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  Pisa und der heimliche „Wochenplan“
Geschrieben von: Schulpfleger - 12-07-2016, 03:46 PM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Enthusiastische Medienberichte über Pisa 2015 können nicht darüber hinweg täuschen, dass die Resultate durchwegs schlechter als bei Pisa 2012 ausgefallen sind und die Schweiz  von Rang 14 auf Rang 18 abgerutscht ist bzw. von anderen Nationen überholt wurde. Die dürftigen Erklärungen zu diesem Absturz sind nicht nachvollziehbar. Das Tabuthema Reformen als mögliche Ursache von Leistungsverschlechterungen wird hierzulande nicht berührt. Dabei zeigt der IQB-Ländervergleich 2015 in Deutschland, dass die besten Länder diejenigen mit am wenigsten Reformen sind: Mit seinen radikalen Schulreformen  („Gemeinschaftsschule“ mit OECD-Kompetenzorientierung nach Weinert) stürzte der frühere Spitzenreiter Baden-Württemberg völlig ab. Bis die Auswirkungen von Reformen sich auf das Pisa-Ranking auswirken, dauert es gemäss Bildungsexperten ungefähr 10 bis 15 Jahre, weil das bisherige Schulsystem wie beim ehemaligen Spitzenreiter Finnland noch positiv nachwirkt.

Ein möglicher Grund für die Pisa-Verschlechterung der Schweiz kann zum Beispiel die Einführung des „Wochenplans“ sein, der mit dem „selbstgesteuerten Lernen“ fast identisch ist, das gemäss den „Grundlagen für den Lehrplan 21“ (Kompetenzorientierung nach Weinert) als „zeitgemässe Methode“ in der Deutschschweiz flächendeckend eingeführt werden soll. Die „Wochenplanschule“ wurde bei der Schule für Kunst und Sport in Zürich im Schuljahr 1989/90 erstmals eingeführt. In  der Öffentlichkeit ist nicht bekannt, in wie vielen Schulstuben mit dem „Wochenplan“ seither experimentiert wird, ob es je eine unabhängige wissenschaftliche Studie über dessen Auswirkungen gegeben hat und wieviel Stoff bei den betroffenen Schülern „unter den Tisch gefallen ist“. Weil der allein gelassene Schüler beim „selbstgesteuerten Lernen“ für seine Lösung jeweils das „Rad neu erfinden“ muss, dauert es rund doppelt so lange wie beim Klassenunterricht und es kann in der gleichen Zeit etwa 50% weniger Stoff, als beim bewährten Klassenunterricht gelernt werden.

Beim „Wochenplan“ wie beim „selbstgesteuerten Lernen“ erhalten die Schüler am Montag einen kurzen Input und Arbeitsblätter oder youtube-Anleitungen vom „Lernbegleiter“. Bis Ende Woche müssen die Schüler diese dann in einer individuell gewählten Reihenfolge, im eigenen Arbeitstempo, allein oder teilweise in Gruppen abarbeiten.  Die Hilfe des „Lernbegleiters“ soll von den Schülern möglichst wenig in Anspruch genommen und letztlich überflüssig werden.  Die Schüler kontrollieren die gelösten Aufgaben selbst, indem sie am Schluss jedes Kapitels ihr Wissen mit einem Test prüfen. Durch das individuelle Lerntempo wird die Lernstandschere ab dem ersten Schultag immer grösser, ein Klassenunterricht wird verunmöglicht und qualifizierte Lehrer, die alle Schüler gemeinsam unterrichten können, braucht es nicht mehr und werden auch nicht mehr ausgebildet. Klassengemeinschaften werden nicht mehr gebildet und die Vereinzelung nimmt zu. (Hermann J. Forneck: Versuchsschule K und S, Beiträge und Informationen zum K+S Schulversuch, Zürich 1990).

Länder, die die OECD-Kompetenzorientierung nach Weinert eingeführt haben, sind auch beim Pisa 2015 weiter abgestürzt und können sich kaum mehr erholen. Das dürfte auch der Deutschschweiz blühen, falls sie den kompetenzorientierten Lehrplan 21 flächendeckend einführt.

