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  Therapien sind sehr erfolgreich
Geschrieben von: Schulpfleger - 12-17-2019, 08:21 AM - Forum: Integration - Keine Antworten

Kinder würden “unnötig therapiert” oder “Therapien würden dauernd zunehmen” ist eine – auch durch die Medien – weitverbreitete Meinung, dabei werden die Therapien oft mit der Sonderpädagogik verwechselt. Die Weiterverbreitung solcher Falschmeinungen können den bewährten, spezialisierten Fachdisziplinen schweren Schaden zufügen. Es ist schon vorgekommen, dass Politiker solche Meldungen als Grund für Budgetkürzungen genommen haben. Leidtragende sind dann immer die Kinder, die deswegen keine Therapie erhalten und denen so die Zukunft verbaut wird.

Logopädie ist die Fachdisziplin, die Sprach-, Sprech-, Stimm-, Schluck- oder Hörbeeinträchtigung zum Gegenstand hat. Die Störungen im Bereich der Logopädie umfassen eine grosse Bandbreite und reichen von fehlender oder falscher Lautbildung (sch, s, ch und R), falscher Zungenhaltung bis zu Stottern und Mutismus (Stummheit). Deshalb ist die Dauer der Therapie unterschiedlich. Mangelndes Sprachverständnis be- oder verhindert das Lernen in fast allen Schulfächern.

Als Therapien gelten in der Volksschule nur die Logopädie, die Psychomotorik und Psychotherapie, alles andere – wie sonderpädagogische Massnahmen – gelten nicht als Therapien. Die Therapien finden in einem Therapieraum mit einer Therapeutin und normalerweise einem Kind statt. Bevor eine Therapie stattfindet, wird – ähnlich wie beim Arzt – eine Diagnose mit Hilfe von geeigneten, meist validierten Diagnosetests erstellt. Rund 5 von 100 Kinder benötigen eine Therapie. Dieses Verhältnis ist seit Jahren stabil geblieben. 2008 musste die Volksschule wegen dem NFA alle bisher von der IV bezahlten privaten Therapien übernehmen. Die Therapeutinnen haben kein Interesse, unnötig Kinder zu therapieren, da sie oft eine längere Warteliste haben. Im Kanton Zürich gibt es ein Kostendach für die Anzahl Therapeuten. Es werden normalerweise nur Kinder in Therapie oder Warteliste aufgenommen, deren Eltern bereit zur Mitarbeit sind, damit ein Therapieerfolg möglich wird.

Bei rund 70 Prozent der behandelten Kinder kann die Sprachauffälligkeit zu 100% behoben werden, bei 30 Prozent kann immerhin eine Verbesserung erzielt werden. Diese Erfolgsquote gilt auch international. Ohne Therapien dürften bei Pisa 2018 die 24 Prozent (unter Niveau 2) bzw. 47 Prozent (unter Niveau 3) der getesteten Schweizer Schulabgänger, die den gelesenen Text nicht verstehen, noch höher ausgefallen sein.

Siehe auch: https://condorcet.ch/2019/12/bei-der-logopaedin/#comment-170

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  Absturz seit 2012 wegen Kompetenzorientierung
Geschrieben von: Schulpfleger - 12-04-2019, 09:52 AM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Bei der Pisa-Berichterstattung werden offenbar gewisse auffälligen Zusammenhänge zwischen den Resultaten einzelner Länder ausgeblendet. Das ist zum Beispiel der Zusammenhang zwischen gehäuften Reformprojekten und Verschlechterung der Resultate. Ebenso der Zusammenhang zwischen der Umstellung auf die Kompetenzorientierung insbesondere der OECD-Staaten (USA, GB, Neuseeland, Australien, Finnland, Niederlande, Dänemark, Schweden) und den in einem Abstand von 10 bis 15 Jahren eingetretenen Abwärtstrend bei den Pisa-Resultaten. Die in Deutschland 2005 erfolgte Umstellung auf die Kompetenzorientierung fällt 2015 für die reformfreudigen Bundesländer (z.B. „Musterländle“ mit Fratton-Gemeinschaftsschule) auch nach der Deutschland internen IQB-Erhebung verheerend aus. Der einstige Pisa-Sieger Finnland führte 1990 einen neuen Lehrplan mit Kompetenzorientierung ein: der Pisa-Absturz erfolgte 2006, zwischen 2003 und 2012 waren es mit 25 Punkten ein ganzes Lernjahr.

