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Therapien sind sehr erfolgreich - Schulpfleger - 12-17-2019

Kinder würden “unnötig therapiert” oder “Therapien würden dauernd zunehmen” ist eine – auch durch die Medien – weitverbreitete Meinung, dabei werden die Therapien oft mit der Sonderpädagogik verwechselt. Die Weiterverbreitung solcher Falschmeinungen können den bewährten, spezialisierten Fachdisziplinen schweren Schaden zufügen. Es ist schon vorgekommen, dass Politiker solche Meldungen als Grund für Budgetkürzungen genommen haben. Leidtragende sind dann immer die Kinder, die deswegen keine Therapie erhalten und denen so die Zukunft verbaut wird.

Logopädie ist die Fachdisziplin, die Sprach-, Sprech-, Stimm-, Schluck- oder Hörbeeinträchtigung zum Gegenstand hat. Die Störungen im Bereich der Logopädie umfassen eine grosse Bandbreite und reichen von fehlender oder falscher Lautbildung (sch, s, ch und R), falscher Zungenhaltung bis zu Stottern und Mutismus (Stummheit). Deshalb ist die Dauer der Therapie unterschiedlich. Mangelndes Sprachverständnis be- oder verhindert das Lernen in fast allen Schulfächern.

Als Therapien gelten in der Volksschule nur die Logopädie, die Psychomotorik und Psychotherapie, alles andere – wie sonderpädagogische Massnahmen – gelten nicht als Therapien. Die Therapien finden in einem Therapieraum mit einer Therapeutin und normalerweise einem Kind statt. Bevor eine Therapie stattfindet, wird – ähnlich wie beim Arzt – eine Diagnose mit Hilfe von geeigneten, meist validierten Diagnosetests erstellt. Rund 5 von 100 Kinder benötigen eine Therapie. Dieses Verhältnis ist seit Jahren stabil geblieben. 2008 musste die Volksschule wegen dem NFA alle bisher von der IV bezahlten privaten Therapien übernehmen. Die Therapeutinnen haben kein Interesse, unnötig Kinder zu therapieren, da sie oft eine längere Warteliste haben. Im Kanton Zürich gibt es ein Kostendach für die Anzahl Therapeuten. Es werden normalerweise nur Kinder in Therapie oder Warteliste aufgenommen, deren Eltern bereit zur Mitarbeit sind, damit ein Therapieerfolg möglich wird.

Bei rund 70 Prozent der behandelten Kinder kann die Sprachauffälligkeit zu 100% behoben werden, bei 30 Prozent kann immerhin eine Verbesserung erzielt werden. Diese Erfolgsquote gilt auch international. Ohne Therapien dürften bei Pisa 2018 die 24 Prozent (unter Niveau 2) bzw. 47 Prozent (unter Niveau 3) der getesteten Schweizer Schulabgänger, die den gelesenen Text nicht verstehen, noch höher ausgefallen sein.

Siehe auch: https://condorcet.ch/2019/12/bei-der-logopaedin/#comment-170