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  Kompetenzorientierung und Niedergang des Bildungswesens in OECD-Staaten
Geschrieben von: Schulpfleger - 11-21-2016, 02:39 PM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Gemäss den „Grundlagen für den Lehrplan 21“ soll das bewährte Schweizer Bildungssystem auf die „Kompetenzorientierung“ (Definition Weinert) der OECD umgebaut werden (https://www.lehrplan.ch/sites/default/files/Grundlagenbericht.pdf).

Die 1961 gegründete Wirtschaftsorganisation OECD will mit der Kompetenzorientierung/-steuerung (Pisa) und dem „selbstgesteuerten Lernen“ den globalen Bildungsmarkt öffnen, der den Abbau der Souveränität der Staaten  zur Folge hat und 2017 über 6000 Milliarden USD Umsätze (Computer, Tablets, Software, fixfertige Unterrichtseinheiten, Testbatterien usw.) für die globalen Bildungskonzerne bringen soll.

Die Mitte der 1960er Jahren in den USA angestossenen Reformen und neuen Lehrpläne führten dort zu einem Niedergang des Bildungswesens, wovon vor allem die schwächeren Schüler betroffen waren. In den 1970er Jahren wurde das weltweit grösste Bildungsexperiment mit 100‘000 Schülern und 1 Milliarde Dollar durchgeführt, um die beste Methode zur Förderung der schwächeren Schüler herauszufinden. Obwohl alle Eliteuniversitäten beteiligt waren, erfüllte nur der „Direkte Unterricht“ (Klassenunterricht) eines Praxislehrers die vorgegebenen Verbesserungsziele in allen Fächern. Trotzdem wurden von den Bildungspolitikern die gescheiterten Methoden finanziell bevorzugt, weshalb sich das tiefe US-Bildungsniveau nie mehr erholt hat.

Inzwischen verabschiedet man sich in den  USA von den bislang als unverzichtbar gewerteten "Kompetenzkonstrukten". Die "Päpstin" der Kompetenzorientierung, Diane Ravitch, gesteht den Irrtum in ihrem neuesten Buch öffentlich ein.

Die Einführung „individualisierter“, „selbstgesteuerter“ Lernmethoden mit „Lernbegleitern“ und der Gesamtschule führte in den 1980er Jahren in Grossbritannien zu sinkenden Leistungen. 1993 machte der Erziehungsguru der Labour-Partei seine eigene Partei für jahrzehntelanges Versagen in der Schulbildung und in der Vermittlung von moralischen Werten sowie dem Imstichlassen von schwächeren Schülern verantwortlich.

1990 wurde in Finnland ein nationaler Lehrplan mit Kompetenzorientierung und Gesamtschule eingeführt. Man wollte eine Abkehr vom bisherigen leistungsfähigen Schulsystem, um „zeitgemässer“ zu werden. Dank dem Nachwirken des alten Schulsystems hatte Finnland bei den Pisa-Resultaten bis 2006 Spitzenplätze belegt. Als jedoch die bisherigen qualifizierten Lehrer mehrheitlich durch neu ausgebildete „Lernbegleiter“ abgelöst waren, stürzte das „Musterland“ bei Pisa 2009 förmlich ab und verlor über 25 Punkte, was einem ganzen Lernjahr entspricht. Inzwischen wendet sich Finnland von der Gesamtschulreform ab und führt wieder Sonderschulen ein.

Im Jahr 2000 führte Neuseeland einen neuen Lehrplan mit Kompetenzsteuerung nach dem Vorbild Grossbritanniens ein. Seit 2002 befinden sich die Pisa-Resultate Neuseelands im freien Fall. Waren 2001 noch 47 Prozent der 12 jährigen Schüler fähig, einfache Multiplikationen durchzuführen, waren es 2009 noch 37 Prozent!

2005 fand in Deutschland die Umstellung auf die Kompetenzorientierung statt. 10 Jahre später sieht die Bilanz für einige Bundesländer vernichtend aus, in vielen Fächern ist es zu einem drastischen Abbau von Fachwissen gekommen. Der ehemalige Spitzenreiter Baden-Württemberg stürzte beim IQB-Ländervergleich 2015 mit seiner "Gemeinschaftsschule" dramatisch ab. Länder mit wenig Reformen schneiden besser ab.