Der Vergleich mit anderen, schlechten OECD-Ländern, wie er von den Medien dargestellt wird, ist irreführend.
Nur der BLICK berichtet ungeschönt und auch darüber, dass die Schweizer Leseresultate von der OECD aufgebessert wurden:

"Laut der PISA-Studie sind die Resultate der Schweizer Schulkinder seit 2012 schlechter geworden, und zwar in allen Disziplinen".

Leseresultate wegen Migranten a u f g e b e s s e r t:

"Die OECD hält zur Studie auch fest, dass in der Schweiz die Zahl der
Schulkinder ausländischer Herkunft zwischen 2009 und 2018 stark zugenommen hat. 2018 hatten in der Schweiz 34 Prozent der Schülerinnen und Schüler einen Immigrationshintergrund. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, wurden die Lese-Resultate um fünf Punkte aufgebessert. (…)"


Das Resultat 30jähriger Schulreformen: die Hälfte (!) der Schulabgänger erreichen nach 11 Schuljahren nur Niveau 2 und darunter: Sie können den gelesenen Text nicht verstehen:

Die Pisa-Aufgaben 2018 sind zu rund 80 Prozent mit den Lesekompetenzen des Lehrplans 21 kongruent. Bei Pisa 2018 liegen 24 Prozent (Pisa 2015: 20 Prozent) der getesteten Schweizer Schulabgänger unterhalb des Niveaus 2 (sechsteiliger Kompetenzniveau-Raster), zusammen mit denjenigen mit Niveau 2 sind es 47 Prozent.

Seit 30 Jahren werden in der Schweiz die spezialisierten Einrichtungen zur Förderung der schwächeren Schüler abgebaut (von Heilpädagogen geführte Kleinklassen, Einführungsklassen, verschiedene Typen von Sonderschulen usw.). Es wird alles getan, um die angeblich schädliche Selektion vermeiden zu können (schwächere Schüler werden in Regelklassen integriert, Ober- und Realschulen werden in Sekundarschulen unbenannt, Sek C-Klassen werden aufgelöst, der Kindergarten wird zur Schule, Jahrgänge werden durchmischt, schwächere Schüler werden von Lernzielen befreit und erhalten bessere Noten, Noten werden abgeschafft, Schüler kommen in die nächste Schulklasse, auch wenn sie das Jahrgangsziel nicht erreichen und ihre Lücken immer grösser werden, Betreuungseinrichtungen für Kleinkinder werden ausgebaut usw.). Um Gleichheit herstellen zu können, wird ausgerechnet die Heterogenität gefördert.

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  Sprachwissenschaft bei Lehrerausbildung kaltgestellt
Geschrieben von: Schulpfleger - 10-30-2019, 08:53 AM - Forum: Sprachen in der Primarschule - Keine Antworten

NZZ, 28.10.2019 Leserbrief von Rudolf Wachter
Rudolf Wachter ist emeritierter Professor für vergleichende Sprachwissenschaft an der Universität Basel. Bild: Academy of Europe

Dass das Französischlehrbuch «Mille feuilles» durchfällt, wundert mich überhaupt nicht (NZZ18. 10. 19). Aber wir hauen hier wieder einmal den Sack und meinen den Esel! Die Ursache des Debakels liegt nämlich nur scheinbar in diesem Lehrbuch (das ich noch nie gesehen habe), in Tat und Wahrheit liegt sie in uns allen, Fremdsprachenlernen war noch nie so unpopulär wie heute. Nicht einmal gutes Englisch zu lernen, wird mehr für nötig erachtet. Es gibt ja «Google Translate».

