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Absturz seit 2012 wegen Kompetenzorientierung - Druckversion

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Absturz seit 2012 wegen Kompetenzorientierung - Schulpfleger - 12-04-2019

Bei der Pisa-Berichterstattung werden offenbar gewisse auffälligen Zusammenhänge zwischen den Resultaten einzelner Länder ausgeblendet. Das ist zum Beispiel der Zusammenhang zwischen gehäuften Reformprojekten und Verschlechterung der Resultate. Ebenso der Zusammenhang zwischen der Umstellung auf die Kompetenzorientierung insbesondere der OECD-Staaten (USA, GB, Neuseeland, Australien, Finnland, Niederlande, Dänemark, Schweden) und den in einem Abstand von 10 bis 15 Jahren eingetretenen Abwärtstrend bei den Pisa-Resultaten. Die in Deutschland 2005 erfolgte Umstellung auf die Kompetenzorientierung fällt 2015 für die reformfreudigen Bundesländer (z.B. „Musterländle“ mit Fratton-Gemeinschaftsschule) auch nach der Deutschland internen IQB-Erhebung verheerend aus. Der einstige Pisa-Sieger Finnland führte 1990 einen neuen Lehrplan mit Kompetenzorientierung ein: der Pisa-Absturz erfolgte 2006, zwischen 2003 und 2012 waren es mit 25 Punkten ein ganzes Lernjahr.

Der Vergleich mit anderen, schlechten OECD-Ländern, wie er von den Medien dargestellt wird, ist irreführend.
Nur der BLICK berichtet ungeschönt und auch darüber, dass die Schweizer Leseresultate von der OECD aufgebessert wurden:

"Laut der PISA-Studie sind die Resultate der Schweizer Schulkinder seit 2012 schlechter geworden, und zwar in allen Disziplinen".

Leseresultate wegen Migranten a u f g e b e s s e r t:

"Die OECD hält zur Studie auch fest, dass in der Schweiz die Zahl der
Schulkinder ausländischer Herkunft zwischen 2009 und 2018 stark zugenommen hat. 2018 hatten in der Schweiz 34 Prozent der Schülerinnen und Schüler einen Immigrationshintergrund. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, wurden die Lese-Resultate um fünf Punkte aufgebessert. (…)"


Das Resultat 30jähriger Schulreformen: die Hälfte (!) der Schulabgänger erreichen nach 11 Schuljahren nur Niveau 2 und darunter: Sie können den gelesenen Text nicht verstehen:

Die Pisa-Aufgaben 2018 sind zu rund 80 Prozent mit den Lesekompetenzen des Lehrplans 21 kongruent. Bei Pisa 2018 liegen 24 Prozent (Pisa 2015: 20 Prozent) der getesteten Schweizer Schulabgänger unterhalb des Niveaus 2 (sechsteiliger Kompetenzniveau-Raster), zusammen mit denjenigen mit Niveau 2 sind es 47 Prozent.

Seit 30 Jahren werden in der Schweiz die spezialisierten Einrichtungen zur Förderung der schwächeren Schüler abgebaut (von Heilpädagogen geführte Kleinklassen, Einführungsklassen, verschiedene Typen von Sonderschulen usw.). Es wird alles getan, um die angeblich schädliche Selektion vermeiden zu können (schwächere Schüler werden in Regelklassen integriert, Ober- und Realschulen werden in Sekundarschulen unbenannt, Sek C-Klassen werden aufgelöst, der Kindergarten wird zur Schule, Jahrgänge werden durchmischt, schwächere Schüler werden von Lernzielen befreit und erhalten bessere Noten, Noten werden abgeschafft, Schüler kommen in die nächste Schulklasse, auch wenn sie das Jahrgangsziel nicht erreichen und ihre Lücken immer grösser werden, Betreuungseinrichtungen für Kleinkinder werden ausgebaut usw.). Um Gleichheit herstellen zu können, wird ausgerechnet die Heterogenität gefördert.