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Passepartout-Effekt bei der Wahrnehmung
#1
LESERBRIEF
(Kritik an der schulischen Integration, NZZ 28.2.2020)

Das Experiment schulische Total-Integration ist klar gescheitert. Es rächt sich nun, dass man diese theoretische Konstruktion nicht vorher in Versuchsklassen getestet hat, bevor man die bewährten Schulformen abgeschafft hat.

Bei der Diskussion gibt es einen „Passepartout-Effekt“: eine Wahrnehmensverschiebung zwischen Schulpraktikern und Theoretikern. Während viele Praktiker kaum mehr fördern können, weil sie überfordert werden, behaupten Behörden und Fachhochschulen, eine inklusive Schule sei eine gute Schule.

Weil die Zahl der Schüler mit Sonderschulstatus massiv zu, statt abgenommen hat, wie die Reformer angenommen haben, fällt die Rechnung für den Steuerzahler massiv höher aus. Deshalb möchte man mittels «Pauschalressourcierung» den Schwarzen Peter auf die Gemeinden und Schulen abschieben und auf der Sekundarstufe durchmischte Lerngruppen einführen, weil das in der Primarschule, so gut funktioniere.

Die höheren Kosten bringen zudem weniger Qualität (siehe Pisa 2019) und den Schülern weniger Bildung und Wohlbefinden. Leidtragende sind vorallem die schwächeren Schüler: Tag für Tag erleben zu müssen, dass man nichts versteht und nicht mitkommt, ist auch eine Form von Stigmatisierung und sicher kein Menschenrecht.
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