Die Anfänge der Misere gehen in die 68er Zeit zurück. Seither findet die Bildungspolitik–mit zunehmender Billigung auch durch die rechte Hälfte der Gesellschaft–, Grammatik müsse aus dem Sprachunterricht verschwinden. Zu schwer. Etwas später kam die Forderung dazu, auch Wörterlernen müsse für unnötig erklärt werden. Zu mühsam.

Willige Didaktiker, die den Zeitgeist erkannten, entwickelten daraufhin Konzepte, die die Bildungspolitiker im Glauben wiegten, ihre Forderungen seien umsetzbar. Die Sprachwissenschaft, die den Bluff von jeher durchschaut hat, wurde nicht gefragt, ja bei der Lehrerausbildung regelrecht kaltgestellt.

Heute gibt es in den Schulen kaum mehr Sprachlehrkräfte, die Grammatik und Wortschatz, und überhaupt das Phänomen der menschlichen Sprache, so spannend und sprachübergreifend erklären können, wie ich es selber in der Schule –vor allem im Latein-, Englisch-und Deutschunterricht– erlebt und anschliessend ein Professorenleben lang weiterzugeben versucht habe.

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  Schulische Total-Integration gescheitert
Geschrieben von: Schulpfleger - 10-30-2019, 08:39 AM - Forum: Integration - Keine Antworten

Schulische Integration NZZ 30.10.2019, Zuschriften

Andrea Lanfranchi operiert in seiner Kritik (NZZ, 23. 10. 19) am Gastkommentar von Riccardo Bonfranchi (NZZ, 10. 10. 19) mit dem altbekannten Totschlagargument: Die schulische Integration ist von der Menschenrechtskonvention vorgegeben, also erübrigt sich jede weitere Diskussion. Gleichzeitig gibt er aber implizit zu, dass es einen grossen Ermessensspielraum gibt, weil ja auch heute nicht alle Kinder integriert werden. Mit seinem Hinweis, alle kantonalen Gesetze betonten das Recht auf eine angemessene Schulung, widerlegt er seine Argumente gleich selbst und müsste eigentlich für die Wiedereinführung von Kleinklassen sein.

Denn «angemessen» kann Bildung nur sein, wenn sie auf die Kinder eingeht. Als erfahrene Volksschullehrerin, ehemalige Schulpflegerin und dreifache Mutter sehe ich, dass mit der schulischen Integration das Gebot einer angemessenen Bildung eben nicht erfüllt wird – und zwar weder für die Integrierten noch für alle anderen. Glaubt Herr Lanfranchi wirklich, ein Kind mit massiver Lernbehinderung könne in einer Regelklasse angemessen unterrichtet werden, wenn es auch mit viel Hilfe keine Chance hat, dem Stoff zu folgen? Dieses Kind lernt vor allem, dass es «nichts» kann, was durch Studien belegt ist.

Da helfen auch die zahllosen Bezugspersonen– Heilpädagogen, Sozialpädagogen, Klassenassistenzen, Zivildienstleistende, Team-Teacher und wie sie alle heissen – nichts. Im Gegenteil, sie bringen zusätzliche Unruhe ins Klassenzimmer. Damit dann starke Kinder trotzdem auf ihre Rechnung kommen, werden sie neu in separaten Gefässen gefördert. Wir integrieren also die Schwächeren, um dann die Stärkeren zu separieren. Absurd.

Indem Lanfranchi die schulische Integration weiter als «zugegeben: schwierigen» Auftrag bezeichnet, fordert er wohl dasselbe wie viele seiner Berufskollegen: dass es einfach mehr «Ressourcen» (sprich: Steuergeld) brauche, damit das System funktioniere. Ein System, das deutlich mehr kostet, ohne dass es einen messbaren Nutzen erbringt, ist kein gutes System. Da werden Steuergelder verschleudert. In der Praxis funktioniert das nicht. Die Heilpädagogen könnten in Kleinklassen sinnvoller eingesetzt werden.