Bei einer flächendeckenden Umstellung auf die OECD-Kompetenzorientierung - wie mit dem  Lehrplan 21 vorgesehen - ist auch in der Schweiz ein drastischer Niedergang des Bildungswesens zu erwarten. Das bewährte Schweizer Bildungssystem darf nicht am Volk vorbei beerdigt werden!

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  Kompetenzsteuerung mittels konstruktivistischer Lehrmittel
Geschrieben von: Schulpfleger - 11-10-2016, 07:25 PM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Zur „Kompetenzorientierung“ des Lehrplan 21 heisst es in den „Grundlagen für den Lehrplan 21“ der Erziehungsdirektorenkonferenz D-EDK: „Nach dem Pädagogen Franz E. Weinert umfassen Kompetenzen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Wissen, aber auch Bereitschaften, Haltungen und Einstellungen, über die Schülerinnen und Schüler verfügen müssen, um neuen Anforderungssituationen gewachsen zu sein“.

Dieses Konzept der „Kompetenzorientierung“ wurde in den 1990er Jahren von Weinert für  die OECD konstruiert und umfasst demzufolge nicht nur das traditionelle Lernen, sondern auch Verhaltensänderungen, die bisher Sache des Elternhauses waren. Die OECD machte sich schon 1961 für die Einflussnahme auf die Persönlichkeit der Kinder stark: „Diese jahrhundertealten Einstellungen zu verändern, ist vielleicht die schwerste, aber auch die vordringlichste Aufgabe der Erziehung“.

Diese „Kompetenzorientierung/-steuerung“ zielt nicht auf Selbständigkeit sondern auf unhinterfragte Anpassung an Vorgaben wie dem PISA-Ranking der OECD.

Die Kombination der «Kompetenzorientierung» mit dem «Konstruktivismus» im Lehrplan 21 erlaubt die gezielte Einflussnahme auf die Persönlichkeit der Schüler mittels der obligatorischen LP21-Lehrmittel. Das „selbstgesteuerte Lernen“ und die konstruktivistischen Lehrmittel drängen den «Lernbegleiter» förmlich aus dem Lernprozess hinaus, Lehrmittelzwang wird zum Methodenzwang.

Mit dem Projekt „Energiewende beginnt im Kindergarten“ soll das Bewusstsein für die Umsetzung „visionärer Ziele“ bereits bei Kindergartenkindern eingepflanzt werden (St. Galler Tagblatt vom 9. November 2016 http://www.tagblatt.ch/ostschweiz/ostschweiz/tb-os/Energiewende-beginnt-im-Kindergarten;art120094,4816871#newest ). Eine wichtige Rolle zur Beeinflussung der Kinder spielt das Lehrmittel «Globi und die Energie» mit der bekannten Kinderbuchfigur, das in Zusammenarbeit mit dem Verein „Energietal Toggenburg“ entwickelt wurde. Allerdings ist die Idee nicht neu, schon im letzten Jahrhundert begann man den „neuen Menschen“ im Kindergarten zu formen.

Bei der vorgesehenen Einstellungsveränderung sind jedoch nicht nur die Kinder Zielpersonen, wie man einer Schulleiterarbeit zum Lehrplan 21 entnehmen kann. (https://www.eduzis.ch/documents/10/Kompetenzorientierung_Durch_Innovation_zur_Faszination.pdf) Dort heisst es: „Kompetenzorientierung greift direkt in das soziale System Schule ein“: «Der Bildungsraum wird pertubiert [ver/zerstört], das System verändert sich. Individuelle Wahrheiten der Eltern, Schülerinnen und Schülern, Schulpflegen, Schulleitungen und Lehrpersonen werden irritiert oder erschüttert und müssen neu konstruiert werden».

Dazu dienen offenbar auch Methoden des „Change-Management“. Das würde vor allem Lehrer, die das bewährte Schulsystem hochhalten, treffen. Ihnen könnte man mit dem Zaunpfahl winken und die Kündigung folgendermassen nahe legen: «Es braucht gegebenenfalls Personalveränderungen: Manchmal ist der einzige Weg, eine Kultur zu verändern, ein personeller Wechsel.» (http://www.thurgauerzeitung.ch/ostschweiz/thurgau/kantonthurgau/tz-tg/Schulbehoerden-kaempfen-mit-allen-Mitteln;art123841,4817043)

