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  Lernformen des Lehrplan 21 in der Realität
Geschrieben von: Schulpfleger - 07-12-2016, 05:55 PM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Wie sehen die "Neuen Lernformen" des Lehrplan 21 in der Praxis aus? Hier als eindrückliches Beispiel der Kommentar einer Mutter zum Artikel "Die Chancen des altersdurchmischten Lernens" in der Migros-Zeitung (https://www.migrosmagazin.ch/leben/familie/artikel/die-chancen-des-altersdurchmischten-lernens)

Alexandra Müller [Gast]
Geschrieben am 19. Mai 2015

Ich kann dem Kommentar von Herrn Schütz und Frau R. nur in höchstem Masse beipflichten. In unserem Dorf hat es knapp hundert Kinder in der Primarschule. Tendenz steigend, da viel gebaut wird, laut Schulleitung sinkend, also muss eine neue Schulform her. Diese haben wir nun seit ein paar Jahren (Basistufe mit 1. + 2. Kindergarten plus 1. und 2. Klasse zusammen). Geführt in zwei Klassenzügen, ab diesem Sommer in drei Zügen, da es nun doch plötzlich zu viele Kinder hat. Dann haben wir noch die ADL- Klassen in den oberen Stufen (4. - 6. Klasse Parallel in zwei Klassen geführt und noch eine 3. - 6. Klasse). Die 3. - 6. Klasse wird neu so geführt und für uns Eltern ist es der Horror. Unsere Kinder wurden aufgeteilt auf diese Klassen, ohne Rücksicht auf Wohnort, Gspänndli oder Ähnliches. In den Klassen hat es bis 26 Kinder. Es ist laut, wild und ein Durcheinander. Die Kleinen dürfen draussen spielen (im Flur oder auf dem Pausenplatz) wann sie wollen. Beaufsichtigt durch die Lehrerin, welche immer auf demselben Platz sitzt. Die Kinder laufen zu ihr um mit ihr die nächsten Aufgaben zu besprechen. Jedes für sich und individuell. Kinder welche sich nicht konzentrieren können haben ein riesiges Problem (also die Mehrheit der SchülerInnen). Gegen das Lautsein gibt es Gehörschütze (leider aus Spargründen zu wenige). Die verhaltensauffälligen Kinder (auch mit grösseren geistigen Behinderungen) sitzen neben Hilfspersonen, welche auch immer am reden und erklären sind.

Es gibt keine richtige Struktur und kaum Regeln. Jedes Kind kann und darf als Individuum selbständig seinen Schulstoff erarbeiten. Auch wenn viele das gar nicht können und total überfordert sind. Sie erhalten kaum Unterstützung, da sie immer irgendwie durchschleifen. Sie fallen auch nicht auf, da sie in der grösse der Klasse untergehen. Falls die Eltern in der Lage sind müssen sie diese Defizite zuhause ausbaden, oder eben Nachhilfe nehmen. Kinder mit grossen Defiziten erhalten Stützunterricht, auch die fremdsprachigen kommen nicht zu kurz. Und all die Anderen? Die müssen selber schauen. Auch die gelösten Arbeiten werden von den Lehrern nicht mehr kontrolliert, das müssen die Kinder in Gruppen selber machen. Überfordung auf ganzer Linie ist das Resultat. Wenn die Eltern bei den Lehrern antraben wird von immer schwierigeren Eltern gesprochen. Die Schulleitung wimmelt einen ab und die Schulpflege ist total überzeugt von diesem System. Es sind ja auch fast ausschliesslich Leute in diesen Ämtern, welche schon lange keine Schulkinder mehr haben. Dann tönt es doch so schön das Ganze.

Die Realität ist aber ganz anders. Die kleineren oder schwächeren SchülerInnen sind total überfordert, die grösseren und stärken SchülerInnen sind unterfordert und genervt. Die gleichaltrigen Kinder bleiben trotz allen künstlichen Bemühungen unter sich (war doch bei uns auch schon so) und auch Mobbing und Ausgrenzung gibt es immer noch. Vielleicht sogar noch mehr, da die Schwächeren nun noch fast vier Jahre ältere "Gegner" haben. Das wird dann von einem Heer von Spezialisten aufgefangen. IF, IR und wie das alles heisst. Für die Auffälligen wieder. Ich wüsste zu gerne, was das alles in Wahrheit kostet, denn darüber wird immer geschwiegen. Engagierte, ältere LehrerInnen machen das nicht mit und möchten eine Klasse führen und nicht nur Statist sein. Viele suchen sich neue Jobs und so kommen viele Junge LeherInnen an diese Stellen. Wie sie es aber gelernt haben in der Theorie mit der heutigen Lehrerausbildung funktioniert es dann aber halt oftmals nicht. Es gibt halt nicht das Standartkind und die Standarteltern.