Yasmine Bourgeois, Zürich, Mittelstufenlehrerin

Wie vorauszusehen war, wird nun von hoher Bildungsebene der Gastbeitrag von R. Bonfranchi (NZZ, 10. 10. 19) mit wissenschaftlichen Argumenten infrage gestellt. Der Autor wird gewissermassen als Irrender hingestellt. Wo aber werden verhaltensproblematische Kinder erwähnt, wo ist von Burnout, Suizidgefahr von Ängsten zu lesen? Rechtfertigungen vonseiten der an Hochschulen Lehrenden und Forschenden weisen darauf hin, wie hier «bollwerkartig» die eigene Position verteidigt wird.

Heinrich Lang, Ettingen, pensionierter Heilpädagoge

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  Evaluation Frühfranzösisch mit LP21-Lehrmitteln
Geschrieben von: Schulpfleger - 10-02-2019, 06:31 PM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Ergebnisbezogene Evaluation des Früh-Französischunterrichts in der 6. Klasse (HarmoS 8) in den sechs Passepartout-Kantonen durchgeführt von Juni 2015 bis März 2019 am Institut für Mehrsprachigkeit der Universität und der Pädagogischen Hochschule Freiburg im Auftrag der Passepartout-Kantone.

Passepartout sind Lehrmittel, die im Sinne der Kompetenzorientierung des Lehrplans 21 mit dem selbstgesteuerten Lernen bereits im Vorfeld mit Kosten in Millionenhöhe neu konzipiert wurden.

Tab. 2: Erreichung der Grundkompetenzen (A1.2) und der Passepartout-Lernziele (A2.1) nach Fertigkeiten

Grundkompetenzen erreicht in Prozent (A1.2):

Leseverstehen = 62.2%: Die Schüler können einen sehr kurzen, einfachen Satz mehrmals lesen und dabei klar formulierte Informationen verstehen.

Hörverstehen = 86.8%: Die Schüler können in kurzen, einfachen Hörtexten einige Wörter und Ausdrücke und ganz kurze Sätze verstehen, wenn es um sehr vertraute Themen geht

Interaktives Sprechen = 42.5%: Die Schüler können sich auf einfache Art verständigen, wenn ein verständnisvoller Gesprächspartner sich direkt an sie wendet.

Lernziele Passepartout erreicht in Prozent (A2.1)

Leseverstehen = 32.8%: Die Schüler können kurze Texte sowie kurze Textstellen in längeren Texten zu vertrauten, konkreten Themen lesen, um Einzelinformationen zu entnehmen oder die Hauptaussage zu erfassen.

Hörverstehen = 57%: Die Schüler können in vertrauten Situationen und zu vertrauten Themen das Wesentliche von kurzen, klaren und einfachen Durchsagen und Mitteilungen erfassen.

Interaktives Sprechen = 10.8%: Die Schüler können in Gesprächen über vertraute Themen das Wesentliche verstehen und
Verständnis signalisieren, wenn die Gesprächspartner langsam und deutlich artikuliert sprechen und bei Bedarf weiterhelfen.

Fazit der Studie:
Während bei den Ergebnissen der Überprüfung der Erreichung der Grundkompetenzen und der Lernziele des Passepartout-Lehrplans die Resultate im Hörverstehen tendenziell positiv gewertet werden können, weisen die Resultate im Leseverstehen und besonders im Sprechen auf weiteren Entwicklungs- und Handlungsbedarf hin, denn ein beachtlicher Teil der Schüler/innen erreicht am Ende der Primarstufe auch ein elementares Niveau (A1.2) bei den Sprachkompetenzen nicht.

