdend, dass wichtige Themen nicht angeschnitten werden: der sehr hohe Leistungsanspruch, gepaart mit einer regelrechten Bewertungsmanie, die daraus resultierende Defizitorientierung und die «Verweiblichung» des Schulwesens mit negativen Folgen für viele Knaben.

Der hohe Anspruch in allen Fächern der Primarschule erstaunt. Dieser zeigt sich nicht nur im Stoffumfang und in der bisweilen fragwürdigen Stufengerechtigkeit der vermittelten Lerninhalte, sondern auch in einem unfassbar granularen Bewertungssystem. Zur Beurteilung der Lernkontrollen in jedem Schulfach mit Zehntelsnoten kommt ein vierseitiger Beurteilungsbogen für die sogenannten «Kompetenzen». Jede Regung eines Kindes in der Schule – so entsteht der Eindruck – wird bewertet, beurteilt und manchmal gar verurteilt, wobei die Aufmerksamkeit unweigerlich auf den Defiziten liegt. Diese ausgeprägte Defizitorientierung scheint mir die Freude am Lernen zu hemmen und die Lust, Neues zu entdecken, im Keim zu ersticken; so dass die Motivation für das Lernen letztlich auf der Strecke bleibt.

Unabhängig von ihrer Herkunft leiden aber auch viele Knaben, weil das System als Idealtypus des Schülers eher eine Schülerin – also ein angepasstes, fleissiges, pflichtbewusstes und zuverlässiges Mädchen – im Fokus hat. Dieser wird durch den nahezu ausschliesslich weiblichen Lehrkörper auf der Primarstufe noch verstärkt. Die wilderen Jungen mit wenig Sitzleder und Flausen im Kopf tragen derweil zur Auslastung der mannigfaltigen spezialpädagogischen Einrichtungen bei.

Und was die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen dieses Schulsystems anbelangt, so ist neben dem erwähnten Mangel an akademischem Humankapital noch ein weiterer Aspekt zu erwähnen: die entgangene Lohnarbeit, meist bei den Müttern, weil diese ihre Sprösslinge in der Schule tatkräftig unterstützen (müssen?).

Sandra Hedinger, Baar

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NZZ 16.1.2019, Zuschriften


Ein Kommentar zum ausgezeichneten Leserbrief von Sandra Hedinger (NZZ 11. 1. 19) in Baar drängt sich geradezu auf. Sie verstand es meisterhaft, nach den da und dort erschienenen theoretischen Betrachtungen zu den Verlautbarungen des schweizerischen Wissenschaftsrats nun in die Praxis zu leuchten. Man erschrickt bei verschiedenen Punkten. Die Bewertungsmanie hat offenbar jegliche vernünftige Grenze überschritten und dürfte wohl oft nur noch mit dem Würfel machbar sein. Ferner ist es für viele «Bubeneltern» tröstlich, Unterstützung für die eigenen Beobachtungen zu erhalten. Es stimmt, dass in unserem Schulsystem die Knaben in einem ungünstigeren Umfeld zurechtkommen müssen, und wenn sie darin scheitern, freut sich eine umfangreiche Nachhilfeorganisation auf Kunden. Zentral ist aber meines Erachtens im Brief die klare Aussage, dass wohl manche Eltern gezwungen sind, den Kindern zu Hause zu helfen, soll sich der schulische Erfolg bei ihrem Nachwuchs gedeihlich entwickeln. Wenig Phantasie braucht es für die nächste Folgerung: Wohl den Kindern, deren Eltern diese Unterstützung zu geben vermögen; sind jedoch die Voraussetzungen dazu aus zeitlichen oder intellektuellen Gründen schlecht, dann hat man halt Pech, und auch allfällige schulische Zusatzangebote vermögen den Ausgleich schwerlich zu schaffen. Schliesslich sei auch noch einer der Übeltäter der Ursachen mit Namen genannt: Es ist der Lehrplan 21 mit seinen umstrittenen Methoden wie beispielsweise dem «selbstorganisierten Lernen», welches viele Kinder heillos überfordert. Die Eltern sollten sich öffentlich wehren und nicht nur im stillen Kämmerlein zähneknirschend ihre unentgeltliche Lehrtätigkeit ausüben.