Wir versuchen als Eltern schon seit langem, etwas gegen diese Schulform zu unternehmen. Wir erhalten keine Unterstützung von irgendeinem Amt. Auch in der Presse wird ADL nur gelobt. Wir haben Unterschriften gesammelt. 70 % der Eltern wünschen sich das alte System zurück, auch Doppelklassen (Kindergärten zusammen, 1./2. Klasse etc.) wären in Ordung. Wir werden von der Schulleitung und der Schulpflege nur belächelt. Wir sind halt nicht Professoren und Experten mit Diplom, wir sind nur uns sorgende Eltern. Da der Schulleiter selber auch noch unterrichtet ist es bekannt, dass Kinder von aufmüpfigen Eltern schlechter behandelt werden. Unsere Kinder sind ein Schul- Experiment und müssen in ein paar Jahren vermutlich selber erfahren, was sie verpasst haben. Wenn es um Lehrstellensuche oder weiterführende Schulen geht. Dann wird es knallhart. Kein Kuscheln mehr. Ach ja, nun wird es ja in der Oberstufe ebenfalls eingeführt. Mir tun die Kinder leid, welche eben nicht standart, normalgebildet und augeglichen sind....

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  Lehrplan 21 – keine Methodenfreiheit und kein Klassenunterricht mehr!
Geschrieben von: Schulpfleger - 07-09-2016, 11:45 AM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Entgegen den Behauptungen in den Medien gibt es mit dem Lehrplan 21 keine Methodenfreiheit und keinen bewährten Unterricht durch den Lehrer mehr. Bezeichnend dafür ist, dass das Wort „Methodenfreiheit“ in den „Grundlagen für den Lehrplan 21“ der D-EDK von 2010 noch vorkommt in den 2016 überarbeiteten Grundlagen für die Kantone jedoch weggelassen wurde. Zitat D-EDK (https://www.lehrplan.ch/sites/default/files/Grundlagenbericht.pdf): «Mit der Kompetenzorientierung ergibt sich eine veränderte Sichtweise auf den Unterricht. Lernen wird verstärkt als aktiver, selbstgesteuerter, reflexiver, situativer und konstruktiver Prozess verstanden.» Mit der „veränderten Sichtweise auf den Unterricht“ der Kompetenzorientierung gibt es anstelle von Methodenfreiheit und Unterricht durch den Lehrer nur noch „Methodenvielfalt“ und „Lernunterstützung“ durch „Lernbegleiter/Lerncoach“ für das „selbstgesteuerte, individualisierte Lernen“.

Methodenfreiheit für den einzelnen Lehrer ist nur mit dem bewährten Klassenunterricht in Jahrgangsklassen möglich. Bei den „Neuen Lernformen“ des LP21 („selbstgesteuertes Lernen“, „individualisiertes Lernen“, „altersdurchmischtes Lernen AdL“ usw.) verändert sich die ganze Schulhausstruktur: die freie Unterrichtsmethode für einzelne Lehrer wird zur von oben verordneten „Lern“methode für das ganze Lehrerteam. Sie wird von der Schulpflege und dem Schulleiter eigenmächtig – an Gemeindeversammlung und Eltern vorbei - festgelegt und ist für das ganze Schulhaus oder die Schulgemeinde gültig. Das ist bei den LP21-Versuchsschulen heute schon so. Die Lehrer haben nur noch die Wahl, mitzumachen oder die Stelle zu wechseln. Wird der LP21 flächendeckend eingeführt, können die Eltern nicht mehr in eine Gemeinde mit dem bewährten Klassenunterricht wechseln, sie können dann nur noch wählen, wenn sie sich eine Privatschule leisten können. Das ist der Grund, warum es in mehreren Gemeinden im Zürcher Unterland und am Zürichsee seit einigen Jahren zu Elternprotesten und massenhaften Lehrerkündigungen gekommen ist.

Die Zürcher Gemeinde Obfelden war eine Ausnahme. Dort konnten die Eltern ab 2006 in der Primarschule wählen, ob sie ihre Kinder in die Jahrgangsklasse oder in die umstrittene, neue AdL-Klasse einschulen wollten. Eltern sind extra nach Obfelden gezogen, weil es dort diese Wahlmöglichkeit gab. 2014 entschied die Obfelder Primarschulpflege plötzlich die Regelklassen aufzulösen und gegen den Willen vieler Eltern und Lehrer ganz auf altersdurchmischte Klassen umzustellen. Offenbar waren die Erfahrungen der Eltern mit den AdL-Klassen so negativ, dass sie sich vermehrt für die bewährten Jahrgangsklassen entschieden haben.

Dass man die Schüler mit dem Lehrplan 21 isoliert und sie quasiindividuell von einem Lerncoach betreuen lässt, wirkt sich negativ auf die Chancengleichheit aus: «Darunter leiden vor allem die schwachen Schüler, die Starken starten durch, die Schwachen werden noch schwächer. Da geht eine Schere auf.» Ralph Fehlmann, Dozent für Fachdidaktik an der Universität Zürich, Beobachter 4/2015. Das erfolgreiche Schweizer Bildungssystem darf nicht am Volk vorbei klammheimlich beerdigt werden!