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  Wer spricht noch die Sprache des Herzens?
Geschrieben von: Franz Josef Neffe - 11-01-2016, 05:39 PM - Forum: Sprachen in der Primarschule - Antworten (1)

Unterricht richtet nach unten und verhindert dadurch LERNEN.
Das gilt auch ganz besonders für das Lernen von Sprachen.
Warum haben wir alle bei der Mutter so gut die MUTTERSPRACHE gelernt?
Ganz einfach: Muttersprache ist Herzenssprache.
Und noch etwas ganz Entscheidendes:
Die Mutter macht es - ganz im Gegensatz zu unseren Lehrplanvollzugsangestellten - richtig: sie ruft jedes einzelne Wort aus dem Kind hervor.
Sie glaubt an das Kind.
Sie glaubt an seine Be-GABUNGEN.
Sie glaubt an seine Genialität.
Sie freut sich auf jede Kleinigkeit, die ihr Kind von sich zeigen wird.
Sie spricht ihm voller Liebe vor, was es aus ihm hören möchte.

Wie trost- und herzlos (und meist dazu auch noch hirnlos) ist da Pädagogik!
Die Lehrerin hat den exakt gegenteiligen dienstlichen Auftrag:
Sie muss a) das originale Wort und seine Kopie verwechseln und
b) die tote Kopie aus dem sog. Lehrplan in das lebendige Kind hineinbringen.
Logischerweise kann das nicht funktionieren, also wird DRUCK gemacht, um es doch noch hineinzubringen.
Dann geht es weiter a) mit mehr Druck oder b) päd. Überlistungsversuchen.
Dieser "Pädagogik" verdanken wir die Lawine an sogenannten Schulproblemen, die so gut wie alle eine Folge von UNTERRICHT sind - und die ständig weiter zunehmen.
Unterricht richtet nach unten.

Wenn wir Menschen miteinander sprechen, tun wir das immer auf zwei Ebenen in zwei Sprachen.
Wir sprechen zugleich a) deutsch und b) psychologisch.
Das ist Pädagogen allerdings völlig unbekannt.
Sie hören vor allem nie psychologisch.
Sonst könnten sie niemals DRUCK machen oder List anwenden, wenn sie keinen Erfolg haben.
Druck komprimiert Mensch + Problem - das ist das exakte Gegenteil von Lösung - wird aber dennoch unaufhörlich gemacht.
List - auch wenn wir diese Tricks Motivation nennen - lenkt das Problem nur um und ist auch alles andere als Lösung.

Ganz egal, ob das Kind nun Deutsch oder Englisch oder Französisch oder Russisch oder welche Sprache auch immer LERNEN soll,
LERNEN BEDEUTET: dem folgen, was SOG-Wirkung hat.
Durchgenommener Stoff hat allerseltenst SOG-Wirkung und dann auch nur kurzfristig.
Das lässt sich auch mit immer noch mehr materiellem Aufwand nicht erarbeiten.
Wir sollten innehalten  und umkehren und aus der Sackgasse zurückkehren.
Sprachen lassen sich nicht in Menschen hineinfüllen; sie müssen aus ihnen herauswachsen, damit der Mensch dabei mitwachsen kann.
In der neuen Ich-kann-Schule habe ich in den letzten 40 Jahren an konkreten praktischen Beispielen aufgezeigt, warum es nicht anders funktioniert.
Wer eine echte Lösung sucht, kann es sich anschauen auf Youtube und Facebook, auf meiner www.coue.org Site und an vielen anderen Stellen im Internet.
Ich wünsche allen, dass sie sich vom Leben das Leben zeigen lassen.
Franz Josef Neffe

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  Leserbrief von Max Knöpfel: "Für eine gute Schule"
Geschrieben von: Schulwart - 10-31-2016, 09:41 PM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

«Für eine gute Schule»

Lehrerinnen und Lehrer an unserer Volksschule stehen unter Dauerbeschuss. Und sie geraten zunehmend unter Druck. Eltern, Bildungspolitiker und -behörden sowie das System der geleiteten Schule selbst – sie alle nehmen die Pädagogen an vorderster Front ins Visier. Mit unrealistischen Forderungen, permanenten Umwälzungsversuchen von bestehenden Strukturen und mit Lehrplänen, die in eine falsche Richtung zielen, verlangen sie von den Lehrkräften gleichsam übermenschliche Anstrengungen und Fähigkeiten.

