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  Fremdspracheninitiative – Harmonisierung findet auf der Sekundarstufe statt
Geschrieben von: Schulpfleger - 04-23-2017, 09:43 AM - Forum: Sprachen in der Primarschule - Keine Antworten

("Knacknuss Primarschul-Französisch", NZZ vom 21.4.2017)

Bei der Volksinitiative «Mehr Qualität – eine Fremdsprache in der Primarschule», über die am 21. Mai abgestimmt wird, wird gebetsmühlenartig das Argument wiederholt, es brauche in allen Kantonen Frühfremdsprachen wegen der Harmonisierung. Eltern und Lehrer können schon lange beobachten, dass Oberstufenschüler, die keine Frühfremdsprachen hatten, den Vorsprung ihrer Mitschüler mit Frühfremdsprachen innert einem halben Jahr aufholen. Das wird nun auch von wissenschaftlichen Vergleichsstudie zwischen den Kantonen Aargau und Solothurn bestätigt, wo vier Jahre Frühenglisch auf der Oberstufe in einem halben Jahr aufgeholt wurden.

Folglich spielt es keine Rolle, ob man von einem Kanton mit einer oder zwei Frühfremdsprachen in einen Kanton umzieht, wo die Fremdsprachen nur auf der Oberstufe, dafür aber intensiv gelernt werden. Ob man nun mit Französisch oder Englisch auf der Primarstufe anfängt, ist ebenfalls „Hans was Heiri“, weil es keinen Langzeitvorteil gibt, der auf der Oberstufe nicht innert Kürze aufgeholt werden kann und das, dank dem erst auf dieser Stufe möglichen analytischen Lernen.

Ein JA zur Fremdspracheninitiative, macht Ressourcen auf der Primarstufe frei, die dringend für die Verbesserung der - von KMUs und Eltern angemahnten - miserablen Deutschkenntnisse (siehe Pisa 2012 und 2015) eingesetzt werden müssen. Ohne gute Deutschkenntnisse können weder Fremdsprachen noch MINT-Fächer erfolgreich gelernt werden.

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  LP21-OECD-Kompetenzorientierung verdrängt unsere humanistische Bildung
Geschrieben von: Schulpfleger - 04-23-2017, 09:38 AM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Der Psychologe Weinert konstruierte 1998 für die OECD eine „Kompetenzorientierung“, die nun mit dem Lehrplan 21 daherkommt und unser humanistisches Bildungssystem an die Wand fährt. Pisa zeigt klar auf, dass Länder, die das traditionelle Bildungssystem hochhalten - wie die asiatischen - auf den Spitzenplätzen landen, während Länder, die die Kompetenzorientierung eingeführt haben – wie  GB, Neuseeland, Finnland usw. -, seither immer weiter abstürzen. Zahlreiche kompetenzorientierte Experimente wie der „selbstgesteuerte“ Wochenplan usw. lassen auch die Schweiz seit Pisa 2012 in allen Fächern abstürzen: 20% der Schulabgänger sind kaum vermittelbare funktionale Analphabeten.

Das humanistische Bildungssystem orientiert sich an der Natur des Menschen, Wissen wird von einer Generation an die nächste weiter gegeben. Je mehr Wissen ein Lehrer hat, desto mehr kann er an seine Schüler weitergeben. Bisher haben die Lehrpläne in der Volksschule garantiert, dass die Schüler bis Schulende genügend grundlegendes und umfassendes Wissen gehabt haben, um einen nahtlosen Übergang in die Berufsausbildung oder ein weiterführendes Studium zu ermöglichen. Lernen, Lernziele und Lehrmittel sind altersgerecht, strukturiert und vom einfachen zu schwierigen aufgebaut. Die Lehrer vermitteln den vorgegebenen Stoff im direkten Klassenunterricht so effizient wie möglich, damit alle Schüler die Lehrplanziele erreichen können. Um alle mitnehmen zu können, werden möglichst homogene Klassen gebildet. Ob das nötige Wissen in ausreichender Qualität vorhanden ist, wird mit einem effizienten und transparenten Prüfungs- und Notensystem ermittelt. Die Methoden- und Lehrmittelfreiheit ermöglicht jedem Lehrer, die bestmöglichen Methoden zu wählen, um die vorgegeben Stoffziele erreichen zu können.