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  Lernplan 21 – Wie wenig ändert sich wirklich?
Geschrieben von: Schulpfleger - 06-24-2016, 09:03 AM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Die Erziehungsdirektoren behaupten landauf landab, mit dem Lehrplan 21 (LP21) würde sich „wenig ändern“.

Der LP 21 würde für die Eltern nichts ändern, sie könnten ihre Kinder weiterhin in der Schule abgeben und abholen. Sie bräuchten sich bis zur Berufswahl auch nicht mehr um die Schulleistungen ihrer Kinder zu kümmern, weil der LP21 auf den Qualitätskriterien der von den USA dominierten neoliberalen Wirtschaftsorganisation OECD beruht und „hohe Leistungen und gleiche Chancen für alle Kinder“ garantieren soll.

Für die Lehrer bringe das „selbstgesteuerte Lernen“ des LP21 viele Erleichterungen: als „Lernbegleiter“ müssten sie nicht mehr unterrichten, keinen Klassenunterricht mehr vorbereiten und wären nicht mehr für das Lernen der Schüler verantwortlich. Das Bereitstellen von „Lernumgebungen“ mittels fertigen Arbeitsblättern vom Internet und der einmal wöchentliche Input und - wenn zeitlich möglich - ein Coachinggespräch mit jedem Schüler würde sie enorm entlasten. Dass „Lernbegleiter“ möglicherweise in Zukunft bei weniger Aufwand auch weniger verdienen könnten, wurde bisher noch nicht erwähnt.

Die Schüler würden sich mit dem LP21 in der Schule wieder wohl fühlen, weil sie von dem anstrengenden Klassenunterricht befreit wären und nun vom ersten Schultag an „selbstgesteuert lernen“ könnten. Sie wären alleine für ihr Lernen verantwortlich und könnten selber bestimmen, was, wie, wann, wo und ob sie lernen sollen. Die „Lernbegleiter“ würden ihnen individuelle Arbeitsblätter austeilen und sie sonst in Ruhe lassen. Wenn sie trotzdem noch eine Frage hätten, könnten sie mit dem „Lernbegleiter“ einen Besprechungstermin abmachen. Das „selbstgesteuerte Lernen“ dauert für die meisten Schüler natürlich zeitlich länger, weil sie sich „auf offene Aufgaben einlassen, Beziehungen erforschen, Vermutungen formulieren und eigene Lösungsalternativen suchen“ müssen. Damit sie damit nicht in Stress kommen, werden im LP21 die fachlichen Ziele vermehrt nach hinten, in die nächsten Klassen, verschoben oder ganz aufgegeben.

Im Rechnen bedeutet das zum Beispiel, dass das Verstehen und Auswendiglernen des Einmaleins, das heute in der zweiten Primarschulklasse stattfindet, auf die 2er, 5er und 10er-Reihe beschränkt würde. Erst Ende der sechsten Klasse müssten die Schüler gemäss LP21 «die Produkte des kleinen Einmaleins kennen“. Sollte das Einmaleins noch nicht sitzen, dürfen sie ab der fünften oder sechsten Klasse die «Grundoperationen mit dem Rechner ausführen». Auf verbindliche Ziele im Rechnen wird in der Oberstufe sogar ganz verzichtet. Ein späterer Lehrmeister kann sich allerdings nicht darauf verlassen, dass sein Lehrling Prozentrechnungen auf dem Taschenrechner ausführen kann.

Wenn sich so „wenig ändert“, fragt sich der Steuerzahler natürlich, weshalb trotz Sparrunden im Bildungsbereich für den umstrittenen Lehrplan 21 Millionen von Steuergeldern in Lehrplanumstellungen, Lehrerweiterbildungen, neue Lehrmittel und ein Lehrplanmonster mit 2700 Kompetenzteilzielen verschwendet werden sollen? Und wer schon bezahlen muss, sollte deshalb auch ein Wörtchen mitreden können, bevor das erfolgreiche Schweizer Bildungssystem am Volk vorbei klammheimlich beerdigt wird!

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  Lehrplan 21 als Standortnachteil für die Wirtschaft
Geschrieben von: Schulpfleger - 06-07-2016, 08:17 PM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Gegenwärtig soll in verschiedenen Kantonen mit dem umstrittenen Lehrplan 21 die radikalste Änderung des Schulsystems seit Bestehen der Volksschule vorgenommen werden. Dass die Bedenken, die von der Lehrerschaft, besorgten Eltern und Pädagogikprofessoren, angemeldet wurden, ihre Berechtigung haben, zeigen die schlechten Resultate der LP21-Versuchsschulen, die mit der „Kompetenzorientierung“ und ihrem „selbstgesteuerten“ oder „selbstorganisierten Lernen SOL“ den bewährten Klassenunterricht weitgehend abgeschafft und qualifizierte Lehrer zu „Lernbegleiter“ degradiert haben. Die Schüler werden allein gelassen, in dem es ihnen überlassen wird, wann, wie, wo und ob sie lernen wollen. Die übereilte Einführung dieser wissenschaftlich nicht abgesicherten „Neuen Lernformen“ könnte für die Pionierkantone und deren Gewerbe zu einem wirtschaftlichen Standort-Nachteil werden, wie das der Reformpionierkanton Basel-Stadt schon einmal schmerzlich erleben musste.