Hans-Peter Köhli, Zürich

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  Einspruch! 2 ist da! – LP21-Betroffene packen aus
Geschrieben von: Schulpfleger - 01-08-2019, 09:14 AM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Einspruch!2 – Auswirkungen der Schulreformen – eine kritische Bestandsaufnahme aus Sicht der Betroffenen.

1. Auflage, Dezember 2018, Fr. 7.-- : Bestellungen bei Alain Pichard: arkadi@bluemail.ch

Der neue Einspruch befasst sich in fünf Kapiteln mit folgenden Themen:
1. Betroffene zwischen Ohnmacht und Widerstand, 2.Elemente der neuen „reformierten“ Schule, 3. Gesteuerte Schule, gegängelte Lehrer, 4. Der Drift des schweizerischen Bildungssystems – Lehren aus der angelsächsischen Welt, 5. Das Dilemma der Linken.

Eltern, die sich erfolgreich gegen eine fundamentalistische Auslegung des Lehrplans 21 gewehrt haben, weisen auf die wichtigsten Bedingungen eines erfolgreichen Widerstandes hin. Es benötigt Beharrlichkeit, Mut und viel Professionalität, um gegen die geballte Allianz von Schulleitung und Behörden zu bestehen:

1. Den Dialog unter den Eltern sicherstellen.
2. Genauigkeit in der Argumentation, präzise Dokumentation der kritisierten Punkte, Beizug von Fachpersonen
3. Wahrnehmen der politischen Rechte, konsequentes politisches Handeln,  auch bereit sein, politische Verantwortung zu übernehmen.
4. So schnell wie möglich, effiziente, schlanke organisatorische Strukturen schaffen, die ein politisches Handeln erlauben.
5. Solidarisches Auftreten und sich eine dicke Haut gegenüber Anfeindungen zulegen.
6. Gezielte Information der Öffentlichkeit, die Medien einbeziehen, Kontakte zu Journalisten pflegen.
7. Langen Atem haben, politische Veränderungen dauern oft länger.

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  Wacht auf, Schlafmützen!
Geschrieben von: Schulpfleger - 12-04-2018, 09:40 AM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

LESERBRIEF
Aargauer Zeitung vom 4. Dezember 2018

Wacht auf, Schlafmützen!


(Zur möglichen Abschaffung der Schulpflegen im Aargau)
Erneut nimmt der Regierungsrat Anlauf, die Schulpflegen im Kanton abzuschaffen. Die Vernehmlassung geht bald zu Ende, und alles deutet darauf hin, dass die Schulpflegen abgeschafft werden. Ich frage mich ernsthaft, weshalb die noch im Amt stehenden Behörden sich nicht gegen die Auflösung dieser wichtigen und wertvollen Institution wehren. Aus meiner langjährigen Erfahrung als Schulpfleger und Gemeinderat bin ich der Überzeugung, die Schulpflegen dürfen nicht abgeschafft werden. Vielmehr gilt es, die Aufgaben der Schulleitungen zu überprüfen, welche nicht aufgewertet werden dürfen.

Das Bindeglied Schulpflege zwischen Lehrer und Eltern muss unter allen Umständen erhalten bleiben, wenn nötig mit andern und ergänzenden Aufgaben. Mitglieder der Schulpflegen, zieht eure Schlafmützen ab und kämpft für die Erhaltung der notwendigen Schulpflegen.