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  Geleitete Schulen - weiterhin ein totes Pferd reiten?
Geschrieben von: Schulpfleger - 08-05-2019, 06:52 AM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Kommentar zum Condorcet-Artikel "Schulleitung an der Volksschule - eine Erfolgsgeschichte?
https://condorcet.ch/2019/08/schulleitung-an-der-volksschule-eine-erfolgsgeschichte/

Im Rechtskommentar des Volksschulamtes zum neuen Volksschulgesetz im Kanton Zürich von 2008 konnte man Folgendes lesen:

„Bereits seit vielen Jahren kennt man in den Schulhäusern mehr oder weniger stark organisierte Formen von Teamsitzungen, meist Konvente oder Hauskonvente genannt. Bislang gab es dazu keine verbindlichen Bestimmungen des Kantons. Es lag im Ermessen der Hausvorständin oder des Hausvorstandes – allenfalls auch aufgrund einer Weisung der Schulpflege – ob bzw. wie sich das Team eines Schulhauses trifft, um gemeinsam Probleme und Fragen zu erörtern. Immerhin schrieb und schreibt das kantonale Recht vor, dass die Lehrperson mit ihren Kolleginnen und Kollegen «in geregelter Form» zusammenarbeiten muss.“

Mit anderen Worten, es war kein Bedarf für Schulleiter, weil sich die Lehrer selber organisierten.

Nach über 20 Jahren „geleitete Schulen“ kommt man nun zur Erkenntnis, dass man gar nicht weiss, ob die Einführung der Schulleiter eine Erfolgsgeschichte ist, Zitat Anderegg: „Mit der Einführung der geleiteten Schulen investiert der Staat zusätzliches Geld ins Bildungssystem und schon aus rein ökonomischen, aber auch aus pädagogischen Gründen muss man sich die Frage stellen, ob dieses Geld wirklich sinnvoll investiert ist".


Was müssen sich Steuerzahler und Eltern dabei denken?

NB. Wollen wir weiterhin ein totes Pferd reiten und bezahlen?

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  Aktuelle Informationen zur Volksschule und Lehrplan 21
Geschrieben von: Schulpfleger - 08-02-2019, 09:41 AM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Mit Gratis-Newsletter:

https://schuleschweiz.blogspot.com/
https://condorcet.ch/kategorie/blog/
https://www.starkevolksschulezh.ch/
https://starkevolksschulesg.ch/

Siehe auch:
https://de.wikipedia.org/wiki/Lehrplan_21

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  Frankreich zerstört die Volksschule – wir sind auf dem gleichen Weg
Geschrieben von: Schulpfleger - 06-20-2019, 09:01 AM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

In Frankreich wurde 1999 die «Charta zum Aufbau der Schule des 21. Jahrhunderts» veröffentlicht, die das Schulsystem in einen „Ort des Lebens für unsere Kinder“ verwandeln will. Bildungsminister Jack Lang (2000–2002) gab die Losung aus: «Die Schule muss ein Lebensraum sein!» Diese Bildungsrevolution ersetzt das durch Unterricht vermittelte Wissen durch Aktivitäten, bei denen die Schüler sich ihr Wissen selber erarbeiten sollen: Die Schule darf keine Schule mehr sein.

Für die Umwandlung der Unterrichts-Schule in eine Lebensraum-Schule, müssen die Institutionen, die Organisationsform und die Personalrekrutierung «methodisch, progressiv und konfliktfrei» angepasst werden. Da diese Schulrevolution dem Willen der Eltern und dem Interesse der französischen Nation widerspricht, muss sie mit einem unverständlichen Jargon als "Qualitätsverbesserung" getarnt werden, obschon in Wirklichkeit alles getan wird, um die Volksschule zu zerstören.