Völlig zu Recht prangert Jürg Frick in seinem Gastkommentar (NZZ 5. 10. 16) an, dass von den Bildungsbehörden pausenlos neue Reformen und Projekte vom Stapel gelassen werden, und verweist dabei auch namentlich auf den Lehrplan 21. Mit dem Lehrplan 21 werden Klassenführung, Kohärenz und damit das Grundvertrauen der Lernenden zu ihren Lehrenden verloren gehen. Über die Einführung des Lehrplans 21 muss deshalb das Volk abstimmen können. Verantwortungsbewusste Stimmbürger mit gesundem Menschenverstand lassen keine Experimente auf dem Buckel der heranwachsenden Jugend zu.

Max Knöpfel, Pfäffikon ZH

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Exclamation Leserbrief von Harry Huwyler: "Wenn Ignoranz im Zentrum steht"
Geschrieben von: Schulwart - 10-31-2016, 09:39 PM - Forum: Sprachen in der Primarschule - Antworten (2)

Wenn Ignoranz im Zentrum steht

Zurzeit werden in der Primarschule zwei Fremdsprachen unterrichtet. Viele Kinder sind damit überfordert. Man lernt von allem ein «Bitzeli» und kann am Schluss nichts richtig. Die meisten Lehrpersonen werden bestätigen, dass diese Fast-Food-Pädagogik in Bezug auf ihren Erfolg verlorene Mühe ist. Dies haben auch verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen deutlich bestätigt. Und was tut die Politik? Sie «täubelet» und droht! Der nationale Friede stehe auf dem Spiel! Deshalb äussert sich unser Bildungsbundesrat Berset dahingehend, dass er einschreiten werde, wenn in der Primarschule nur noch eine Fremdsprache gelehrt werde. Das Wohl der Kinder und der Lernerfolg scheinen keine Wichtigkeit zu haben. Unglaublich! Es kommt also nicht auf die Qualität der Fremdsprachen an. Unsere Kinder sollen dafür den nationalen Frieden retten.

Harmonisierung? Genau bei den Fremdsprachen in der Primarschule geschieht das nicht. Jeder Kanton kann selber entscheiden, ob er zuerst mit Französisch oder mit Englisch starten will. Das Chaos wird wider besseren Wissens in Kauf genommen. Für das frühe Fremdsprachenlernen in der Primarschule wird heute ein Aufwand betrieben, der in keinem vernünftigen Verhältnis zu den erreichbaren Resultaten steht. Die erste Fremdsprache soll in der Primarschule gelernt werden, die zweite muss wieder auf die Sekundarstufe verlegt werden. Das schafft Raum, um vertieft zu lernen – ein allseitiger Gewinn wird sich einstellen.

Harry Huwyler, Watt
Präsident Zürcher Kantonale Mittelstufe

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  Leserbrief von Dani Kachel: "Eine falsche Einschätzung"
Geschrieben von: Schulwart - 10-31-2016, 09:37 PM - Forum: Sprachen in der Primarschule - Keine Antworten

Frühfranzösisch: Kantone stehen mit Widerstand alleine da, TA vom 7.10.16

Eine falsche Einschätzung

Lehrer plädieren also für Frühfranzösisch - ist das so? Dass für die Lehrer Eingriffe in die kantonale Bildungshoheit angezeigt seien, muss heftig infrage gestellt werden. Die vom Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) unterstützte Sprachenstreit-Kompromisslösung ist eine reine Scheinlösung: Anstelle einer Entlastung für die überforderten Schülerinnen und Schüler bringt sie nämlich noch mehr Unruhe in die kantonalen Schulsysteme. Und: Das konzeptlose Irren in der Sprachenfrage geht weiter. Pädagogische Argumente werden aktuell unter den Tisch gewischt. Diese dritte, vom LCH bevorzugte Variante des Bundesrates soll - gemäss Berichterstattungen - den Lehrpersonen bei der Umsetzung in der Praxis entgegenkommen. Die Kantone fänden bei der Umsetzung rasch überzeugende Lösungen. Da liegt wohl nicht nur der LCH mit seiner Einschätzung gewaltig daneben, wird doch die Fremdspracheninitiative im Kanton Zürich von einer grossen Mehrheit der Lehrerschaft befürwortet.

