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Leserbrief von Harry Huwyler: "Wenn Ignoranz im Zentrum steht"
#1
Exclamation 
Wenn Ignoranz im Zentrum steht

Zurzeit werden in der Primarschule zwei Fremdsprachen unterrichtet. Viele Kinder sind damit überfordert. Man lernt von allem ein «Bitzeli» und kann am Schluss nichts richtig. Die meisten Lehrpersonen werden bestätigen, dass diese Fast-Food-Pädagogik in Bezug auf ihren Erfolg verlorene Mühe ist. Dies haben auch verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen deutlich bestätigt. Und was tut die Politik? Sie «täubelet» und droht! Der nationale Friede stehe auf dem Spiel! Deshalb äussert sich unser Bildungsbundesrat Berset dahingehend, dass er einschreiten werde, wenn in der Primarschule nur noch eine Fremdsprache gelehrt werde. Das Wohl der Kinder und der Lernerfolg scheinen keine Wichtigkeit zu haben. Unglaublich! Es kommt also nicht auf die Qualität der Fremdsprachen an. Unsere Kinder sollen dafür den nationalen Frieden retten.

Harmonisierung? Genau bei den Fremdsprachen in der Primarschule geschieht das nicht. Jeder Kanton kann selber entscheiden, ob er zuerst mit Französisch oder mit Englisch starten will. Das Chaos wird wider besseren Wissens in Kauf genommen. Für das frühe Fremdsprachenlernen in der Primarschule wird heute ein Aufwand betrieben, der in keinem vernünftigen Verhältnis zu den erreichbaren Resultaten steht. Die erste Fremdsprache soll in der Primarschule gelernt werden, die zweite muss wieder auf die Sekundarstufe verlegt werden. Das schafft Raum, um vertieft zu lernen – ein allseitiger Gewinn wird sich einstellen.

Harry Huwyler, Watt
Präsident Zürcher Kantonale Mittelstufe
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#2
Wenn Ignoranz das Parlament beherrscht

Dienstag, 15. November 2016, 0745, die NZZ in der Hand: "Englisch soll Primarschulfach bleiben"

Was in unserem Kantonsparlament am Montag zur Fremdsprachenfrage abgeliefert wurde, hat nur noch mit überholter oder allenfalls mit gesichtswahrender Politik aber kaum mehr mit Sachverstand zu tun. Noch immer hat eine Mehrheit nicht gelernt, dass "je früher desto besser" in dieser simplifizierten Form schon lange überholt bzw. falsch ist. Die einzigen fachlich belegten Aussagen, die ich lesen konnte, stammten von Christoph Ziegler und Frau Borer. Der Höhepunkt des Grauens war die Argumentation mit der Mehrsprachigkeit (welche Sprachen?). Soll mit dieser Plattitüde darüber hinweg getäuscht werden, dass mit zwei Wochenlektionen eine Fremdsprache nie und nimmer gelernt werden kann? Ich kenne noch kein einziges Argument, mit welchem zwei Fremdsprachen an der Primarschule begründet werden können. Alle Fachargumente sprechen dagegen. Herr Ziegler hat Recht: Abgerechnet wird am Ende der Volksschulzeit. Auch Bildung muss effizienter und effektiver werden.

Solange an der Primarschule zwei Fremdsprachen wie bisher "gelernt" werden müssen, brauchen die Parlamente nicht mehr für weitere Finanzen zugunsten der Bildung zu werben. Sie müssen uns zuerst erklären, weshalb man im Bildungsbereich mit Geld so fahrlässig umgeht.
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#3
(10-31-2016, 09:39 PM)Schulwart schrieb: Wenn Ignoranz im Zentrum steht

Zurzeit werden in der Primarschule zwei Fremdsprachen unterrichtet. Viele Kinder sind damit überfordert. Man lernt von allem ein «Bitzeli» und kann am Schluss nichts richtig. Die meisten Lehrpersonen werden bestätigen, dass diese Fast-Food-Pädagogik in Bezug auf ihren Erfolg verlorene Mühe ist. Dies haben auch verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen deutlich bestätigt. Und was tut die Politik? Sie «täubelet» und droht! Der nationale Friede stehe auf dem Spiel! Deshalb äussert sich unser Bildungsbundesrat Berset dahingehend, dass er einschreiten werde, wenn in der Primarschule nur noch eine Fremdsprache gelehrt werde. Das Wohl der Kinder und der Lernerfolg scheinen keine Wichtigkeit zu haben. Unglaublich! Es kommt also nicht auf die Qualität der Fremdsprachen an. Unsere Kinder sollen dafür den nationalen Frieden retten.

Harmonisierung? Genau bei den Fremdsprachen in der Primarschule geschieht das nicht. Jeder Kanton kann selber entscheiden, ob er zuerst mit Französisch oder mit Englisch starten will. Das Chaos wird wider besseren Wissens in Kauf genommen. Für das frühe Fremdsprachenlernen in der Primarschule wird heute ein Aufwand betrieben, der in keinem vernünftigen Verhältnis zu den erreichbaren Resultaten steht. Die erste Fremdsprache soll in der Primarschule gelernt werden, die zweite muss wieder auf die Sekundarstufe verlegt werden. Das schafft Raum, um vertieft zu lernen – ein allseitiger Gewinn wird sich einstellen.

Harry Huwyler, Watt
Präsident Zürcher Kantonale Mittelstufe
Lupino

Bundesrat Berset hat aufgehört zu "täubelen"


Es ist schön mitteilen zu können, dass  sich unser Bildungsbundesrat A. Berset neu dahingehend gäussert hat, dass der Bund vorerst in der Sprachenfolge nicht eingreifen werde und die Harmonisierung der Sprachenfolge damit den Kantonen überlassen werde - Quelle 60. Rundbrief des LCH - .
Es ist anzunehmen, dass der Bundesrat zwischenzeitlich zur Kenntnis genommen hat, dass sein Fanzösisch am Ende der Schulzeit nicht besser beherrscht wird, wenn man schon in der Primarschule damit zu lernen beginnt.

Jetzt ist nur zu hoffen, dass dies bald möglichst auch auf Stufe der Regierungsräte geschieht.
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