Die OECD-„Kompetenzorientierung“ ist das pure Gegenteil der humanistischen Bildung. Sie will nur diejenigen Kompetenzen fördern, die in der globalen Wirtschaft angeblich benötigt werden. Deshalb sind die Lehrpläne mit Tausenden von Kompetenzschritten ausgestattet, die eine „massgeschneiderte“ Auswahl an Kompetenzen ermöglichen sollen. Es wird nicht mehr umfassend, sondern nur noch exemplarisch gelernt, überfordernde Aufgaben stehen neben unterfordernden. Die Methode „Kompetenzorientierung“ kommt vor dem Stoff oder dem Lerninhalt, deshalb besteht auch Methoden- und Lehrmittelzwang. Klassenunterricht ist verpönt, die Lehrer sind nur noch „Lernbegleiter“ und dürfen nicht mehr unterrichten. Der Schüler soll alleine, selbstbestimmt und „selbstgesteuert“ mit den obligatorischen LP21-Selbstlern-Lehrmitteln lernen. Was, wann, wie und ob er lernt, kann er selber bestimmen. Die Kompetenzorientierung geht von der Idee aus, dass je weniger der Schüler auf den Lehrer angewiesen sei, desto selbstbestimmter könne er lernen. Dass das „selbstgesteuerte Lernen“ viel länger dauert und der Schüler dabei weniger als die Hälfte des bisherigen Wissens erwirbt, wird in Kauf genommen. Die Kompetenzorientierung trägt der Tatsache nicht Rechnung, dass Lernen in erster Linie ein in zwischenmenschlicher Prozess ist, in dem die Lehrer einen der wichtigsten Plätze einnimmt.

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  Fremdsprachen lieber spät und intensiv, als lange, halbbatzig und viel teurer
Geschrieben von: Schulpfleger - 04-12-2017, 06:58 AM - Forum: Sprachen in der Primarschule - Keine Antworten

Die am 21. Mai im Kanton Zürich zur Abstimmung kommende Volksinitiative «Mehr Qualität – eine Fremdsprache in der Primarschule» der Zürcher Lehrerverbände will, dass es in der Volksschule weiterhin zwei Fremdsprachen geben soll, eine davon ab Primarstufe und die zweite (wieder) ab Oberstufe. Der Lernzuwachs bei Fremdsprachen ist auf der Oberstufe überdurchschnittlich gross und effizienter, weil die Schüler erst ab diesem Alter analytisch lernen können. In Lehrer- und Elternkreisen ist schon lange bekannt, dass schwächere Schüler mit den Frühfremdsprachen überfordert sind und deshalb nicht mehr richtig Deutsch lernen. Unternehmer betonen zwar die Wichtigkeit der globalen Fremdsprache, erachten aber die teils unbefriedigende Kompetenz in der Erstsprache als grösseres Problem.

Schon die Zürcher Langzeitstudie von 2014 zeigte, dass Fremdsprachenunterricht in der Primarschule mit rund zwei Wochenlektionen pro Sprache wenig bringt. Oberstufenschüler lernen in einem halben Jahr gleich viel. Einen Langzeiteffekt von Frühenglisch gibt es nicht. In der Zentralschweizer Studie der Universität und Pädagogischen Hochschule Freiburg von 2016 verfehlten bei zwei Fremdsprachen an der Primarschule zwischen 50 und 75 Prozent der Schüler die Französisch-Lernziele am Ende der 6. Klasse.

Auch die jüngste Studie des Instituts für Bildungsevaluation der Uni Zürich von Ende 2016 beweist, dass Frühfremdsprachen viel kosten, aber wenig bringen. Im Aargau wird Englisch ab der 3. Primarklasse als erste Fremdsprache unterrichtet. Solothurner Schüler hatten zum Zeitpunkt der Untersuchung erst ab der 7. Klasse Englisch. Wer danach weiter zur Schule ging, holte den Unterschied von 4 Jahren Frühenglisch nach maximal einem Jahr auf.

Seit es auf der Primarstufe zwei Frühfremdsprachen gibt, fristet der Deutschunterricht ein Aschenbrödeldasein. Dabei ist das Beherrschen der Erstsprache Deutsch (für die vielen Migrantenkinder ist es bereits eine Zweitsprache, wenn man von der Mundart absieht) die Voraussetzung nicht nur für einen Erfolg beim Erlernen jeder Fremdsprache sondern auch für alle anderen Fächer. Die MINT-Fächer sind betroffen, weil mathematisch-technische Aufgabestellungen ohne gutes Deutsch nicht verstanden werden können. Mit dem Lehrplan 21 würde die Sprachenkompetenz noch schlechter, weil Deutsch und Fremdsprachen wegen der „Kompetenzorientierung“ nur noch „selbstgesteuert“ im Monolog mit Computer und Tablet gelernt werden sollen.

Die Deutschkenntnisse der Schweizer Schüler stürzten bereits bei Pisa 2012 ab. Pisa 2015 war noch schlimmer: bereits 20% der 15jährigen in der Schweiz haben ungenügende Grundkenntnisse in Deutsch und Lesen. Sie sind für den Arbeitsmarkt kaum mehr vermittelbar und können der IV zur Last fallen. Die Verschiebung einer Frühfremdsprache auf die Oberstufe bringt nicht nur bessere Sprachqualität und auch langfristig viel weniger Kosten, sondern macht Ressourcen auf der Primarstufe frei, um die mangelhaften Deutschkenntnisse wieder zu verbessern.