Basel-Stadt hat mit dem Schulgesetz von 1988 eine Reihe von sogenannt fortschrittlichen Schulreformen eingeführt und damit in der Schweiz eine Vorreiterrolle übernommen. Bereits fünf Jahre später (Basler Zeitung vom 12.10.93) zeigten sich jedoch die ersten negativen Resultate: Ein Ausbildungsleiter einer grossen Basler Chemiefabrik meldete, dass von 45 Lehrverträgen für Chemie-Laboranten nur noch einer mit einem Stadt Basler Schulabgänger abgeschlossen werden konnte. 1995 berichtete der Generaldirektor des Schweizerischen Bankvereins in einer Sondersitzung des Basler Grossen Rates zum Problem der nachlassenden Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Basel (NZZ vom 3.4.95) über die gravierenden Auswirkungen der Basler Schulreformen. Der Bankverein könne nur noch 20 Prozent seiner Lehrlinge aus dem Kanton Basel-Stadt rekrutieren. Wie die Ergebnisse der Eignungstests für das Medizinstudium zeigten, waren mittlerweile auch die Maturanden Opfer der Schulreformen geworden. In den 1990er Jahren haben die Stadt-Basler Bewerber beim Eignungstest für das Medizinstudium gesamtschweizerisch am schlechtesten abgeschnitten.

Obwohl der Zusammenhang mit den umstrittenen Schulreformen offensichtlich war, konnte der Kanton Basel-Stadt unbehindert seinen Reformkurs weiterführen. Die einst als „fortschrittlich“ hochgelobte Orientierungsschule war 2015 kaum ganz abgeschafft, als die Stadt Basel als Pionierkanton direkt auf den „Lehrplan 21“-Zug aufsprang. Das veranlasste beteiligte Lehrer zu folgenden Bemerkungen: «Einmal mehr dienen wir und die Schulkinder dem Erziehungsdepartement als Versuchskaninchen. Bereits die Einführung der Orientierungsschule als Basler Unikum sei ein einziges Experiment und ein riesiger Fehler gewesen. Und jetzt passen wir unser System dem Rest der Schweiz an, noch bevor die anderen Kantone die Neuerung selber umsetzen.» („Neuer Lehrplan ohne Bücher“, Basler Zeitung, 27.10.2015)

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  LP21 - Kompetenzenorientierung als konstruktivistisches Lehr- und Lernverständnis
Geschrieben von: Schulpfleger - 05-16-2016, 09:53 AM - Forum: Lehrplan 21 - Antworten (1)

Die LP21-Befürworter behaupten die Bewertung nach dem Kompetenzmodell wäre transparenter und vergleichbarer als die Notengebung. Wie sieht nun eine solche Bewertung in der Schulpraxis aus? Nehmen wir dazu ein einfaches Beispiel:

Kompetenzcodierung BS.1.A.1 „Sich-Orientieren“, Auftrag 1. Zyklus: 3a. „Die Schülerinnen und Schüler können sich in der Sporthalle und auf dem Pausenplatz selbstständig zurechtfinden“. http://lu.lehrplan.ch/index.php?code=a|9|0|1|1|1&hilit=101hS5LChM2yUFY5VDTsCfwGkEBuVZYyc#101hS5LChM2yUFY5VDTsCfwGkEBuVZYyc

Wie kann der Lehrer beurteilen, ob sich ein Schüler in der Sporthalle und auf dem Pausenplatz zurechtfinden kann? Was für Kriterien muss er zu Hilfe nehmen? Weil der Lehrplan 21 dazu nichts sagt, wird jeder Lehrer ein eigenes Kriterium "erfinden" müssen, womit jedoch die Vergleichbarkeit nicht mehr gewährleistet ist. Ein Lehrer wird die Tatsache, dass ein Kind den Weg von der Garderobe in die Turnhalle gemeistert hat, als Vorhandensein dieser Kompetenz bewerten. Was aber, wenn er nur seinen Kameraden nachgelaufen ist? Wenn ein Lehrer das genauer messen möchte, müsste er ein aufwändiges Testszenario ausarbeiten und zeitaufwändig durchführen, um den Grad des Vorhandenseins dieser Kompetenz bei jedem Schüler individuell feststellen zu können.

Warum geht man von der einfachen, vergleichbaren Notengebung weg? Die Kompetenzorientierung beruht auf dem konstruktivistischen Lehr- und Lernverständnis und verlangt gemäss den „Grundlagen für den Lehrplan 21“ https://www.lehrplan.ch/sites/default/files/Grundlagenbericht.pdf als alleinige „zeitgemässe“ Methode das „selbstgesteuerte Lernen“, Zitat D-EDK: «Mit der Kompetenzorientierung ergibt sich eine veränderte Sichtweise auf den Unterricht. Lernen wird verstärkt als aktiver, selbstgesteuerter, reflexiver, situativer und konstruktiver Prozess verstanden.»