Ruedi Gautschi-Zeier, Gränichen

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  Das Bildungsglaubensbekenntnis
Geschrieben von: Schulpfleger - 11-15-2018, 07:24 AM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Aus: "Bildung als Provokation", von Konrad Paul Liessmann

Das Bildungsglaubensbekenntnis der LP21-Befürworter:

"Ich glaube daran, dass jedes Kind gleich, aber einzigartig ist, voll von Begabungen und Talenten, die entdeckt und gefördert werden können; ich glaube daran, dass jedes Kind kreativ und innovativ ist und nur durch ein schlechtes Schulsystem daran gehindert wird, selbst alles zu entdecken, was es zu entdecken gibt; ich glaube, dass jedes Kind am besten selbst weiss, was und wie es lernen will; ich glaube an die Segnungen der Digitalisierung, die es jedem erlaubt, jederzeit alles zu lernen und alles zu wissen; ich glaube deshalb, dass die Belastung des jugendlichen Gedächtnisses mit Wissen unnötig, ästhetische Kanons ein Übel, Inhalte verwerflich und Frontalunterricht des Teufels ist; ich glaube an den Lehrer als Coach, als Begleiter, als Berater, der sozial kompetent im Hintergrund autonomer Lernprozesse lauert und dem nur eines verboten ist: zu lehren. Ich glaube an Teams, an Projekte, an Kommunikation. Ich glaube an die Heilige Dreifaltigkeit von Kompetenzorientierung, Individualisierung und Standardisierung. Ich glaube an die inklusive Schule und an die inklusive Gesellschaft; ich glaube an die Matura, das Abitur für alle".

Die "alleinige Wahrheit":

Wer glaubt, die "einzig richtige Wahrheit"/Methode usw. zu besitzen, fühlt  sich oft von abweichenden Meinungen (Fakten, wissenschaftliche Studien, praktische Erfahrungen, Kritik, Minderheitsmeinungen usw.) bedroht und meint, die Vertreter dieser Meinungen persönlich bekämpfen zu müssen. Die "einzig richtige Wahrheit" kann nur von oben nach unten als Doktrin/Dogma doktrinär durchgesetzt werden. Damit werden  Meinungsvielfalt und Meinungsfreiheit erdrückt.


Zitate von Heinrich Pestalozzi, Schweizer Pädagoge (1746 - 1827):

"Je höher die Rechthaberei in einem Menschen steigt, desto seltener hat er recht, das heißt desto seltener stimmen seine Aussagen und Behauptungen mit der Wahrheit überein".

"Es ist das Los des Menschen, daß die Wahrheit keiner hat. Sie haben sie alle, aber verteilt, und wer nur bei einem lernt, der vernimmt nie, was die andern wissen".

"Es kann nicht zwei gute Unterrichtsmethoden geben. Es ist nur eine gut, und das ist diejenige, die vollkommen auf den ewigen Gesetzen der Natur beruht".

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  D-EDK stiehlt sich aus der Verantwortung
Geschrieben von: Schulpfleger - 11-12-2018, 04:02 PM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

NZZ 12.11.2018, Zuschriften

In der NZZ vom 30. 10. 18 wird in einer kurzen Notiz die Auflösung der D-EDK (Deutschschweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren) angekündigt: Der Lehrplan 21 (LP21) sei nach den Volksabstimmungen jetzt in 21 Kantonen in der Umsetzung und die Aufgabe der EDK damit erfüllt. Schwerwiegende Folgen dürfen aber nicht übersehen werden: Die Umsetzung des LP21 erfolgt unter viel Druck und Kontrolle. Wer nicht spurt, wird gemobbt, vor die Erziehungsdirektion zitiert oder auf Teilpensum gesetzt (entsprechende Fälle sind mir persönlich bekannt). Das führt u. a. dazu, dass inskünftig immer öfter die falschen Leute den Lehrberuf ergreifen: Anpasser, «Jobber», die gerne ausführen, was andere für sie vorbereitet haben oder was ihnen die Computerprogramme an Denkarbeit abnehmen. Hochqualifizierte und originelle Bewerber wird man vergeblich suchen. So werden den Lernenden kompetente Bezugspersonen fehlen.