Für die Fremdspracheninitiative braucht es ein JA, weil der wirtschaftliche Wohlstand unseres Landes auf einer breiten Volksschulbildung beruht und wir uns keine Zweiklassengesellschaft mit 20% funktionalen Analphabeten leisten können.

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  Was steckt hinter dem „Aufstand der Lehrer“?
Geschrieben von: Schulpfleger - 03-27-2017, 08:19 AM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

(zum Artikel "Aufstand der Lehrer", Sonntagszeitung vom 26. März 2017)

Ende der 1990er Jahre begann die lange Leidensgeschichte der Lehrer und der demokratischen Volksschule, als der Wirtschaftswissenschaftler, NPM-Stratege und Erziehungsdirektor des Kantons Zürich die Vermarktwirtschaftlichung der Volkschule zu einem profitorientierten Dienstleistungsbetrieb einleitete. Als erste Schritte wurden Manager (Schulleiter) und Frühenglisch eingeführt, Pädagogik und Lehrfreiheit aus den Schulzimmern verdrängt, Lehrer wurden zu Mitarbeitern und Schüler zu Klienten. Gleichzeitig führte die Kunst- und Sportschule Zürich mit dem „Wochenplan“ erstmals das „selbstgesteuerte Lernen“ ein, mit der Vision dereinst die Lehrer durch Computer ersetzen zu können.

Ab 2006 legte ein sechsköpfiges Projektteam mit dem Chefreformer der Lehrerdachorganisation LCH im Auftrag der D-EDK in den „Grundlagen für den Lehrplan 21“ die „Kompetenzorientierung nach Weinert/OECD“ mit dem „selbstgesteuertem Lernen“ fest. https://www.lehrplan.ch/sites/default/files/Schlussbericht%20Projekt%20Lehrplan%2021_2015-06-18.pdf Seite 7 (abgerufen 29.3.2017)


„Mit den Kompetenzen sinkt das Bildungsniveau, die Auseinandersetzung mit Fachinhalten wird zweitrangig“. Prof. Jochen Krautz, NZZ vom 14.7.2014

Erste Schritte Richtung „selbstgesteuertes Lernen“ bildeten die Abschaffung der Kleinklassen, die Totalintegration und die altersgemischten Schulen. Damit wurde bewusst eine Heterogenität geschaffen, die in vielen Schulzimmern den Klassenunterricht verunmöglichten und die von oben propagierte Individualisierung für viele Lehrer unausweichlich wurde.

Die Folgen dieses radikalen Umbaus der bewährten Volksschule zeigten sich erstmals bei Pisa 2012, als die Schweiz in allen Fächern abstürzte, was mit Pisa 2015 noch schlimmer wurde. 2016 ebnet der LCH mit dem Leitfaden „Externe Bildungsfinanzierung“ den globalen Bildungskonzernen den Weg ins Klassenzimmer. Die Kantone bereiten sich auf die Einführung des Lehrplans 21 vor, der mit der OECD-Kompetenzorientierung auf der Unterrichtsebene das „selbstgesteuerte Lernen“ bringt. Um dafür die Voraussetzungen zu schaffen, werden die Schulen unter dem Schlagwort „Digitalisierung“ mit teuren Tablets und Computern ausgerüstet und neue, stoffarme Lehrmittel als „Selbstlernmittel“ Lehrplan 21-kompatibel gemacht. Klassenunterricht wird so verunmöglicht, der Lehrer aus dem Lernprozess gedrängt und zum „Lernbegleiter“ degradiert. Gleichzeitig sollen die Lehrer mit dem neuen Berufsauftrag den übrigen Staatsangestellten „gleichgestellt“ werden.

Die OECD Länder, die die OECD-Kompetenzorientierung eingeführt haben, stürzen auch bei Pisa 2015 immer weiter ab. Solche Länder wie Grossbritannien und Schweden haben die Volksschule bereits zu einem grossen Teil mit sogenannt „Freien Schulen“ privatisiert, bei denen der Staat (Steuerzahler) die Finanzierung übernimmt, während die privaten Betreiber die Lehrerlöhne drücken und grosszügige Dividenden ausschütten, was sich allerdings auf die Schulqualität verheerend auswirkt.