Die Lehrerausbildung erhält ständig andere Namen, unter dem die universitäre Lehrerausbildung verschwindet und durch eine Kurzausbildung für alle Lehrer von der Kindergartenstufe bis zur Universität ersetzt wird. Die Lehrer werden zu «pädagogischen Assistenten» degradiert. Für eine Lebensraum-Schule braucht es kein qualifiziertes, diplomiertes Personal mehr. Unqualifiziertes, schlecht bezahltes Personal wird eingestellt, ohne Berücksichtigung der Nationalität oder irgendwelcher sozialen Kriterien.

Wenn es in der Schule keinen Unterricht mehr gibt, weder Wissen noch intellektuelle Bildung vermittelt werden, keine Lehrziele zu erreichen sind, sondern es nur noch Aktivitäten durchzuführen gilt, braucht auch es keine Unterscheidung mehr zwischen Primar- und Oberstufe. Die verschiedenen Schulstufen samt Gymnasium können nun in «Gesamtschulen» («Ecoles inclusives») zusammengelegt werden.

20 Prozent der Lehrer haben in den letzten Jahren gekündigt. Ihre Unzufriedenheit war noch nie so hoch. Die Lehrer sind in Aufruhr, weil sie durch die Staatsmacht missbraucht werden. Während sie vorgibt, an der Wiederherstellung des Bildungssystems zu arbeiten, findet das Gegenteil statt. Die Situation der Lehrer und der ihnen anvertrauten Kinder wird sich weiter verschlechtern. Die von den Gewerkschaften organisierten Streiks kommen zu spät und dienen nur dazu, die Unzufriedenheit einzudämmen. Alles ist genau geplant und vorbereitet, damit die Bildungsminister ihre zerstörerische Politik weiterführen können.

Quelle: http://www.libertepolitique.com/Actualite/Decryptage/Pourquoi-les-professeurs-sont-ils-en-colere, vom 7. Juni 2019

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  Massenkündigungen - der Widerstand wächst
Geschrieben von: Schulpfleger - 06-15-2019, 06:32 PM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Schon wieder gibt es eine Reihe von Massenkündigungen von Lehrern in der Deutschschweiz. Trotz heimlichen Stillschweigeabkommen (Drohungen mit der Treu- und Schweigepflicht, Datenschutz usw.), Verwedelungstaktik (verschleierte Kündigungsgründe) und völlig fehlender Transparenz dringen immer wieder Details über die Hintergründe von Massenkündigungen durch Lehrer an die Öffentlichkeit, die sich wie ein roter Faden durch alle bisher veröffentlichten Fälle ziehen.

Tatsache ist, dass Lehrer normalerweise so sehr mit dem Schulhaus, dem Lehrerteam und den Schülern verbunden sind, dass sie oft jahrzehntelang oder lebenslänglich im gleichen Schulhaus oder Dorf Schule geben. Massenkündigungen erfolgen nur dann, wenn die Zustände unhaltbar geworden sind und die Lehrer keinen Ausweg mehr sehen. Dass sie dann zu ihrer Existenzsicherung einen anderen Kündigungsgrund vorgeben oder vorgeben müssen, ist nachvollziehbar.

Und immer wieder taucht das gleiche Muster auf:
Will der bisherige Schulleiter umstrittene Reformen auf Druck von oben nicht durchsetzen, weil er das seinen Lehrern und Schülern nicht antun will, wird ein neuer Schulleiter eingesetzt, der womöglich bekannt dafür ist, dass er umstrittene Reformen auch gegen den Widerstand der Betroffenen rigoros durchsetzen wird. Lehrern, die nicht mitmachen wollen, wird mit der Kündigung gedroht.

Der Fall „Wigoltingen“ ist ein Beispiel, wo die NZZ am Sonntag vom 9.6.2019 "Erbitterter Kampf um die Schule" etwas Licht in die beschönigten Verlautbarungen der Schulbehörden bringt und antönt, um was es tatsächlich geht:

Es geht um "grundsätzliche Auseinandersetzungen um pädagogische Konzepte" [mit anderen Worten: rigorose Durchsetzung der „Kompetenzorientierung“ und „Konstruktivismus“ des Lehrplan 21 nach OECD-Vorgaben], "Aufgaben von Lehrpersonen" [das heisst, Degradierung zum Lernbegleiter] sowie um die "Ausrichtung der Volksschule" [durch Einführung von „selbstgesteuertem Lernen“ SOL, altersdurchmischtem Lernen AdL, Abschaffung des Klassenunterrichts usw.]