Das alternative, vielgelobte selbstorganisierte Lernen (SOL) ist ein Flop: ineffizient bezüglich Korrektheit und Vollständigkeit der Lernresultate und eine unglaubliche Verschwendung der kostbaren Lernzeit. Im Weiteren wird durch den LP21 indirekt die «digitale Transformation» des Bildungswesens gerechtfertigt, obwohl bekannt ist, dass sie für den Lernerfolg wenig bis nichts, für die Budgetbelastung der Gemeinden aber in schöner Regelmässigkeit erschreckend viel bringt. Schliesslich schafft der LP21 eine pädagogische Monokultur, die jegliche pädagogische Vielfalt bei den Unterrichtenden zum Aussterben bringt.

Mit ihrer Auflösung stiehlt sich die D-EDK aus der Verantwortung für diese und weitere Folgen, wohl in der Annahme, dass die in den Kantonen aufgegleisten Kontrollmechanismen schon dazu beitragen werden, die Lehrerinnen und Lehrer in den festen Würgegriff des LP21 zu nehmen. Après nous le déluge! Vielleicht stehen gelegentlich engagierte Eltern auf, wenn die Lehrer schon nicht dürfen!

Gerhard Steiner, Basel em. Prof. für Psychologie (Entwicklung und Lernen)

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  Lehrplan 21 – erste Kantone buchstabieren zurück
Geschrieben von: Schulpfleger - 10-31-2018, 08:58 PM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Mit der Ein­führung des Lehr­plans 21 wurde eben erst be­gon­nen und schon zeigt sich, dass ge­wisse Re­for­m­ele­mente wegen ihrer ideo­lo­gi­schen Fun­die­rung den Praxis­test nicht be­ste­hen wer­den. Die ers­ten Kan­tone haben be­reits be­gon­nen, Kor­rek­tu­ren vor­zu­neh­men:

Der Kan­ton Nid­wal­den ver­zich­tet auf das „Schrei­ben nach Gehör“ und kehrt zur Rechtschrei­bung zurück.

Der Kan­ton Ba­sel-­Land­schaft führt die Lehr­mit­tel­frei­heit wie­der ein, nach dem die pra­xis­un­taug­li­chen LP21-­kom­pa­ti­blen Lehr­mit­tel zu einem teu­ren
Eklat ge­führt ha­ben.


Die im Rahmen der Integrativen Schule in Basel-Stadt abgeschafften Einführungsklassen sollen ab 2020 wieder eingeführt werden. Das ist ein klares Bekenntnis, dass ein wichtiges Konzept des Lehrplans 21, die sogenannte Integration, in der Praxis gescheitert ist.

Die „bestechende Idee“ des Zürcher Lehrerverbandsspitze mit den "Schulinseln" für Verhaltensauffällige dürfte die Rückkehr zur bewährten Kleinklasse einläuten, auch wenn das erst unter vorgehaltener Hand gesagt werden darf.

Es kann ja nicht sein, dass kein Geld für Schul­rei­sen mehr da sein soll, weil man ü­ber­all "Lern­land­schaf­ten" und "Schulinseln" für den Lehr­plan 21 er­rich­ten muss.

Die nicht demokratische legitimierte D-EDK, die nur gegründet wurde, um den Lehrplan 21 mittels einer juristisch fragwürdigen "Verwaltungsvereinbarung" an Parlamenten und Volk vorbei einführen zu können, wird aufgelöst und verlässt nun das sinkende LP21-Schiff und lässt die Schulbürokraten weiter wursteln!

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  Recht auf Methodenfreiheit kann nicht mehr wahrgenommen werden
Geschrieben von: Schulpfleger - 10-29-2018, 05:36 PM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Erziehungsdirektoren und kürzlich auch die Leiterin des Volksschulamtes behaupten in den Medien, „dass die Methodenfreiheit für die Lehrerinnen und Lehrer gewahrt bleibe“. So auch Christian Amsler, der damalige Präsident der Deutschschweizer-Erziehungsdirektoren-Konferenz (D-EDK): „Die Unterrichts- und Methodenfreiheit ist in der Schweiz absolut gewährleistet. Die Lehrpersonen werden weder drangsaliert noch in ein Korsett gezwängt".