„Es kann gut sein, dass der Lehrplan 21 damit der Privatisierung der Schweizer Schulen Vorschub leistet, weil er es internationalen Anbietern ermöglicht diese Dienstleistung zu übernehmen“. Jürg Brühlmann, Leiter der pädagogischen Arbeitsstelle beim LCH, Beobachter vom 20.2.2015


70% von 1200 Aargauer Lehrern lehnen in einer Umfrage das „selbstgesteuerte Lernen“ - den zentralen Punkt bei der Lehrplan 21-Reform - klar ab. Seit 2014 laufen den Schulen die Lehrer davon, nach fünf Jahren ist die Hälfte der Junglehrer weg. Lehrer verlassen das sinkende (Pisa 2012 und 2015) Volksschulschiff, wechseln auf private Dampfer oder setzen sie selber in Gang. Lehrerverbände lassen ihre Lehrer im Stich und wollen die Lehrerabgänge mit der Aufnahme von Schulsozialarbeiter, Sozialpädagogen oder Schulpsychiater kaschieren. Der Lehrerverband im Kanton Bern hat das Wort „Lehrer“ bereits aus dem Verbandsnamen gestrichen!


In vielen Kantonen sind Volksinitiativen hängig, um die bewährte Volksschule zur retten, die den bisherigen wirtschaftlichen Erfolg unsere ressourcenarmen Landes garantierte.

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  Was macht eine gute Schule aus? – Wissenschaftlich gesehen ist es völlig klar!
Geschrieben von: Heilpädagogin - 03-22-2017, 10:38 AM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Was macht eine gute Schule aus? – Wissenschaftlich gesehen ist es völlig klar!

Diese grundlegende pädagogische Frage stellen sich Wissenschaftler aus verschiedenen Bereichen und finden gut begründete Antworten. Letzten Herbst hörte ich innerhalb einer Woche von drei Referenten aus ihrem je unterschiedlichen Blickwinkel überzeugende Antworten. Theoretisch wäre die Frage also geklärt. Doch fragt man sich einigermassen irritiert, warum sich die Schulentwicklung im 21. Jahrhundert nicht nach diesen klaren pädagogischen und erziehungswissenschaftlichen Erkenntnissen richtet, sondern Kinder als Humankapital betrachtet, das in der globalisierten Welt funktionieren soll.

Doch der Reihe nach. An einer vom Netzwerk heterogen Lernen (einem Projekt der PH Chur) organisierten Serenata referierte der Neurologe Prof. Dr. med. Joachim Bauer zum Thema «Was wir von der Hirnforschung für die Schule lernen können». Er legte einleuchtend dar, dass Spiegelung und Resonanz Voraussetzung und Kern einer gelingenden pädagogischen Beziehung sind. Das heisst, die Lehrperson wirkt durch ihre Persönlichkeit, durch ihre Begeisterung, durch die wertschätzende Kritik. Ihre Körpersprache und ihre Worte wirken auf die Kinder, die angewiesen sind auf wohlwollendes, ermutigendes und forderndes Echo. Auf sich selbst gestellte Kinder verlieren bald die Lust am Lernen. Für Bauer ist klar, dass die Beziehung zwischen der Lehrperson und dem Kind der Dreh- und Angelpunkt jeder pädagogischen Bemühung sein muss.

An einem Podiumsgespräch in Zürich zum Thema: Was bedeutet der LP 21 für das Gymnasium? beklagte der Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Beat Kissling den Abschied von der humanistischen Bildung und stellte die Ökonomisierung der Schule an den Pranger. Warum lassen wir zu, dass unsere Schule nach Kriterien der Nützlichkeit umgebaut wird und alle heute bekannten pädagogischen Erkenntnisse in den Wind geschlagen werden?

An einer weiteren Veranstaltung erläuterte Dr. Arthur Brühlmeier, lange Jahre Lehrer an einer Gesamtschule, Pestalozzikenner und ehemaliger Dozent für Lehrerbildung, dass man auch heute noch die «Schule im Geist von Pestalozzi gestalten» sollte. Er setzte sich für eine naturgemässe Menschenbildung ein und schalt die heutige Schule als viel zu  «kopflastig». So blieben die Entwicklung der Herzenskräfte und das eigene Tun auf der Strecke.

An allen drei Veranstaltungen kam es klar zum Ausdruck, dass Schule nur gelingen kann, wenn sie nach empirisch belegten pädagogischen Vorgaben gestaltet wird. Die Frage ist berechtigt: Wie kommt es, dass trotz der Klarheit dieser Erkenntnisse, die falsche Theorie des selbstorganisierten Lernens Oberhand hat und uns mit dem Lehrplan 21 lawinenartig überrollt. Es bleibt uns nur, weiter den Widerstand aufrecht zu erhalten.