Dani Kachel, Illnau (Präsident der Sekundarlehrkräfte Kanton Zürich)

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  „Revolution im Deutschunterricht“ durch Lehrplan 21? Nein danke!
Geschrieben von: Schulwart - 10-21-2016, 03:00 PM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Unter dem Titel „Revolution im Deutschunterricht“ wurde das Lehrmittel "Die Sprachstarken“ in der Thurgauer Zeitung vom 11.10.16 über den Klee gelobt und als Umsetzung des Lehrplans 21 deklariert. Dieses Lehrmittel gilt in der Volksschule der meisten Deutschschweizer Kantonen seit ein paar Jahren als obligatorisch, muss also von den Schulgemeinden für alle Klassen angeschafft werden.

Viele erfahrene Kolleginnen und Kollegen arbeiten aber kaum oder nur ungern mit diesem Lehrmittel. Es zerhackt die Lehrinhalte, schränkt die Methodenfreiheit ein, vernachlässigt das Üben und degradiert die Lehrperson dadurch zum Coach, dass sämtliche Arbeitsaufträge direkt im Schülerbuch vorgegeben sind.

Aufgrund meiner Erfahrung auf der Unterstufe beurteile ich das Lehrmittel in vielen Teilen als nicht altersgerecht. Grammatik und Rechtschreibung wird in Trainingseinheiten völlig losgelöst von Inhalten behandelt. Isolierte Übungen werden mit Regeln und Merksätzen verbunden, die den meisten Unterstufenkindern nicht im Gedächtnis bleiben. 
Im Gegenteil: Weil sie das kindliche Gemüt nicht mit lebensnahen, bedeutungsvollen Inhalten ansprechen, verkommen die Übungen zu reinen Beschäftigungseinheiten. 
In den Kapiteln Lesen, Sprechen und Schreiben wird vorgeschrieben, wie im Unterricht mit Sprache experimentiert werden soll. Gegen sprachliches Experimentieren und Erfahrungsammeln soll man sich nicht grundsätzlich aussprechen. Aber das Lehrmittel "Die Sprachstarken" gibt viele Themen vor, die dem Zeitgeist folgen und die von den Lehrern und Eltern sehr unterschiedlich beurteilt werden. Das Unterstufenlehrmittel ist eine Mischung aus Phantasiereisen, abstrakten Sprachspielereien, Comics, Sience Fiction, Abenteuergeschichten und moderner Kunst. Für jüngere Schüler, die erst in die reale Welt hineinwachsen, sind solch verwirrende Unterrichtsinhalte nicht günstig.
Ob Jugendserien wie "Tintenherz" oder Modeströmungen wie "Tatoos" in der Weise, wie in „Die Sprachstarken 7“ vorgegeben, für den Unterricht geeignet sind, müsste ebenfalls zur Diskussion gestellt werden. Oberstufenkollegen empfinden es als Gewalt verherrlichend und verrohend. Laut dem erwähnten Artikel sind die Kriterien, nach denen die Texte und Aufträge ausgewählt wurden, durch den Lehrplan 21 vorgegeben. Die von den Kollegen kritisierten Mängel am Lehrmittel "Die Sprachstarken" sind deshalb auf das Konzept des Lehrplans 21 zurückzuführen. Die Umsetzung von Kompetenzmodellen, bei denen die Inhalte lediglich als Vehikel der angestrebten Kompetenzen dienen, führt dazu, dass die Inhalte zufällig und der Auswahl durch die Lehrmittelproduzenten überlassen sind.
Das ist das Kernproblem des Lehrplans 21. Die Inhalte, die in der Schule vermittelt werden, werden aus der Hand gegeben, wenn man sich lediglich auf die Kompetenzen einigt, die erreicht werden sollen. 
Sprache lässt sich aber nicht auf Kompetenz reduzieren. Sprache ist immer Inhalt. Sprachlicher Ausdruck kann nicht durch Erforschen erworben werden, weil die Menge der sprachlichen Daten derart gross ist, dass immer eine Auswahl getroffen werden muss. Die Auswahl bedarf einer Grundlage, die auf der jeweiligen Kultur und dem Wunsch nach deren Weitergabe beruht. Es stellt sich deshalb die Frage, ob der Lehrplan 21 unserer Kultur gerecht wird. Hier stehen ungeklärte Standpunkte im Raum.
Die modische Denkart erachtet kulturelle Inhalte als nicht mehr zeitgemäss und behauptet, "Wissensvermittlung" sei dem Zerfall ausgesetzt.