Ein Blick zum Beispiel in das Zürcher Volkschulgesetz zeigt jedoch, dass das nicht einmal die halbe Wahrheit ist.
In Artikel 23 heisst es: „Die Lehrperson hat das Recht, im Rahmen des Lehrplans, der obligatorischen Lehrmittel, des Schulprogramms und der Beschlüsse der Schulkonferenz den Unterricht frei zu gestalten“. Mit anderen Worten: die Methodenfreiheit ist heute durch den Lehrplan 21, die vorgeschriebenen Lehrmittel, das Schulprogramm und die Beschlüsse der Schulkonferenz massiv eingeschränkt bzw. de facto abgeschafft.

Der Lehrplan 21 fordert die „Kompetenzorientierung“ nach OECD-Vorgabe, was auf der Unterrichtsebene das „selbstgesteuerte Lernen“ bedeutet. Das „selbstgesteuerte Lernen“ drängt den zum Lernbegleiter degradierten Lehrer förmlich aus dem Lernprozess der Kinder hinaus: er kann weder Klassenunterricht machen, noch eine andere Methode wählen. Das monierte der Schweizerische Lehrerverband LCH in seiner Antwort zur Konsultation 21 der D-EDK bereits im Jahre 2013: „Die „Methodenfreiheit“ der Lehrpersonen wird stark relativiert. Denn die Kompetenz - und Handlungsorientierung sowie die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse (u.a. J. Hattie) erfordern bestimmte Anforderungen an die Unterrichtsgestaltung und eine anspruchsvollere Beurteilung (vgl. Kap. Unterricht).“

Bei den Lehrmitteln sind die Lehrer in der schulischen Realität mit rigiden Vorschriften betreffend der Wahl der Lehrmittel konfrontiert. Es gibt nämlich gar keine Wahl – die Lehrmittel sind in vielen Fächern vorgeschrieben. Anhand der Lehrmittel wird konkret fassbar, was der Lehrplan allgemein und verklausuliert vorgibt. Obligatorische Lehrmittel organisieren die Dosierung und die Abfolge des Stoffes und schränken damit die Methodenfreiheit massiv ein. Lehrmittel kontrollieren den Unterricht viel effizienter, als dies ein Lehrplan kann. Beim „selbstgesteuerten Lernen“ ist der Lehrer ausgeschaltet und das Lehrmittel kann unkontrolliert in autoritärer Weise diktieren, was der Schüler zu lernen hat.

Das Schulprogramm ist ein Steuerungsvehikel zur top down-Durchsetzung von Reformexperimenten (im Reformjargon: „Schulentwicklung“), das versucht, die Lehrer so in den Prozess einzulullen, dass sie glauben, sie würden ihn beeinflussen können, was allerdings nicht immer gelingt: „So sehr sich mit dem Schulprogramm Hoffnung auf eine Schulentwicklung von unten verbinden, zeigen sich jedoch noch erhebliche Widerstände bei der Einführung dieser neuen Praxis von Schulentwicklung“ (Holtappels, 2004, S. 28). Eine Suche im Internet zeigt, dass in den Schulprogrammen der Deutschschweizer Schulen – im Gegensatz zu Schulen in Deutschland – der klassische Unterricht (Klassenunterricht, direkter Unterricht, Frontalunterricht) nicht mehr vorkommt. Will ein Lehrer seine Methodenfreiheit wahrnehmen und Klassenunterricht machen, kommt er mit dem Schulprogramm in Konflikt, weil der dort nicht vorgesehen ist.

Die Beschlüsse der Schulkonferenz sind ein Zwangskorsett, nach denen sich der Lehrer zu richten hat und das ihm jegliche individuelle Methodenfreiheit nimmt.