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  Bildungsreformen durch die rosarote Brille betrachtet
Geschrieben von: Schulpfleger - 03-18-2017, 11:23 AM - Forum: Sprachen in der Primarschule - Keine Antworten

Wie kommt es, dass sich bildungsferne Vertreter von Verbandsspitzen besser informiert fühlen, als die Fachleute vor Ort? Wie kann man behaupten, dass der beabsichtigte Paradigmawechsel im Bildungswesen mit dem Lehrplan 21 einen positiven Einfluss auf Gewerbe und Wirtschaft habe, wenn der Praxistest noch bevorsteht? Wieso beharrt man auf den Frühfremdsprachen, obschon wissenschaftlichen Studien und kürzlich veröffentlichte Kantonsvergleiche zeigen, dass die Frühfremdsprachen wenig effizient, sehr teuer und wegen der Verdrängung des Deutschunterrichts, eine der Hauptursachen für die 20% Schulabgänger mit mangelhaften Deutschkenntnisse sind (Pisa 2012 und 2015), die kaum in den Arbeitsprozess integriert werden können? Hat man vergessen, dass der wirtschaftliche Erfolg unseres Landes auf einer breiten Volksschulbildung beruht und dass wir uns keine Zweiklassengesellschaft leisten können?

Die Informationskultur in Wirtschaft, staatlicher Verwaltung und Medien wurde in den letzten zwei Jahrzehnten – von der Öffentlichkeit fast unbemerkt – völlig verändert und hat auch das Bildungswesen erfasst. Anstelle von neutralen Informationen gibt es immer mehr staatliche Propaganda: Negatives wird ausgeblendet und Positives überhöht oder herbeigeredet. Reformen und Neuerungen werden als absolut notwendig und nur positiv dargestellt. Damit die von oben gesteuerten Reformen und Projekte ohne Störungen durchgezogen werden können, werden kritische Stimmen (Vetoplayer) mit Methoden des „Change Managements“ ausgeschaltet und jahrzehntelanges Erfahrungswissen nicht berücksichtigt. Die Aufsichtsbehörden wurden an Schweigepflicht und Datenschutz gebunden und haben kein Sprachrohr zur Öffentlichkeit. Es gibt keine Schulversuche mehr, um die neuen Methoden in kleinem Rahmen in der Praxis zu erproben, um sie allenfalls ohne grosse Kosten und Verluste rückgängig machen zu können. Damit die Öffentlichkeit, die meist millionenschweren Projekte als erfolgreich wahrnimmt, werden sie mit Gefälligkeitsgutachten, präparierten Umfragen und PR-Methoden vermarktet. Die Tagesmedien übernehmen solche präparierten Erfolgsmeldungen aus zeitlichen Gründen meist unkritisch. Mit solchen gefilterten Informationen werden die Stimmbürger im Stich gelassen und sie können sich keine objektive Meinung bilden, wenn sie sich nicht zusätzliche Informationen bei Alternativmedien beschaffen.

Die Volksinitiative «Mehr Qualität – eine Fremdsprache in der Primarschule», die am 21. Mai im Kanton Zürich zur Abstimmung kommt und namentlich von Zürcher Lehrerverbänden unterstützt wird, will eine der bisherigen Frühfremdsprachen wieder auf die Oberstufe verlegen, um dem Deutschunterricht als unverzichtbare Grundlage für das Lernen in allen Fächern wieder mehr Priorität einzuräumen.

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  Ökonomisierung und Indoktrination im Klassenzimmer?
Geschrieben von: Schulpfleger - 03-08-2017, 10:58 AM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Mit dem im Oktober 2016 vom Schweizerischen Lehrerverband LCH herausgegebenen Leitfaden für die „Externe Bildungsfinanzierung“ wird offenbar Wirtschaft und Bildungskonzernen der Weg ins Klassenzimmer geebnet. Jetzt sucht die PH Bern im Auftrag von „EnergieSchweiz“ - beim der auch die Wirtschaft (zum Beispiel Anbieter von Energieunterricht) und Umweltverbände beteiligt sind - Lehrer, die für ein Honorar die vorgefertigten Unterrichtseinheiten der „EnergieSchweiz“ in der Schule ausprobieren oder Lehrplan 21-konforme Unterrichtseinheiten selber herstellen.

Nun wird wohl kaum jemand etwas dagegen haben, wenn die Schüler zu einem schonenden Umgang mit der Umwelt und den Ressourcen angeleitet werden. Problematisch wird es erst dann, wenn dieser Unterricht nicht mehr neutral und ausgewogen erfolgt. Wenn der Unterricht oder die Lehrmittel einseitig, parteiisch oder ohne Pro und Kontra sind, verstossen sie gemäss dem Hamburger Verfassungsrechtler Prof. Dr. Christian Winterhoff gegen das Indoktrinationsverbot. Weil der Staat zur Neutralität verpflichtet ist, müssten sich die Eltern das nicht gefallen lassen, sie hätten das Recht, ihre Kinder von solchem Unterricht befreien zu lassen. Auch Verhaltensänderungen herbeizuführen, wie etwa die „Entwicklung eines nachhaltigen Konsum- und Mobilitätsverhaltens“, ist nicht Sache der Schule sondern des Elternhauses.

