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Stadt Zürich - Ineffektive Sparmassnahme auf dem Buckel der schwächeren Schüler?
#1
(„Lauber scheitert mit Schulreform“, NZZ vom 21. Juni 2017)

Die Einführung einer zentralistischen Schulpflege ist im Gemeinderat der Stadt Zürich gescheitert, als "schwarzer Peter" und "Reförmli" soll jedoch die "Schulkomission für Sonderschulen und Therapien" abgeschafft werden. Gleichzeitig wurde der Kindergarten  aus  der Gemeindeordnung gestrichen, obwohl die Stimmbürger des Kantons Zürich im Jahr 2012 mit 71% Ja für die Beibehaltung des Kindergartens und gegen die Grundstufe gestimmt haben. Offenbar soll hier ein Volksentscheid zugunsten des umstrittenen Lehrplan 21 mit seinen, eine Harmonisierung verhindernden, Mehrjahres-Zyklen (statt Jahresziele) umgestossen werden. Im November 2017 hat das Stimmvolk der Stadt Zürich das letzte Wort.

Der demokratischen Schulkommission für Sonderschulen und Therapien der Stadt Zürich wird u.a. der Vorwurf gemacht, sie würde den „Geist der Separation“ verkörpern. Tatsächlich weisen internationale Wirkungsstudien nach, dass die Therapien (Logopädie, Psychomotorik und Psychotherapie) u.a. über 70% der Sprachstörungen zu 100% beheben können* (die restlichen immerhin teilweise), womit die Kinder voll in der Regelschule integriert sind und mit den Gleichaltrigen mithalten können. Die Abschaffung der Schulkommission als Aufsichtsorgan des Gemeinderates, lässt befürchten, dass nach der Sonderschule auch die Therapien der Total-Integration zum Opfer fallen könnten. „Integrierte Therapien“ sind jedoch keine Therapien mehr und deshalb wenig erfolgswirksam. Der erwähnte Bericht der Wirtschaftsprüfer Ernst & Young lässt darauf schliessen, dass es einmal mehr um eine ineffektive Sparmassnahme auf dem Buckel der schwächeren Schüler geht. Dabei zeigt die Statistik, dass die Anzahl Therapiekinder seit 2008, als die Schule die IV-Kinder übernehmen musste, mit 5% der Schüler immer gleich hoch geblieben ist.

Peter Aebersold, Mitglied der Geschäftsleitung der Schulkommission für Sonderschulen und Therapien der Stadt Zürich

* Dr. Barbara Müller Gächter, langjährige Logopädin SAL: „Selbst bei einer so extrem schwierigen Störung wie bei einer verbalen Dyspraxie* ist der Erfolg gegeben, aber nur dann, wenn Einzelbehandlung gewährleistet ist.“ *https://de.wikipedia.org/wiki/Verbale_Entwicklungsdyspraxie
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