Die Fachstelle für Schulbeurteilung ist ein weiterer Verhinderer der Methodenfreiheit. Dessen Leiter antwortete auf die untenstehende Frage, wie folgt:
Frage: Gewisse Lehrpersonen kritisieren, dass individualisierender Unterricht verlangt wird. Ist das kein Eingriff in die Methodenfreiheit der Lehrer?
Antwort: Nein. Es steht im Lehrplan, dass die Kinder individuell zu fördern sind. Es geht hier um einen ideologischen Grabenkampf. Wenn wir nur autoritäre Klassenführung und nur Frontalunterricht sehen, gibt das eine Rückmeldung.

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  Von Schweden lernen: Abbau der Bildung stoppen!
Geschrieben von: Schulpfleger - 10-28-2018, 04:52 PM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Die Professorin und Sprachwissenschafterin Inger Enkvist aus Schweden hielt kürzlich in der Schweiz eine Reihe von Vorträgen vor Lehrern, Eltern, Grosseltern und sonstigen Interessierten. Die spannenden Vorträge zeigten die Auswirkungen von 50 Jahren Bildungsreformen in Schweden auf Schule, Familie, Wirtschaft und Gesellschaft auf. Seit Jahren fordert sie in Schweden eine bessere Qualität des Schulunterrichts. In ihrem Buch über die schwedischen Schulreformen übt sie deutliche Kritik. Inger Enkvist geht der Frage nach, wie verschiedene Länder ihr Bildungssystem gestalten und was Schweden von ihnen lernen kann.

Die Politik in Schweden hatte Unsummen von Geld investiert, die aber nicht den gewünschten Effekt zur Folge hatten. Schwedens Schüler schnitten nämlich im internationalen Vergleich immer schlechter ab – und zwar auch in den eigentlichen Kernkompetenzen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften. Der Grund: Die Reformen beraubten Schulen und Lehrkräfte ihrer Freiheit und schnallten ihnen ein zu enges pädagogisches Korsett um. Stattdessen schaffte Schweden Schritt für Schritt Sonderklassen ab und integrierte Schüler mit allen möglichen Problemen in Regelklassen, ohne die Folgen zu bedenken. Diese traten schliesslich in den letzten Jahren zutage. Sowohl etablierte Industrie-, als auch Dienstleistungsunternehmen wanderten ins Ausland ab, weil sie keine geeigneten Arbeitnehmer mehr fanden.

Anhand eindrücklicher internationaler Studien wies sie auf die Bedeutung der Muttersprache als Grundlage allen Lernens und unserer kulturellen Entwicklung hin. Ebenso wichtig erwies sich die Persönlichkeit der Lehrer und wie sie mit ihren Schülern Beziehung aufnehmen. Studien zeigen auch, dass Kleinkinder, die von ihren Eltern und Beziehungspersonen sprachlich gefördert werden, in dem sie viel mit ihnen sprechen und ihnen Geschichten vorlesen, im Alter von drei Jahren drei Mal so viele Wörter kennen wie Kinder, mit denen man wenig spricht. Die Studie zeigte auch, dass dieser Rückstand bis zum Alter von 10 Jahren nicht mehr aufgeholt werden konnte und der Unterschied sogar noch grösser wurde. Um den Inhalt eines Textes richtig verstehen zu können, muss man über 90 Prozent der Wörter inklusive Schlüsselwörter dieses Textes und deren Bedeutung kennen. Leseverständnis gilt deshalb als ein Merkmal für Intelligenz.

Das gilt nach Ingers Aussage auch für die Frühfremdsprachen: Zuerst muss das Kind die Muttersprache gründlich lernen, erst nachher kann es mit den Fremdsprachen darauf aufbauen. Das ist besonders für die Integration von fremdsprachigen Kinder eine wichtige Voraussetzung.