Externe Bildungsfinanzierung ist in der Volksschule problematisch, weil im „Gegenzug für die finanzielle Unterstützung“ Zugeständnisse eingefordert werden können, die einen massiven Eingriff in das Berufsbild und das Selbstverständnis des Unterrichtens bedeuten sowie gegen das Neutralitätsgebot verstossen. Die einseitige Propagierung von Lehrplan 21-konformen Unterrichtseinheiten verunmöglicht die freie Methodenwahl. Die Kompetenzorientierung des Lehrplans 21 bedeutet auf der Unterrichtsebene das „selbstgesteuerte Lernen“, das den Lehrer aus dem Lernprozess drängt, weil jeder Schüler mit den Selbstlern-Lehrmitteln oder Tablets alleine im eigenen Tempo lernt. Als Lernbegleiter darf der Lehrer nur „begleiten“ und hat so nicht die Möglichkeit, bei einseitigen Lehrmitteln relativierend oder korrigierend einzugreifen.

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  Fremdspracheninitiative – Deutsch muss auf der Primarstufe wieder Priorität haben
Geschrieben von: Schulpfleger - 03-04-2017, 04:14 PM - Forum: Sprachen in der Primarschule - Antworten (1)

Am 21. Mai wird das Zürcher Stimmvolk über die Volksinitiative «Mehr Qualität – eine Fremdsprache in der Primarschule» abstimmen, die namentlich von Zürcher Lehrerverbänden unterstützt wird. Die Initiative will, dass es in der Volksschule weiterhin zwei Fremdsprachen geben soll, eine davon ab Primarstufe und die zweite (wieder) ab Oberstufe. Für den nationalen Zusammenhalt ist es wichtig, dass Fremdsprachen beherrscht werden und das kann auf der Oberstufe besser gewährleistet werden.

Der Absturz der Schweiz bei Pisa 2012, setzt sich bei Pisa 2015 in allen Fächern unvermindert fort. Besonders schwer wiegt, dass in der Schweiz bereits 20% der 15jährigen ungenügende Grundkenntnisse in Deutsch und Lesen haben. Das kann sich eine Gesellschaft nicht leisten, weil solche Schulabgänger für den Arbeitsmarkt kaum mehr vermittelbar sind und nicht selten bei der IV landen. Seit es auf der Primarstufe zwei Frühfremdsprachen gibt, fristet der Deutschunterricht ein Aschenbrödeldasein. Die auf die Primarstufe verschobenen Fremdsprachen, brauchen dort Zeit und Ressourcen, die jetzt beim Deutschunterricht fehlen. Dabei ist das Beherrschen der Erstsprache (Deutsch) die unbedingte Voraussetzung nicht nur für einen Erfolg beim Erlernen einer Fremdsprache sondern auch für das Sprachverständnis bei alle anderen Fächern (auch den MINT-Fächern!). Die Idee, dass man Fremdsprachen je früher, desto leichter lernt, trifft nur dort zu, wo diese Sprachen auch ausserhalb der Schule täglich gesprochen werden.

Was die Lehrer schon immer feststellen konnten, wurde jetzt auch von der Wissenschaft bestätigt: Der Lernzuwachs bei Fremdsprachen ist auf der Oberstufe überdurchschnittlich gross und effizienter, weil man erst im Oberstufenalter Sprachen analytisch lernen kann. Die Verschiebung einer Frühfremdsprache auf die Oberstufe bringt deshalb nicht nur bessere Qualität und weniger Kosten, sondern macht auch Ressourcen frei, um die mangelhaften Deutschkenntnisse wieder zu verbessern.

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  Demokratische Verankerung der Volksschule vor ihrer Auflösung?
Geschrieben von: Schulpfleger - 02-17-2017, 07:49 AM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Kürzlich berichteten Forschungsbeauftragte der Pädagogischen Hochschule Bern und dem Zentrum für Demokratie in Aarau über die grossen Umwälzungen durch die radikalen Schulreformen auf lokaler Ebene und ihre grundlegenden Auswirkungen auf die demokratische Verankerung der Volksschule (Limmattaler Zeitung vom 11.2.2017: Bedrängte lokale Schulbehörden). Sie weisen darauf hin, dass in der öffentlichen Diskussion die Ebene der Gemeinden und Schulen vergessen wird, auf der HarmoS, Lehrplan 21, Pisa-Studie und andere Reformen umgesetzt und Schulqualität täglich geschaffen werden muss.

