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Der Auftrag der Volksschule geht alle an
#1
Der Auftrag der Volksschule geht alle an

Der Lehrplan 21 ist übers Ziel hinausgeschossen. Kaum jemand bestreitet die nötigen Harmonisierungsziele wie einheitliche Schulstrukturen, verbindliche Bildungsziele für jede Schulstufe und eine Festlegung des Auftrags der Volksschule. Dafür genügt ein gut verständlicher Rahmenlehrplan, der verbindlich ist für alle Kantone. Der Lehrplan 21 ist nun aber ein Koloss, der engmaschig alles regeln will und einen unsinnigen Glauben an die Steuerungsmöglichkeiten einer Bildung von oben vertritt.


Da nützt es nichts, dass nun behauptet wird, der neue Lehrplan sei nur ein Kompass. Bereits haben die Pädagogischen Hochschulen begonnen, die unausgegorenen Ideen aus dem neuen Bildungskompass in der Ausbildung zu vermitteln. Wohin dies führt, wenn Lehrpersonen in erster Linie als Coaches die Schüler begleiten und selbstorganisiertes Lernen zum Standard wird, zeigen höchst umstrittene Experimente an einigen Schulen.


Dringend nötig ist eine offene Diskussion über den Auftrag der Volksschule. Damit ist nicht gemeint, dass in einer Detailberatung im Kantonsrat um Lehrplanelemente gestritten werden soll. Es geht um Eckwerte der Bildung und die Rolle der Lehrpersonen im Unterricht. Die Ablehnung des Lehrplans 21 durch acht kantonale Volksinitiativen ist die Folge von viel Geheimniskrämerei in der EDK rund um den Bildungsauftrag. Jetzt muss auf kantonaler Ebene das Versäumte nachgeholt werden. Die Schule benötigt einen gut verständlichen Lehrplan mit anerkannten Bildungszielen. Diese Grundfrage geht das Volk sehr wohl etwas an.


Hanspeter Amstutz
Tisliacher 23
8320 Fehraltorf


Tel: 044 954 23 41
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#2
Der Lehrplan 21 gehört vors Volk, aber noch nicht jetzt!

Niemand weiss genau, wie sich unsere Schule durch den LP21 verändern wird. Aber gemäss LCH handelt es sich um einen Paradigmenwechsel, was nichts anderes als Wechsel grundlegender Werte oder markante Umbrüche bedeutet. Auch wenn die politisch und erziehungswissenschaftlich Verantwortlichen im Moment die Sache herunterspielen und die Wogen damit glätten wollen, eines ist klar: Ein Werk wie der LP21 muss in der Öffentlichkeit diskutiert und darüber muss abgestimmt werden. Der LP21 gehört ohne Zweifel vors Volk.

Normalerweise wird eine Reform erprobt. Sie wird also in der Praxis getestet und ihre Wirkung wird evaluiert. Anschliessend findet die Diskussion darüber statt und eine definitive Einführung kann beschlossen werden. Nicht so beim LP21: Der erziehungswissenschaftliche Speckgürtel an den PHs erarbeitet unter dem Deckmantel der EDK heimlich einen Lehrplan, der alles Bisherige in den Schatten stellt und die Schule in nicht absehbarer Weise verändern wird. Zur Legitimation werden die Harmos-Abstimmungen bis zur Unkenntlichkeit verdreht. Erprobt wird nichts. Ein bildungspolitischer Blindflug mit völlig ungewisser Landung also. Und trotzdem setzen einige Kantone den LP21 bereits frisch fröhlich um; in der Schweiz ein einmaliger Vorgang. Demokratie wird abgelöst durch Expertokratie, wobei ausschliesslich die Politik ihre "Experten" bestimmt. Das darf nicht sein. Der LP21 muss zuerst einmal in einzelnen Schulen erprobt und evaluiert werden. Und dann gehört er vors Volk.  
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#3
Bildungsgutschein- eine Lösung der LP21-Zwängerei?

Die Volksschule geht uns tatsächlich alle an. Sie ist ein wesentlicher Pfeiler unserer Gesellschaft. Weichenstellungen in der Volksschule müssen deshalb öffentlich diskutiert und von Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern beschlossen werden. Ziel muss sein, dass alle Eltern von der Qualität unserer Volksschule überzeugt sind und möglichst viele Kinder die öffentlichen Schulen besuchen.

Bisher haben in der Schweiz Eltern ihr Kind oft an eine Privatschule geschickt, wenn die Anforderungen der Volksschule nicht mehr erfüllt werden konnten. Sollte sich die Sache drehen, sollten also mangelnde Qualität und fehlendes Vertrauen in die Volksschule Beweggrund zum Übertritt in die Privatschulen sein, ist es gerechtfertigt, wenn der Ruf nach Bildungsgutscheinen erfolgt. Dann wären wir in der Schweiz endlich auch so weit wie einige Länder der OECD, wo das Kompetenzgeschwafel herkommt. Die Privatschulen in der Schweiz wird's freuen. Mich nicht.  
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