Die Pädagagogische Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz lehrt die angehenden Lehrerstudenten „Kompetenzen als konstruktivistisches Lehr- und Lernverständnis“, Zitat: „Lernen wird als konstruktiver, aktiver, selbstgesteuerter, sozialer, problem-orientierter (bzw. situierter) Prozess verstanden (u.a. nach Mandl 2000; Reusser 2013)“. http://www.oda-kt.ch/fileadmin/user_upload/pdf/D/Grundlagen/4_OdAGZ_2014_03_05_Praesentation_Austausch_BV.pdf

Mit dem „selbstgesteuerten Lernen“ werden Klassenunterricht und Lehrer abgeschafft, weil jeder Schüler selber entscheiden muss, wie, wann, wo und ob er lernen will. Damit arbeitet jeder Schüler vom ersten Schultag an allein, in seinem Tempo und die Lernstandschere in der Klasse geht immer weiter auseinander (Chancengleichheit ade!).

Da die Schüler immer unterschiedlich weit im Stoff sind, können keine Klassenprüfungen – die Grundlage der bisherigen Notengebung - gemacht werden. Damit wird die angebliche Methodenfreiheit beim LP21 nicht nur beim Unterricht sondern auch bei der Notengebung zur Farce, der Lehrer wird gezwungen als „Lernbegleiter“ kompetenzorientiert zu arbeiten. Falls er dazu nicht bereit ist, würde ihm - in den Versuchsschulen schon heute - die Kündigung nahegelegt.

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Lightbulb Appenzeller LP 21-Initiative zurückgezogen
Geschrieben von: Schulwart - 04-09-2016, 05:57 PM - Forum: Lehrplan 21 - Antworten (1)

Vielleicht richtungsweisend - folgende kantonalen Zusicherungen haben Paul Bannwart bewogen, seine Initiative zurückzuziehen:


- Bei der geplanten Umsetzung wird weiterhin auf die Kultur, Tradition und die christlichen Grundsätze Rücksicht genommen.

- Es wurde versichert, dass selbstgesteuertes oder individualisiertes Lernen gegenüber anderen Lehrmethoden nicht bevorzugt wird.

- Es werden keine Lernlandschaften geschaffen, wo Kinder mit dem Computer alleine gelassen werden.

- Eine Veränderung der Rolle der Lehrpersonen in Richtung Lerncoach ist nicht vorgesehen. 

- Altersdurchmischtes Lernen ist kein Thema in Appenzell Innerrhoden. 

- Die Basisstufe als Ersatz für den Kindergarten war zu keinem Zeitpunkt vorgesehen.

- Das erste Kindergartenjahr bleibt freiwillig.

- Es wird weiterhin auf die zweite Fremdsprache an der Primarschule verzichtet. Das bedeutet auch in der Stundentafel mehr Raum und schränkt die Teilnahme an Vergleichstests ein.

- Gegenüber jährlichen Standardtests auf eidgenössischer Ebene verhält sich der Kanton zurückhaltend.



Ob Appenzell Innerrhoden fähig sein wird, seine Versprechungen langfristig zu halten, ist im Auge zu behalten.

Sollten dereinst sämtliche Spuren vom Netz verschwunden und die Versprechungen vergessen sein, haben wir diesem Thema zwei aktuelle Beiträge als Zeitzeugen im PDF-Format angehängt.

Was ist eure Meinung hierzu? Empfindet ihr proaktive kantonale Versprechungen als richtungsweisend oder als ausgefeilte Hinhaltetechnik, bis der Bund diese plattwalzt?



Angehängte Dateien
.pdf   Appenzeller_LP_21-Initiative_zurueckgezogen.pdf (Größe: 279.63 KB / Downloads: 4)
.pdf   Appenzell_Innerrhoden_fuehrt_radikale_Schulreformen_nicht_ein.pdf (Größe: 200.13 KB / Downloads: 4)
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  Binnendifferenzierung wird zur Binnenselektion
Geschrieben von: Schulpfleger - 03-04-2016, 06:34 PM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Hauptziele des umstrittenen Konzepts des Lehrplan 21 und seines deutschen Pendants, der ebenfalls umstrittenen Gemeinschaftsschule, sind „soziale Gerechtigkeit zu schaffen“ und „Heterogenität zuzulassen“. Heterogenität soll die Chancengleichheit erhöhen und Selektion aus der Schule verbannen. Selektion ist für diese Schulreformer wie Weihrauch für den Teufel. Deshalb wird Heterogenität massiv gefördert (Total-Integration, altersdurchmischtes Lernen AdL, Mehrjahreszyklen, Sammelfächer, Kompetenzen statt Wissen usw.) und alles abgeschafft, was nur irgendwie nach Selektion bzw. äusserer Differenzierung riecht (dreiteiliges Schulsystem, homogene Jahrgangsstufen, Noten, Klassenunterricht, Kleinklassen, Sonderschulen, vielfältige Schularten, Förderkurse usw.).