Den Anstoss für die demokratisch bedenklichen Veränderungen sehen sie in der Einführung professioneller Schulleitungen in praktischen allen Kantonen, womit neben der direktdemokratisch gewählten Miliz-Schulbehörde (Schulpflege, Schulkommission), die in ehrenamtlicher Arbeit die Schule bisher führte und beaufsichtigte, eine zweite Instanz installiert wurde. Dabei wurden der Schulbehörde die operative Führung und viele Kompetenzen weggenommen und auf die von der Exekutive eingesetzten und gesteuerten Schulleitungen übertragen.

Die Einführung von Schulleitern und der Abbau der Miliz-Schulpflegen erfolgte offensichtlich im Hinblick auf die radikalen Reformen, wie dem Lehrplan 21 und Vorgaben der Wirtschaftsorganisation OECD wie die „Kompetenzorientierung“ nach Weinert. Die Schulleiter müssen mit Hilfe der Mitarbeitergespräche künftig darüber wachen, dass die Lehrer als „Lernbegleiter“ nicht mehr unterrichten, sondern nur noch „begleiten“ und die „Lernumgebung“ für das „selbstgesteuerte Lernen“ bereitstellen. Die Lehrer haben statt mit persönlicher Beziehungen (vor allem mit den Eltern und untereinander) immer mehr mit einer privatwirtschaftlichen Befehlsstruktur (Sitzungen, Mitarbeiterbeurteilung, Evaluation und sogenannte Qualitätssicherung) zu funktionieren.
Inzwischen zeigt sich, dass die Einführung der Schulleiter ein erster Schritt war, um die traditionelle, eigenständige Milizbehörde und steuerberechtigte Schulgemeinden abzuschaffen. In vielen Gemeinden wurde sie in ein nur noch beratendes Organ der Gemeindeexekutive oder das Schulpräsidium als Schulvorstand in die politische Exekutive integriert umgewandelt. Das milizförmig aufgebaute Gemeindewesen ist neben der Schule auch in anderen Bereichen (Gesundheitswesen, Wasser, Strom, service public usw.) den politischen Veränderungen durch die neoliberale Globalisierung (Öffnung von neuen globalen Märkten durch Privatisierung) verbunden mit Demokratieabbau (als sogenannte Handelshemmnisse) ausgesetzt.

Unter dem Vorwand, dass immer weniger Bürger ein Ehrenamt für die Gemeinde übernehmen würden, versucht die politische Gemeindeexekutive operative Aufgaben an sogenannte professionelle Gemeindeverwaltungen oder private Firmen auszulagern, wobei immer „Kostenneutralität“ vorgegaukelt wird. Was manche als schleichende Professionalisierung und Verrat am Milizprinzip kritisieren, bezeichnen andere als einen unumgänglichen Schritt, um zumindest das „Herzstück des Milizsystems“ am Leben zu erhalten können.

Durch den Abbau der Milizbehörden wird engagierten Bürgern als Volks- und Elternvertreter die Möglichkeit genommen, verbindlich auf die Schule Einfluss zu nehmen. Sie können nicht mehr bei Schulzuteilungen, Umteilungen und Übertrittsentscheiden, über die Verfügung disziplinierender Massnahmen, die Anstellung des Schulpersonals oder die Formulierung des Schulprogramms mitbestimmen. Beratende Kommissionen oder Elternräte haben keine verbindlichen Mitwirkungsmöglichkeiten in diesen Bereichen.

Mit der Abschaffung der kollegialen Schulbehörde geht auch die parteipolitische Abstützung verloren, weil die politische Verantwortung für das Schulwesen in einer einzigen Person, dem Schulvorstand in der Gemeindeexekutive, gebündelt ist. Die Legitimierung der Schule in der Öffentlichkeit ist immer weniger gewährleistet. Wenn einer der grössten Ausgabenposten vom Volk nicht mehr beeinflusst werden kann, wenn Steuergelder nicht mehr bei den Schülern und Lehrern ankommen, wenn Bildung abgebaut und die Pisa-Resultate immer schlechter werden, wenn das nötige Vertrauen für den Schulbetrieb in der breiten Bevölkerung nicht mehr sicher gestellt ist, dürften es Investitionen in die Schule immer schwerer haben, vom Stimmbürger abgesegnet zu werden.

Um einen Teil der verloren gegangenen Verankerung im Volk zurückzugewinnen, ist im Kanton Zürich die Initiative «Lehrplan vors Volk» lanciert worden. Der Erlass des Lehrplanes soll von der Verordnungsebene (Bildungsrat, Exekutive) auf die parlamentarische Ebene (Legislative) verschoben werden. Der Kantonsrat soll über den Lehrplan beraten und entscheiden und das Volk hätte mittels Referendum das letzte Wort.