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  Kommentare zu schulische Integration auf dem Rückzug
Geschrieben von: Schulpfleger - 06-14-2019, 05:15 PM - Forum: Integration - Keine Antworten

Peter Aebersold sagt:
14. Juni 2019 um 9:34 Uhr

Die Integration wurde bei uns von Anfang an falsch verstanden oder falsch umgesetzt. Gemäss UN Behindertenkonvention (Artikel 24 Bildung) dürfen Menschen mit Behinderungen nicht “vom allgemeinen Bildungssystem” ausgeschlossen werden. Die Behindertenkonvention zielte dabei mit ihrem Minimalstandard auf Länder, die Behinderte nicht obligatorisch beschulten oder noch keine spezialisierte, heilpädagogische Bildung anbieten konnten.

Es ist jedoch nicht im Sinne der Behindertenkonvention, wenn Länder heilpädagogisch spezialisierte Einrichtungen (Sonderschulen, Kleinklassen) abschaffen (um Geld zu sparen?), indem sie in die Regelschule “integriert” werden.

“Integration” bedeutet gemäss Behindertenkonvention innerhalb, “Separation” ausserhalb der unentgeltlichen und obligatorischen Volksschule. Sonderschulen und Kleinklassen sind demzufolge mit der UN Behindertenkonvention voll kompatibel, wenn sie unter dem “Dach der Volksschule” allgemein zugänglich sind.

Die “Totalintegration” in die Regelklasse, wie sie bei uns von Bildungsdirektoren und -politikern angestrebt wurde, ist keine Forderung der UN Behindertenkonvention.

Wenn heute die totale „Integration“ als das gute, neue System hochstilisiert wird und „Separation“ geradezu als Unwort verdammt wird, hat das rein politische Gründe und dient den behinderten Kindern in keiner Weise. Völlig verantwortungslos ist, dass diese grundlegende Systemänderung nicht zuerst in der Praxis bei einzelnen Versuchsschulen ausprobiert wurde und dass sie nicht wissenschaftlich überprüft wurde.

Erst jetzt hat die Universität Tübingen in einer Studie festgestellt, dass das Konzept in der Praxis untauglich ist. Die Frankfurter Allgemeine sprach gar von einem “pädagogischen Himmelfahrtskommando”.

Es zeichnet sich nun offenbar ab, dass die in die Regelklassen integrierten Schüler bei Schulende im Erwerbsleben nicht bestehen können und eine neue bis zum 20. Altersjahr weiterführende Schule als “Separation” (!) aufgebaut werden muss. In diesem Sinne „produziert“ die total integrative Regelschule neue Separation.

Bonfranchi Riccardo sagt:
14. Juni 2019 um 9:44 Uhr

Ausführungen von P. Aebersold ist zuzustimmen. Es ist noch hinzuzufügen, dass, wie der emeritierte Professor für Heilpädagogik, Speck aus München, anmerkte, dass es sich bei Integration wohl auch um einen Übersetzungsfehler aus dem Englischen ins Deutsche handelt, weil eine Integration in ein ‘regular school system’ als Integration in die Regelschule verstanden wurde. Regular bedeutet aber letztendlich nur, dass alle Menschen mit einer Behinderung das Anrecht haben, in ein öffentliches, kostenloses Schulsystem aufgenommen zu werden. Von einer Vermischung in die soge. Regelschule, ist da nirgends die Rede. Zumal diese, wie hinlänglich ausgeführt, den besonderen Bedürfnissen (special needs) nie gerecht zu werden vermag.

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