Um diese Heterogenität überhaupt möglich zu machen, braucht es millionenteure bauliche Veränderungen, vom gläsernen Grossraumschulzimmer für Binnendifferenzierung, über computergestützte Einzelarbeitsplätze bis zu ganzen Schulhausneubauten. Da äussere Differenzierung (gemeinsamer Klassenunterricht in möglichst leistungshomogenen Jahrgangsklassen) verpönt und wegen der bewusst geschaffenen Heterogenität nicht mehr möglich ist, muss auf Binnendifferenzierung mittels „selbstreguliertem Lernen“ und „Individualisierung“ umgestellt werden, um für jeden einzelnen Schülern individuelle „Zugänge zum Lerninhalt“ und „Lernumgebungen“ bereit stellen zu können.

Die neueste wissenschaftliche Studie der Universitäten Tübingen und Heidelberg (Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 27.2.2016: „Lehrer wie Dompteure im Zirkus“)   zeigt nun aber am Beispiel der umstrittenen Gemeinschaftsschule, dass Chancengleichheit mittels Heterogenität und Binnendifferenzierung nicht zu haben ist. Laut Studie haben es gerade die schwachen Schüler schwer, weil leistungsschwächere Schüler beim Lernen eine stärkere Strukturierung brauchen. Während stärkere Schüler problemlos ihren Wochenplan abarbeiten können und erst am Ende eine Rückmeldung benötigten, seien schwächere Schüler mit der Wahlfreiheit beim Lernen („selbstgesteuertes Lernen“) überfordert.

Die Reformhits „Heterogenität“ und „Individualisierung“ sind viel zeitintensiver als der bewährte Klassenunterricht. Im Gegensatz zu den gängigen Behauptungen haben die „Lernbegleiter“ nicht mehr Zeit, um auf das einzelne Kind eingehen zu können, im Gegenteil. Obwohl die Gemeinschafts- und LP21 Versuchsschulen mit einer ungewöhnlich guten Ausstattung und bei der Lehrerzuweisung bevorzugt werden, sind die „Lernbegleiter“ mit der Bereitstellung der Lernpakete für die individuellen Arbeitsphasen und die verschiedenen Niveaustufen zeitlich derart überfordert, dass einzelne Schulen, ihr vielgerühmtes Coaching-Gespräch mit den Schülern einstellten. Erstaunlicherweise wurde das von Anton Strittmatter, Mitglied der Projektgruppe „Grundlagen für den Lehrplan 21“, schon im Jahre 2010 bestätigt: „Der «Lehrplan 21» geht davon aus, dass die Lehrpersonen wegen den Heterogenitätsbedingungen an Schulen (…)  Heterogenität nie wirklich zu «meistern» vermögen".

Die Studie bestätigt die hohen Leistungsunterschiede und die grosse Belastung der Lehrer durch das „selbstgesteuerte Lernen“. Die „Lernbegleiter“ berichten, dass sie nicht mehr einfach nur unterrichten, altersgerecht lehren und Wissen vermitteln dürfen und fürchten sich vor den Konsequenzen ihrer Kritik. Erstmals erfährt man von „Insidern“ etwas über die schlechten Leistungen und das tiefe Niveau der Gemeinschaftsschulen. Dabei waren Schülern und Eltern in Hochglanzbroschüren bessere Lernergebnisse durch die neuen Gemeinschaftsschulen versprochen worden.

Tatsächlich findet mit den neuen, offenen Lernformen wie dem „selbstgesteuerten Lernen“ eine Binnenselektion ab dem ersten Schultag statt. Die unterschiedlichen Lerngeschwindigkeiten zwischen den heterogenen Schülern führen zu einem immer grösseren Schereneffekt und die Niveauunterschiede treten offen zutage, wenn zum Beispiel Fünftklässler noch Schwierigkeiten beim flüssigen Lesen im Deutschen haben. 52 Prozent der Fünftklässler einer Gemeinschaftsschule lagen bei der Lernstandserhebung unter dem erwarteten Niveau. Nur eine Schülerin wies die Fähigkeiten auf, die in der fünften Klasse eigentlich erreicht sein müssen.

Auch wenn Bildungspolitiker, Wirtschaftseliten, Eltern und sogar Lehrer von den angeblichen Vorteilen der neuen Lernformen überzeugt werden können, die Schüler an den Einzelarbeitsplätzen haben ein feines Gespür, wo sie und wo ihre Kameraden mit ihrer Lernleistung stehen. Wenn Schüler in einer heterogenen Grossgruppe tausend Mal feststellen müssen, dass sie nie eine Chance haben, einmal zu den besseren zu gehören, wie das zum Beispiel in einer Kleinklasse möglich gewesen wäre, werden ihre Motivation und ihre Leistungen massiv darunter leiden. Dann kann von Chancengleichheit und höherer Bildungsqualität keine Rede mehr sein.