 Von einer Diskussion, die solche Fragen zulässt, ist weit und breit nichts zu spüren. Deshalb empört umso mehr, zu erfahren, wie Behörden und Schulleiter mit Steuergeldern derzeit Propaganda für den Lehrplan 21 betreiben. In Lehrerzimmern werden Flyer aufgelegt und diverse Veranstaltungen angekündigt. In vielen Schulen führen die Schulleiter den Lehrplan 21 bereits de facto ein: Er steht im Focus von Lehrerweiterbildungen und verordneter Teamarbeit. 
Im Gegensatz dazu werden die Komitees gegen den Lehrplan 21 zurückgebunden und erhalten wenig Gelegenheit, ihre Argumente darzulegen. Die Medien müssen hier korrigierend eingreifen, sonst ist die Meinungsbildung im Hinblick auf die kommende Abstimmung nicht gewährleistet.

Elsbeth Schaffner, Primarlehrerin

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  LP21-Lehrmittel: „Die Sprachstarken“ sind sackschwach
Geschrieben von: Schulpfleger - 10-14-2016, 06:37 AM - Forum: Lehrplan 21 - Keine Antworten

Die Thurgauer Zeitung hat kürzlich die Werbetrommel für das Deutschlehrmittel „Die Sprachstarken“ gerührt und es euphorisch als „revolutionäres“ Deutschlehrmittel für den Unterricht mit dem Lehrplan 21 (LP21) in den Himmel gelobt. „Die Sprachstarken“ sind allerdings bereits berühmt-berüchtigt und bei den Lehrern, die ihren Kindern gutes, altersgemässes Deutsch beibringen wollen, längst durchgefallen. Offenbar ist der Thurgauer Zeitung entgangen, dass mit der Kompetenzorientierung des Lehrplans 21 der Unterricht abgeschafft wird. „Die Sprachstarken“ sind für den Klassenunterricht nicht zu gebrauchen, weil sie als Selbstlernbücher ausgestaltet sind, wie es für das individualisierte, „selbstgesteuerte Lernen“ beim LP21 typisch ist, wo die „Lernbegleiter“ keinen Unterricht mehr erteilen sollen. Kann ein „revolutionäres“ Deutschbuch, das das LP21-Selbstlernsystem umsetzen soll, die enormen Sprachdefizite ausgleichen, die bei einer überwiegenden Zahl der Schüler zu beobachten sind?

Ein weiteres Defizit der LP21-Lehrmittel ist, dass sie die Schüler nicht mehr auf ein Leben als aktiver Bürger in der heutigen Welt vorbereiten. In den „Sprachstarken“ sucht man vergebens nach realistischen, altersgemässen Themen, die aus dem Lebensbereich der Schüler stammen. Sie sollen aus sich heraus ihre Sprachwelt konstruieren und das Rad neu erfinden, so wie es beim „selbstgesteuerten Lernen“ des LP21 üblich ist. Jedes Kind konstruiert sich so seine eigene Science Fiction-Wirklichkeit und alles wird vom „Lernbegleiter“ als richtig bewertet. So bleiben die Schüler jedoch in der realen Welt Analphabeten. Sie sind mit dem „selbstgesteuerten Lernen“ alleine gelassen, verstehen die wirkliche Welt nicht, können sie nicht benennen, nicht fassen und stehen ratlos vor der Wirklichkeit, in der sie sich einmal zurecht finden müssen. Lesen wird zunehmend schwieriger, weil ein Analphabet eine Geschichte nicht mehr verstehen kann. Die von den in der Praxis stehenden Lehrern kritisierten Mängel, sind die stramme Ausrichtung dieser „revolutionären“ Lehrmittel auf die Kompetenzorientierung des LP21, die unser bewährtes Bildungswesen beerdigen will.  

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Video Fundierte Berichterstattung zum Lehrplan 21
Geschrieben von: Schulwart - 10-10-2016, 07:43 PM - Forum: Lehrplan 21 - Antworten (1)





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