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  „Städteinitiative Bildung“ agiert im Hintergrund
Geschrieben von: Schulpfleger - 02-02-2017, 06:02 PM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Eine dürre sda-Meldung berichtete kürzlich über den Präsidentenwechsel bei der „Städteinitiative Bildung“. Ansonsten erfährt die Öffentlichkeit kaum etwas von dieser nicht demokratisch legitimierten, meist im Hintergrund agierenden Lobby-Organisation, in der Exekutivmitglieder Schweizer Städte vertreten sind. Zur Legitimierung ihrer vom Steuerzahler bezahlten Lobbyarbeit behauptet die „Städteinitiative Bildung“, der Einfluss der Städte in Bildungsfragen sei zu gering. Damit ist der Einfluss der städtischen Exekutiven und ihrer Verwaltung und nicht etwa derjenige der Gemeindeparlamente oder der Stadtbevölkerung gemeint. Als Lobbyorganisation vertritt die Städteinitiative die Interessen der städtischen Exekutiven und ihrer Verwaltungen auf lokaler, nationaler und internationaler  (OECD, EU usw.) Ebene gegenüber Politik (Parlamente), Medien und Öffentlichkeit (Souverän). Unser direktdemokratisches System – von der Städteinitiative abschätzig als „Parallelstrukturen“ bezeichnet - passt ihnen nicht, weil es bewusst die Macht der Exekutive in Schranken hält.

Deshalb will die „Städteinitiative Bildung“  die nach Abschaffung der Lehrerwahl und der Bezirksschulpflege noch verbliebenen demokratischen Aufsichtsorgane (Schulpräsidenten, Schulpflege, Schulkommissionen) innerhalb der Städte abschaffen und nur noch als ihr unterstellte Angestellte wie Schulleiter, Lehrer, Schulevaluationsteam dulden. Unter Umgehung der Gemeinde- und Kantonsparlamente sowie ohne öffentliche demokratische Diskussion versuchen sie im Hintergrund die Weichen nach ihren eigenen Interessen zu stellen. Ein besonderer Dorn im Auge ist ihnen die demokratisch gewählte Schulpflege, die als Volks- und Parteienvertreter die Aufsicht  über die Volksschule  wahrnimmt.

Die «Städteinitiative Bildung» hat neben der Abschaffung der Milizschulpflegen ein ganzes Paket von Forderungen geschnürt: Die Schule soll allein der  Exekutive unterstellt werden, damit diese freie Hand  bei der „Schulentwicklung“ (Einführung Lehrplan 21 usw.) habe. Im Berufsauftrag der Lehrer wollen sie ausgeprägte Kompetenzen im Umgang mit unterschiedlichen Kulturen und Wertehaltungen festschreiben. Der Stadtbevölkerung (urbane Gesellschaft) wollen sie eine „gelebte Heterogenität“ vorschreiben, weil sie „nur in einer mobilen und international vernetzten Welt bestehen könnten“. Die „Frühförderung bei sprachlichen und sozialen Kompetenzen“ sei systematisch auszubauen, weil sie Schlüssel für eine positive Schullaufbahn seien. Altersdurchmischtes Lernen soll wie in der (vom Zürcher Stimmvolk abgelehnten!) Basis/Grundstufe „Ausdruck eines konstruktiven Umgangs mit Vielfalt“ sein, das angeblich „die Chancengerechtigkeit erhöhe“. Gegliederte, leistungsorientierte Schulen, Sonderschulen und Kleinklassen („frühe separierende Übertritte“) sollen vermieden werden, weil sie angeblich stigmatisieren und benachteiligen. Jedoch sollen die Leistungen der Schulen systematisch mit einem Bildungs-Monitoring erfasst werden, das Qualitätsentwicklung ermöglichen würde. Zeugnisse sollen mit dem Kompetenzraster (Kompetenzorientierung) ausgestellt werden. Umfassende Tagesbetreuung (auch in der Ferienzeit) und Tagesschulen seien eine „Chance für eine ganzheitliche Entwicklung und Förderung“ und ermöglichen den Müttern berufstätig zu bleiben (!). Lehrpersonen sollen neben der Unterrichtszeit zu einer gewissen Präsenzzeit in der Schule verpflichtet werden, um „ihre Mitverantwortung am Gesamtwohl einer Schule zu stärken“.

Es wäre interessant, der Frage nachzugehen, warum die gesellschaftsverändernden Positionen der von rot-grünen Städten dominierten «Städteinitiative Bildung» ausgerechnet und weitgehend mit denjenigen der Wirtschaftsorganisation OECD und globaler Bildungskonzerne übereinstimmen? Ein Hinweis findet sich bei der OECD-Kompetenzorientierung (nach Weinert, wie beim Lehrplan 21), mit der Motivation, Willen und soziale Bereitschaften verändert werden sollen.

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