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  LP21 Gesinnungssoldaten für Untertanenideologie?
Geschrieben von: Schulpfleger - 02-24-2016, 03:45 PM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Es vergeht kaum eine Woche in der nicht ein "Hund" in Sachen Lehrplan 21 von den Medien ausgegraben wird und jedes Mal werden die Beteuerungen der Erziehungsdirektoren, „der Lehrplan 21 ändere nichts“, Lügen gestraft. Jede weitere Enthüllung zeigt, dass bei der Volksschule "kein Stein auf dem anderen" bleiben würde und dass unsere Kinder nach den neoliberalen Plänen der Wirtschaftsorganisation OECD (Pisa) zu angepassten Untertanen umerzogen werden sollen.

Genau in diese Richtung zielt auch die kürzlich von der Basler Zeitung aufgedeckte, willkürliche Beurteilung des Charakters im Schulzeugnis, mit dem Kinder lebenslänglich abgestempelt und bei der Lehrstellensuche ungerechterweise benachteiligt würden. Dabei geht es nicht nur darum, aus der Volksschule einen neuen globalen Markt zu machen, sondern das ganze Denken, Empfinden und Handeln der Kinder und Lehrer soll einer wirtschaftlichen Denk- und Handlungsweise und Marktlogik angepasst werden. Derart soll der Mensch als «Wirtschaftsmensch (homo oeconomicus)» auch in Liebe und Kindererziehung «rationalen Vorteilsentscheidungen» folgen, so dass sein Handeln vorhersagbar und damit steuerbar wird.

Schon 1961 stellte die OECD auf einer Konferenz mit Vertretern der neoliberalen Chicagoer School of Economics als bildungsökonomischen Ideengeber ihre Pläne im Klartext vor: «Heute versteht es sich von selbst, dass auch das Erziehungswesen in den Komplex der Wirtschaft gehört, dass es genauso notwendig ist, Menschen für die Wirtschaft vorzubereiten wie Sachgüter und Maschinen. Das Erziehungswesen steht nun gleichwertig neben Autobahnen, Stahlwerken und Kunstdüngerfabriken. (…) Das bedeutet nicht weniger, als dass Millionen Menschen von einer Lebensweise losgerissen werden sollen, die seit Jahrhunderten und Jahrtausenden das Lebensmilieu ausmachte. Alles, was bisher an Schule und in der Erziehung in diesen Ländern geleistet wurde, verfolgte soziale und religiöse Ziele, die vorwiegend (…) Resignation und spirituelle Tröstung gewährten; Dinge, die jedem wirtschaftlichen Fortschrittsdenken glatt zuwiderlaufen. Diese jahrhundertealten Einstellungen zu verändern, ist vielleicht die schwerste, aber auch die vordringlichste Aufgabe der Erziehung in den Entwicklungsländern.» (OECD 1961, S. 38, 40).

In Augen der OECD zählt diesbezüglich auch die Schweiz zu den Entwicklungsländern. Diese Pläne sollen nun mit dem Lehrplan 21 in unserer Volksschule umgesetzt werden, ohne dass die Bevölkerung aufgeklärt werden soll, welche heimtückischen Pläne hier zugrunde liegen und wohin die gefährliche "Reise" gehen soll.

Es erstaunt nicht, dass immer mehr Menschen sich gegen solche Machenschaften zu Recht empören, wie die Politologin Regula Stämpfli in der Basler Zeitung vom 23.2.: «Die Notenbanker des Hirns – unglaublicherweise auch unter sozialdemokratischer Führung – wollen künftig junge Menschenleben vermessen, wägen, aussortieren (!), als Waren so normieren,damit sie dem «Bildungswettbewerb» entsprechen. Allein den Lehrplan 21 lesen schreit nach Notfalldrogen. Die Lehrer sollen künftig beurteilen, wie «Gefühle situationsbedingt ausgedrückt und wahrgenommen werden» oder ob die Schüler den Richtlinien gemäss «Konflikte benennen» können. (…) Wörter richten Unheil an, das wissen wir spätestens seit den Nazis und den Sowjets. Der Lehrplan 21 ist das sinnentleerte Endprodukt börsenvergifteter Herrschaftsformen. Und wie bei jeder neuen Machtergreifung sollen einmal mehr Lehrer und Beamte die Speerspitze obrigkeitshöriger Kompatibilität vormachen. Glücklicherweise können wir nun – nicht zuletzt dank neuer Technologien – diese Gestalten des Unglücks noch bremsen. Ein erster Schritt besteht darin, diese bildungspolitische Aktienmentalität so zu dekonstruieren, dass sie im laufenden 21. Jahrhundert nur noch als hässliches Souvenir einer absterbenden Ideologie im Museum aufbewahrt wird. Ja klar: Die Vitrine wird ein Papierkorb sein. »

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  LP21 Gesundheitswarnung – weitere Zunahme von Ritalin-Kindern
Geschrieben von: Schulpfleger - 02-18-2016, 06:17 PM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Die Studie „Behandlung von ADHS bei Kindern und Jugendlichen im Kanton Zürich“ der „Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften“, Forschungsstelle Gesundheitswissenschaften vom November 2014 weist darauf hin, dass die auslösenden Faktoren von ADHS vermehrt in den Lebenswelten der Kinder und ihrer Familien gesucht werden müssten. Deshalb müsse für die Etablierung einer Diagnose oder die Planung einer Intervention immer auch die Umwelt (Situationen zu Hause, in der Schule usw.) der Kinder berücksichtigt und untersucht werden.