Weil der Stand der Kinder aus verschiedenen Familienverhältnissen und erst recht von fremdsprachigen Kindern im Zeitpunkt des Schuleintritts sehr unterschiedlich ist, hat die Volksschule erst recht die Pflicht, einen intensiven und durch die Lehrerin geführten muttersprachlichen Unterricht für alle anzubieten, so dass der einzelne Schüler bis zum Ende der Schulzeit die Unterschiede kompensieren oder zumindest verringern kann. Dazu gehört das regelmässige Schreiben von Diktaten und Aufsätzen und der stetige Versuch, den Schülern das Lesen in der Freizeit näher zu bringen. Diese grundlegende Aufgabe der Volksschule wird heute grob vernachlässigt: Wer nicht zu Hause gefördert wird, lernt über die ganze Schulzeit hinweg Lesen und Schreiben der Muttersprache nur sehr mangelhaft.

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  Wer die Schule regiert
Geschrieben von: Schulpfleger - 09-06-2018, 06:17 PM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

von Barbara Müller Gächter, 4.9.2018
Im Wochenende der NZZ vom 31.8.2018 thematisiert Martin Beglinger „den bildungsindustriellen Komplex“.

Ab Spalte 4 Seite 52 schildert er die Rolle der Schweiz. Er hält fest, dass „vor allem die OECD seit rund 30 Jahren sehr wohl einen starken Einfluss auf die Schweizer Bildungspolitik“ hatte und erwähnt die Forschungsarbeit von Regula Bürgi.

Der Physiker und Statistiker Andreas Schleicher habe sich in den 1990er Jahren regelmässig in Bern persönlich beim Bundesamt für Statistik informiert, um genauere Zahlen, den Schweizer Bildungsbetrieb betreffend, zu erhalten. Jedoch fehlte ein Ansprechspartner auf Regierungsebene. „Dieses Vakuum füllte die  Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK), die sich fortan als Scharnier zur OECD etablierte und damit auch ihre Stellung im Inland gegenüber dem Bund massiv stärkte“.  Unabhängig von ihren Mitgliedstaaten erfanden die OECD-Verantwortlichen in Eigenregie in den 1990er Jahren die PISA-Tests und machten sich dadurch unentbehrlich.

Der Erziehungswissenschafter Jürgen Oelkers, emeritierter Professor in Zürich, gab den Anstoss zu einem zentralen Wechsel in der Schweizer Bildungspolitik, nämlich den Wechsel von den Lehrerseminaren zu den pädagogischen Hochschulen.
Vorangetrieben wurden die Reformen vom damaligen Zürcher Erziehungsrat Ernst Buschor, zu dieser Zeit Professor für Betrieswirtschaftslehre an der Hochschule St. Gallen „und glühender Verfechter des New Public Management (NPM). Buschor verlangte mehr Effizienz und pochte auf harte Zahlen“.

Wird nun Bildungsökonom Stefan Wolter, der den „Bildungsbericht Schweiz 2018“, „ein Wälzer mit vielen Grafiken und Statistiken“ gefragt, welche Reformen in der Volksschule in den letzten 20 Jahren funktioniert hätten, heisst es: „Wir wissen es nicht“.

Bemerkungen:
Was in all diesen schriftlichen Bemühungen auffällt, ist, dass ausschliesslich „Schule“ diskutiert wird. So verwendet hat dieses Wort keinen Inhalt und wird zum Phantom. Geht man historisch zurück in die Jahre 1799 und folgende, so war das Anliegen Philipp Stapfers , dass alle Kinder Lesen, Schreiben und Rechnen lernen sollten. Es geht also um Unterricht im Gegensatz zu Erziehung. Bei einigen Kindern geht dieses Lernen „wie von selbst“, wie man in den Lehrerkommentaren zu den Erstleselehrwerken des 20. Jhs nachlesen kann. Bei anderen Kindern braucht es das Wissen, wie Buchstaben als optische Zeichen sich zu den gesprochenen Lauten verhalten. Obendrein ist zusätzlich das Wissen und die Erfahrung, wie Kleinkinder sprechen lernen, unumgänglich. Dieses Wissen ist bis heute in der Pädagogik nur marginal zu finden und sämtliche Lehrmittel, inklusive die digitalen, weisen trotz aller Bemühungen diesbezüglich immer wieder mehr oder weniger gravierende Fehler auf.

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