Das Informationsbulletin der „Schweizerischen Vereinigung Eltern gegen Drogen“ und des „Dachverbandes Drogenabstinenz Schweiz“ vom März 2016 macht folgende Veränderungen durch die Schulreformen für die starke Zunahme von ADHS- und Ritalin-Kindern verantwortlich:

Die Überforderung der meisten Vierjährigen durch die Einführung des obligatorischen Kindergartens und gleichzeitig des Blockunterrichts (vier Lektionen pro Morgen) sowie der Zwang eines festen Stundenplans und schulähnlichem Lernens anhand von Arbeitsblättern usw. führe zu Entwicklungsdefiziten. Als grosser Fehler wird die Integration aller Kinder in Regelklassen angesehen, weil dadurch eine grosse Unruhe in die Schulzimmer gekommen ist, was zu einer Überforderung leistungsschwacher, fremdsprachiger oder verhaltensauffälliger Kinder und deren Lehrer führt. Der deshalb zunehmend in Anspruch genommene Förderunterricht findet während der regulären Unterrichtszeit statt, wobei diese Kinder den Unterrichtsstoff der Regelklasse verpassen. In einem solchen Umfeld wird die Konzentrationsfähigkeit der Kinder durch die Unruhe überstrapaziert und gute Schulleistungen sind schwierig zu erbringen.

Nicht genug damit, wurden auch noch zwei Frühsprachen mit einer fragwürdigen Didaktik gegen die kritischen Stimmen von Lehrpersonen, Pädagogen und Sprachwissenschaftlern eingeführt, um die Kinder in ein Sprachbad einzutauchen. Das Bad ist so gross wie ein See und die Kinder als Nichtschwimmer erhalten keine Schwimmhilfen (Rechtschreibung, Grammatik oder Wörtlilernen). Diese verfehlte Methode ist eine Nachahmung des Sprachenlernens in einem fremdsprachigen Gebiet oder in einer fremdsprachigen Familie, wo Kinder 40% pro Tag diese Fremdsprache hören und sprechen.

Alle diese Reformelemente sollen mit dem Lehrplan 21 gesetzlich zementiert werden und dazu sollen Unterricht und Lehrer abgeschafft sowie individualisiertes und selbstgesteuertes Lernen obligatorisch werden, in welchem leistungsschwächere Kinder die grossen Verlierer sein werden. Werden in der Volksschule diese unsinnigen Reformen und der Lehrplan 21 nicht umgehend gestoppt und der Unterricht den Bedürfnissen und dem Entwicklungsstand der Kinder angepasst, muss mit einer weiteren massiven Zunahme von sogenannten ADHS- oder Ritalin-Kindern gerechnet werden.

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  Dogma des LP21 kann KMUs in den Ruin führen
Geschrieben von: Schulpfleger - 02-04-2016, 10:30 AM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

«Bildung muss zu einer selbständigen Lebensweise befähigen», erklärt Stefan Vannoni von Economiesuisse in der NZZ am Sonntag vom 31.1.2016. Die von der Economiesuisse und dem Lehrplan 21 propagierte "selbständige Lebensweise“ führt allerdings jeden Betrieb in den Ruin.

In den „Grundlagen für den Lehrplan 21“ wird von der D-EDK als einzige Methode das „selbstgesteuerte Lernen“ vorgeschrieben. Das bedeutet, dass Unterricht und Lehrer abgeschafft werden, weil die Schüler selber bestimmen, wie, wann, was und ob sie lernen wollen. Als Lehrmeister kenne ich keinen Lehrbetrieb, der einen Lehrling einstellt, der selber bestimmen will, wie, wann, was und ob er arbeiten will.

Mit „Lernbegleiter“, die nicht mehr unterrichten dürfen, wird keine gute Schule und keine hohe Bildungsqualität möglich sein. Das könnte das Ende des Lehrerberufs bedeuten. Den Job als „Lernbegleiter“, der „Lernumgebungen“ zur Verfügung stellt, in dem er Arbeitsblätter von Bertelsmann & Co. vom Internet herunterlädt und an die Schüler verteilt, können auch gratis arbeitende Senioren oder Zivildienstleistende machen.

Verschwinden die qualifizierten Lehrer, sinkt unser Bildungsniveau in den Keller und zieht Wirtschaft und Wohlstand mit hinunter. In der LP21-Versuchsschule, der Sekundarschule Eichi in Niederglatt haben sich während des Reformprozesses über 75% der Lehrer aus dem Staub gemacht.

Das kann nicht im Sinne unserer KMUs sein, die über 99% aller Betriebe ausmachen! Der Titel des NZZ-Artikels vom 31.1.2016 „Die Wirtschaft will den Lehrplan 21“ ist deshalb nicht nur irreführend, sondern ganz einfach falsch.

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